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23.11.2016

15:28 Uhr

Betrug, Steuerhinterziehung, Insolvenz

Unister-Manager stehen ab Januar vor Gericht

Mysteriöse Geschichten ranken sich um das insolvente Internet-Unternehmen Unister. Wegen möglichen Betrugs und Steuerhinterziehung stehen drei ehemalige Manager vor Gericht. Der Prozess beginnt im Januar.

Der Prozess gegen drei ehemalige Manager startet Anfang 2017 vor dem Landgericht Leipzig. dpa

Internet-Unternehmen Unister

Der Prozess gegen drei ehemalige Manager startet Anfang 2017 vor dem Landgericht Leipzig.

LeipzigDrei frühere Manager des Internet-Unternehmens Unister stehen Anfang nächsten Jahres vor dem Landgericht Leipzig. Am 11. Januar beginnt ein Prozess, in dem es unter anderem um Steuerhinterziehung und Computerbetrug geht. Die Wirtschaftsstrafkammer habe bis Juni 18 Verhandlungstage angesetzt, sagte ein Landgerichtssprecher am Mittwoch in Leipzig. Zuvor hatte der Rechercheverbund von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR darüber berichtet.

Das Leipziger Unternehmen Unister, das mit Portalen wie fluege.de und ab-in-den-urlaub.de zu einem großen Online-Vermittler von Flügen und Reisen aufgestiegen war, hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Unister in Turbulenzen

Ein Flugzeugabsturz, mehrere Insolvenzen und viele Fragen

Der Tod des deutschen Internet-Millionärs Thomas Wagner hat dessen Unternehmen Unister in schwere Turbulenzen gestürzt. Die Unister Holding, zu der Reiseportale wie fluege.de und ab-in-den-Urlaub.de gehören, musste ebenso wie mehrere Töchter Insolvenz anmelden. Zu Wagners Aktivitäten unmittelbar vor seinem tödlichen Flugzeugabsturz gibt es seltsame Details, selbst der Insolvenzverwalter spricht von einem „Krimi“. Viele Unister-Kunden sind verunsichert.

Wie ist die Lage bei Unister?

Am Montag meldete die Unister Holding GmbH Insolvenz an. Das Unternehmen begründete dies damit, dass die Firma nach dem Tod des alleinigen Geschäftsführers Wagner „ohne Geschäftsführung und dadurch in ihrer Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt“ war. In der Folge meldeten auch mehrere zur Unister-Gruppe gehörende Gesellschaften Insolvenz an: die Urlaubstours GmbH, die Unister Travel Betriebsgesellschaft mbH, unter deren Dach Vermittlungsportale für Pauschalreisen und Flüge organisiert sind, die Unister GmbH mit Portalen wie auto.de und partnersuche.de und die U-Deals GmbH.

Was bedeutet die Insolvenz für die Kunden?

Laut Insolvenzverwalter Lucas Flöther ergibt sich „in den allermeisten Fällen“ für die Kunden keine Veränderung. Über die Unister-Portale wurden in der Regel Reisen nur vermittelt - Zahlungen gingen damit direkt an die jeweiligen Reiseveranstalter. In solchen Fällen sehen auch Verbraucherschützer kein Problem. Wurde eine Pauschalreise bei der Tochter Urlaubstours gebucht, ist sie über eine Versicherung gewährleistet und findet laut Flöther auch statt.

Anders sieht es für Kunden aus, die auf Portalen wie ab-in-den-Urlaub-deals.de Reisegutscheine erworben haben. Die Gutscheine werden möglicherweise von den Vertragspartnern am Reiseort nicht anerkannt, räumte Insolvenzverwalter Flöther ein. Betroffen seien bis zu 14.000 Kunden. Es gebe bereits Fälle, in denen Hotels die Anreise von Kunden ablehnten oder eine erneute Bezahlung forderten. Flöther erklärte, er bemühe sich um „kulante Lösungen“. Für Buchungen ab dem 20. Juli seien die Auszahlungen der Gutscheine aber gewährleistet.

