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01.03.2006

11:18 Uhr

Bilanz 2005

T-Online leidet unter billigem Surfen

Das Das Werben um neue Kunden und Preissenkungen haben Deutschlands größtem Internetanbieter T-Online im vergangenen Jahr zugesetzt. Der Gewinn sank, der Umsatz kletterte vergleichsweise schwach. Im laufenden Jahr soll es noch schlimmer werden.

HB DARMSTADT. Der Gewinn nach Steuern sank von 300,9 auf 204 Mill. Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Darmstadt mitteilte. Der Umsatz stieg um 3,8 Prozent auf 2,09 Mrd. Euro. Trotz verschärften Wettbewerbs und massiver Preissenkungen bei den schnellen Internetzugängen übertreffe dies die eigenen Vorgaben, sagte Finanzvorstand Jens Becker. Das Unternehmen, eine Tochter der Deutschen Telekom, hatte zuletzt mit einer Halbierung des Gewinns gerechnet.

Die Kundenzahl überschritt nach Konzernangaben im vergangenen Jahr die 14-Millionen-Marke. Von den insgesamt 14,03 Mill. Kunden hatte T-Online zum Jahresende 11,81 Mill. in Deutschland sowie 2,22 Mill. im Rest Europas. Vor allem die Zahl der aus Sicht des Unternehmens besonders interessanten DSL-Tarifkunden kletterte kräftig. Sie stieg nach Unternehmensangaben in Deutschland von 3,23 auf 4,45 Mill. Euro sowie im Rest Europas von 360 000 auf 640 000.

„Wir erwarten für 2006 ein fortgesetzt dynamisches Kundenwachstum für T-Online und gehen davon aus, dass der Wettbewerb im attraktiven Breitbandmarkt weiter zunimmt“, sagte Vorstandschef Rainer Beaujean. 2006 wolle T-Online konzernweit 1,8 neue DSL-Tarifkunden gewinnen nach 1,5 Millionen im Vorjahr. Neue Wettberwerber könnten den Preiskampf aber nochmals anheizen. Das vergleichsweise niedrige Umsatzwachstum führte Beaujean vor allem auf die Senkung der DSL-Tarife durch T-Online im Jahresverlauf zurück. T-Online hatte im dritten Quartal in Deutschland eine einheitliche Flatrate zum unbegrenzten Surfen und Telefonieren eingeführt.

Die Ertragslage von T-Online dürfte sich im laufenden Jahr weiter verschärfen: Bei nur leicht steigenden Umsätzen rechnet das Unternehmen mit einem noch niedrigeren Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). „Wir erwarten 2006 einen Umsatz von 2,3 bis 2,5 Mrd. Euro. Das Ebitda soll bei 300 Mill. Euro liegen“, sagte T-Online-Chef Beaujean. Bereits im Jahr 2005 war das Ebitda um 20 Prozent auf 373,2 Mill. gesunken. Ohne Einmaleffekte wie den Verkauf des Comdirect-Anteils lag das Ebitda bei 328 Mill. Euro.

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