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25.02.2011

12:28 Uhr

Bilanz 2010

Auslandstöchter belasten die Telekom

Zwar musste 2010 die Deutsche Telekom hohe Abschreibungen und Belastungen hinnehmen, aber dennoch stieg der Überschuss deutlich an. Dessen ungeachtet kürzt der Bonner Konzern die Dividende um knapp zehn Prozent, löst aber dennoch ein altes Versprechen ein.

Die Deutsche Telekom will 2011 über 19 Milliarden Euro verdienen. Quelle: dpa

Die Deutsche Telekom will 2011 über 19 Milliarden Euro verdienen.

Bonn

Die Deutsche Telekom sorgt trotz eines Gewinnsprungs im vergangenen Jahr für Unmut bei ihren Aktionären. Der Bonner Konzern gönnt seinen Anteilseignern weniger Dividende und überrascht mit hohen Sonderlasten: Abschreibungen auf die griechische Tochter OTE Kosten für den Personalabbau und andere Probleme kosteten den einstigen Staatsmonopolisten 1,9 Milliarden Euro Gewinn. Der Jahresüberschuss von 1,7 Milliarden Euro fiel damit deutlich geringer aus als von Analysten erwartet. Die T-Aktie verlor am Freitag rund zwei Prozent an Wert und war damit der größte Verlierer im Dax.

Der Jahresumsatz sank 2010 um fünf Prozent auf 62,4 Milliarden Euro. Der Rückgang ist auf die Entkonsolidierung der Mobilfunktochter in Großbritannien zurückzuführen. Ohne diesen Effekt wäre der Umsatz stabil geblieben.

Angesichts der hohen Sonderlasten schraubt der Telefonriese die Dividende für das abgelaufene Jahr zurück. Die Aktionäre sollen nur noch mit 0,70 Euro je Aktie bedacht werden nach 0,78 Euro im Jahr zuvor. Weniger geht nicht - das hat Obermann bis zum Jahr 2012 zugesichert. Und zusammen mit Aktienrückkäufen will die Telekom jedes Jahr die gleich Summe unter die Gesellschafter bringen, nämlich jeweils 3,4 Milliarden Euro.

Da haben es die Anteilseigner der Telekom Italia besser, ihnen winkt mehr Geld. In den kommenden zwei Jahren will der Konzern die Gewinnausschüttung jährlich um 15 Prozent anheben.. Europas Branchenprimus Telefonica, zu dem auch die deutsche O2 gehört, hatte im vergangenen Jahr allerdings mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie die deutsche Konkurrenz.

Kommentare (2)

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20.03.2011, 21:24 Uhr

Und da haben wir es wieder.
Manager betrachten die Firmen, die sie führen sollten, nur noch als Spielzeug. Zukäufe, völlig unsinnig, die dann den Mutterkonzern nur belasen.
Letztendlich geht all das immer auf Kosten der Gewinne und der Mitarbeiter.
Es wird ausgereizt bis zum Anschlag und am Monatsende braucht man einen Kredit von der Bank um die Gehälter für die Mitarbeiter zu zahlen.
Das alte kaufmännische Denken und Handeln ist offenbar völlig abhanden gekommen.
Man kann mittlerweise von einem Manager-Unwesen sprechen.
Meist sind es ja auch aufgeblasene Nichtskönner, die von der Branche nicht mal Ahnung haben

AndreAdrian

20.03.2011, 22:01 Uhr

Der Strahlemann Ron Sommer hat das US Abenteuer der Telekom gestartet. Alle waren begeistert. Heute liegt der Scherbenhaufen da. Hr. Sommer ist schon längst zu anderen Weiden weitergewandert - die Telekom Wiese ist halt schon abgegrast.
Als Nicht-Telekom Aktionär ist mir die Geldanlagepraxis dieses Unternehmens recht egal. Das die Telekom aufgrund der schlechten Geschäfte der Vergangenheit Mitarbeiter in Arbeitslose umwandelt und jeder Steuerzahler die Arbeitslosen mitbezahlen darf finde ich nicht gut.

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