Was sollten verunsicherte Kunden jetzt tun?

Haben Kunden Angst, dass ihre über ein Unister-Portal gebuchte Reise ausfallen könnte, sollten sie sich laut Stiftung Warentest beim jeweils ausführenden Unternehmen – etwa der Fluggesellschaft oder dem Hotel – rückversichern.

Wer lediglich einen Gutschein erworben hat, der nun nicht mehr eingelöst werden kann, für den sieht es schlecht aus. Solchen Kunden bleibt laut Verbraucherzentrale Sachsen lediglich die Möglichkeit, das gezahlte Geld als Forderung beim Insolvenzverwalter einzureichen. Die sollte möglichst in nachweisbarer Form, also per Einschreiben, geschehen. So wird der Kunde als Gläubiger geführt und bekommt möglicherweise irgendwann einen Teil des Geldes zurück. Mit Fragen zum Unister-Komplex können sich Kunden an die Verbraucherzentralen wenden.

Wie geht es mit Unister weiter?

Das ist schwer zu sagen. Flöther strebt möglichst einen Komplettverkauf des Konzerns an. Denkbar ist aber auch eine Zerschlagung.

Viele offene Fragen ranken sich zudem noch um Wagners Reise mit letztlich tödlichem Ausgang. Neben Wagner waren Mitgründer Oliver Schilling, der Pilot und ein angeblicher Finanzvermittler im Flugzeug. Alle vier starben. Der Flieger war auf dem Weg von Venedig nach Leipzig, wo Unister seinen Hauptsitz hat. Vor dem Unglück hatte der Pilot Vereisungsprobleme gemeldet.

Wagner soll in Venedig auf ein windiges Finanzgeschäft hereingefallen sein. An der Absturzstelle wurde laut Medienberichten Bargeld gefunden. Insolvenzverwalter Flöther sagte der „Wirtschaftswoche“, für ihn klinge das ganze „eher nach einem Krimi als nach einem klassischen Insolvenzfall“.

Quelle: AFP

Ursprünglich hatte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden auch gegen den Gründer und langjährigen Chef von Unister, Thomas Wagner, ermittelt. Der 38-Jährige war jedoch im Sommer bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien ums Leben gekommen. Er befand sich auf der Rückreise aus Venedig, wo er einen Kredit für sein klammes Unternehmen auftreiben wollte, aber auf einen Betrug hereinfiel. Der Unister-Konzern meldete unmittelbar danach Insolvenz an.

Die Ermittler werfen den Unister-Managern vor, Kunden in mehr als 87.000 Fällen durch das sogenannte Runterbuchen betrogen zu haben. Den Ticketkäufern seien Preisvorteile vorenthalten worden. „Die Staatsanwaltschaft geht von einem Gesamtschaden der Kunden von mehr als 7,6 Millionen Euro aus“, teilte das Landgericht mit. In einem zweiten Komplex des Prozesses geht es um Steuerhinterziehung.

kurz-mal-weg.de: Insolvenzverwalter startet den Ausverkauf

kurz-mal-weg.de

Insolvenzverwalter verkauft erste Unister-Tochter

Insolvenzverwalter Lucas Flöther hat mit kurz-mal-weg.de die erste kleine Firmentochter aus dem großen Reich des Online-Reiseanbieters Unister verkauft. Um das Kerngeschäft buhlen weiter sechs Investoren.

Ein Teil der Anschuldigungen stammt aus einer ersten Anklage, die das Landgericht schon im Frühjahr zugelassen, dabei aber auch Vorwürfe zurückgewiesen hatte. Jetzt werden beide Anklagen in einem Prozess verbunden. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden ist nach Angaben eines Sprechers unterdessen weiter mit den Ermittlungen zu dem dubiosen Kreditdeal in Venedig befasst, nach dem Wagner im Sommer ums Leben kam.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

23.11.2016, 17:28 Uhr

Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
Danke

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