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09.01.2005

11:56 Uhr

Betriebsrat fürchtet um Arbeitsplätze in der Handysparte

Siemens will offenbar weitere Stellen streichen

Siemens verkleinert einem Bericht zufolge sein Personal in den Sparten Netzwerk und Mobilfunk. Der Konzernbetriebsrat kritisierte das «Gerede» über die Zukunft der Handysparte.

HB BERLIN. Der Technologiekonzern Siemens will angeblich in München mehr als 1000 Stellen abbauen. Die Kürzung treffe den Geschäftsbereich Kommunikation, der die Sparten Netzwerke und Mobilfunk bündelt, berichtete die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» (FAS) vorab. Beide Bereiche seien betroffen. Am 27. Januar will der scheidende Chef des Konzerns, Heinrich von Pierer, ein Konzept für die defizitäre Handysparte vorlegen.

Jüngst hatte von Pierer gesagt, dass alle Optionen – Sanierung, Schließung, Verkauf oder Kooperation mit einem Wettbewerber – geprüft würden. Das Handygeschäft von Siemens hatte im Geschäftsjahr 2003/04 bei knapp fünf Milliarden Euro Umsatz einen Verlust von 152 Millionen Euro erlitten. Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger hatte die Rückkehr der Sparte in die schwarzen Zahlen im ersten Quartal des am 1. Oktober begonnenen Geschäftsjahres 2004/05 kürzlich als «unwahrscheinlich» bezeichnet.

Der Konzernbetriebsrat befürchtet zudem einen Arbeitsplatzabbau in der Handysparte an den nordrhein-westfälischen Standorten Bocholt und Kamp-Lintfort. «Das Gerede von Vorstandsmitgliedern über Kooperationen, Schließungen oder einen Verkauf der Handysparte verunsichert die Belegschaft bis ins Mark», kritisierte der Vorsitzende des Siemens-Konzernbetriebsrats, Georg Nassauer, im «Tagesspiegel am Sonntag». Erst im Frühsommer 2004 hatten die Beschäftigten an den NRW-Standorten längeren Arbeitszeiten und einem Lohnverzicht zugestimmt, um eine Standortverlagerung zu verhindern.

Wie die «FAS» weiter berichtete, sollen zudem einige hundert Stellen in der Festnetzsparte gestrichen werden. Obwohl dort bereits in den vergangenen Jahren mehrere Tausend Jobs weggefallen seien, habe sich die Sparte schlecht entwickelt.

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