Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.09.2012

17:39 Uhr

Bettina Wulffs Verleger

„Jetzt kann jeder hinter die Kulissen schauen“

VonHans-Peter Siebenhaar

ExklusivChristian Jund ist das Enfant terrible der Verlagsbranche. Der Wulff-Verleger schert sich nicht um Konventionen. Im Gespräch mit Handelsblatt Online berichtet er von der PR-Strategie für das Buch der Präsidenten-Gattin.

Ein Stapel mit dem Werk Bettina Wulffs in einer Münchener Buchhandlung. dpa

Ein Stapel mit dem Werk Bettina Wulffs in einer Münchener Buchhandlung.

MünchenDer Verleger des Buches „Jenseits des Protokolls“ von Bettina Wulff, Christian Jund, weist den Vorwurf eines inszenierten Rechtsstreit um die angeblich zweifelhafte Vergangenheit der ehemaligen First Lady zurück. „Wir haben mit der Bekämpfung der Gerüchte nichts zu tun. Wir haben das aus der Zeitung erfahren“, sagte Oliver Kuhn, CEO der Münchner Verlagsgruppe, Handelsblatt Online im Namen des Verlegers.

Die Ehefrau des Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff hatte wegen Gerüchten über ihre Vergangenheit unter anderem einen Rechtsstreit mit Moderator Günther Jauch angestrebt und Klage gegen den Internetkonzern Google wegen automatisch ergänzter Sucheingaben mit ihrem Namen eingereicht.

Jund hat aber natürlich zusammen mit Bettina Wulff und ihrer Co-Autorin einen detaillierten Marketingplan ausgearbeitet, bei dem „Bild“ eine zentrale Rolle spielt. „Wir haben mit Bettina Wulff gemeinsam einen Plan besprochen und umgesetzt“, sagt Jund. „Bei so einem Buch kommt man an ,Bild’ nicht vorbei.“ Europas größte Zeitung berichtete vorab aus dem Buch.

Biografie: Die PR-Maschine Bettina Wulff

Biografie

Die PR-Maschine Bettina Wulff

Ausgerechnet zum Verkaufsstart ihres Buches geht die Frau des ehemaligen Bundespräsidenten gegen Gerüchte vor, die schon lange die Runde machen.

Jund erwartet für seine Münchner Verlagsgruppe (Redline, MVG, FinanzBuch) ein Umsatzplus. Er prognostiziert für dieses Jahr einen Umsatz von 15 Millionen Euro. Alle fünf Tochterverlage seien profitabel, darunter auch der Riva-Verlag, in dem Wulffs Buch erschienen ist.

In der Buchbranche gilt der Verleger als Enfant terrible, der sich wenig um Konventionen schert. Ursprünglich war das Buch von Bettina Wulff mit einer Startauflage von 100 000 Exemplaren für November angekündigt. Kurzerhand hatte der Verleger angesichts der medialen Aufmerksamkeit den Veröffentlichungstermin aber auf Mittwoch vorgezogen. Er wollte nach eigener Aussage die Autorin nach eigenen Bekunden nicht weiter dem medialen Druck aussetzen. „Jetzt kann jeder hinter die Kulissen blicken“, sagte Jund. „Es ist ein wahnsinnig offenes Buch.“ In einigen Buchläden war das Werk der Gattin des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) schon am Montag erhältlich.

Netz-Stimmen: Pikante Anspielungen aus der Google Suche

Netz-Stimmen

Pikante Anspielungen aus der Google Suche

Gibt man bei Google derzeit Bettina Wulff ein, tauchen ganz unerwartete Ergebnisse für die Frau von Ex-Präsident Christian Wulff auf.

Der Münchner Verleger kam quasi ohne eigenes Zutun zu dem Bestseller der PR-Managerin. „Bettina Wulff und ihre Co-Autorin haben uns angerufen“, sagte er. Teile des Manuskriptes seien bereits vorhanden gewesen. „Sie wussten, dass wir hinter unseren Autoren zu 150 Prozent stehen.“ Riva hatte in der Vergangenheit bereits mit Prominenten-Biographien für Überraschungserfolge gesorgt. Die Erinnerungen des Rapper-Idols Bushido ging nach Unternehmensgaben 180 000 Mal über den Ladentisch, die Biographie des früheren Schalke-Managers Rudi Assauer verkaufte sich 70 000 Mal.

Der Riva-Verlag existiert seit 2004 und wurde von Christian Jund gegründet. In der Buchbranche spielt die mediale Aufmerksamkeit für den Verkaufserfolg mittlerweile eine entscheidende Rolle. „Es ist völlig wurscht, was geschrieben wird, Hauptsache es wird geschrieben“, sagte Verleger Christian von Zittwitz, Herausgeber des „Buchmarkt“ am Montag.

Bettina Wulff sollte Recht bekommen

Video: Bettina Wulff sollte Recht bekommen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

10.09.2012, 17:52 Uhr

Ich gehe davon aus, dass Frau Bettina Wulff die Erloese aus ihrem Buch fuer gemeinnuetzige Zwecke spendet. Wir Buerger finanzieren ja schon eine stattliche Pension fuer die Familie Wulff. Bitte Frau Wulff teilen Sie uns deshalb mit, wohin die Gelder fliessen werden. Sie selbst sind ja darauf wirklich nicht mehr angewiesen.

brauchtmannicht

10.09.2012, 17:54 Uhr

Einfach nicht kaufen und nicht lesen. Ist ein Verbraucherrecht. Abstimmung durch Nichtkauf.

baumtot

10.09.2012, 17:58 Uhr

Dafür müssen Bäume sterben.... wie sinnlos.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×