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21.02.2012

16:10 Uhr

Bieterstreit um TV-Rechte

Sky bietet Telekom indirekt Kooperation an

Im Bieterstreit um die TV-Rechte für die Bundesliga hat Sky-Chef Brian Sullivan dem Konkurrenten Telekom via Zeitung indirekt ein Angebot gemacht. Er könne es sich eine Zusammenarbeit mit anderen vorstellen.

Der Vorstandsvorsitzende des TV-Bezahlsenders sky Deutschland, Brian Sullivan, hat die Telekom indirekt umgarnt. dpa

Der Vorstandsvorsitzende des TV-Bezahlsenders sky Deutschland, Brian Sullivan, hat die Telekom indirekt umgarnt.

MünchenSky Deutschland will im Bieterkampf um die Übertragungsrechte für die Bundesliga dem Rivalen Deutsche Telekom eine mögliche Zusammenarbeit schmackhaft machen. Der Bezahlsender könne die TV-Plattformen von Telefonkonzernen und Kabelfirmen mit Inhalten beliefern, sagte Sky-Chef Brian Sullivan der „Financial Times Deutschland“ (Dienstag). „Jeder, der an den Rechten interessiert ist, hat Optionen: Man kann sich wie wir selbst um die Rechte bewerben und das gleiche Risiko tragen oder mit uns zusammen arbeiten.“ Die Deutsche Telekom in Bonn wollte sich nicht zu den Äußerungen des Vorstandschefs des Münchner Konzerns äußern.

Bis zum 2. April können die Bieter für die lukrativen Rechte der Saison 2013/14 bis zum Ende der Spielzeit 2016/17 in einer ersten Runde Angebote abgeben. Sullivan ist laut „FTD“ vor allem daran gelegen, ein teures Bieterrennen vor allem zwischen seinem Konzern und der Telekom zu verhindern.

Zwar hat sich der dauerdefizitäre Bezahlsender dank Großaktionär Rupert Murdoch jüngst weitere Millionen beschafft, dennoch dürfte Sullivan über jeden Euro froh sei, den er nicht in die wichtigen Rechte stecken muss. Für Sky ist zudem die Bundesliga ein zentraler Baustein auf dem Weg in die schwarzen Zahlen und das Lockmittel für Abonnenten schlechthin.

Sky und die Telekom wollen beide die Live-Rechtepakete für klassisches Bezahlfernsehen, mobiles Internet und Pay-TV über Internetkabel, sogenanntes IPTV ergattern. Die Liga, deren 36 Profivereine im laufenden Vier-Jahres-Zyklus durchschnittlich 412 Millionen Euro pro Saison eingenommen haben, erhofft sich eine Steigerung auf rund 450 Millionen. Für die Bieter ist klar, es dürfte in dieser Runde teurer werden. Bislang zahlt Sky für die Rechte pro Saison im Schnitt 250 Millionen Euro, die Telekom 25 Millionen.

„Wenn man als Full-Service-Anbieter nur ein Produkt hat, kann es so stark sein wie die Bundesliga, das Geschäftsmodell wird nicht funktionieren“, sagte Sullivan. Um Erfolg zu haben, müsse Pay-TV alle Mitglieder eines Haushalts ansprechen - nicht nur Fußballfans. Sky und Telekom unterscheiden sich bislang vor allem durch den Umfang des Sportangebots. Die Telekom hat für ihr IPTV-Angebot LigaTotal bisher nur etwa 150.000 Abonnenten gewinnen können - eigentlich zu wenig, um das angestrebte Rechtepaket finanzieren zu können.

„Gemeinsam mit Sky können sie alle unsere Inhalte vermarkten, und wir reden hier nicht nur über die Bundesliga“, sagte Sullivan. „Sie bieten es ihren Kunden an und teilen sich mit uns die Einnahmen. Das ist ein verdammt gutes Geschäftsmodell für sie.“ Verhandlungen über die Übernahme von Inhalten zwischen den beiden Unternehmen ruhen laut „FTD“ wegen des Gerangels um die Fußballrechte derzeit. Neben der Telekom ist auch Vodafone ein möglicher Ansprechpartner. „Wir sind offen für Kooperationen und Partnerschaften“, sagte ein Sprecher.

Für die Telekom dürften die Signale aus München durchaus gelegen kommen, denn den Bonnern weht der Wind aus einer anderen Richtung scharf ins Gesicht. Die zuständige Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) äußerte Zweifel an der Legalität des Telekom-Angebots Liga Total, sollte der Bonner Konzern wie geplant auch die Bundesliga-Rechte für klassisches Bezahlfernsehen über Satellit und Kabel erwerben. Bis Ende April will der Ligavorstand die Entscheidung treffen, wer künftig wann und wo live oder in einer Zusammenfassung über das Premiumprodukt Bundesliga berichten darf.

Von

dpa

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