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16.05.2017

10:31 Uhr

Bilanz des Mobilfunkkonzerns

Vodafone macht Riesenverlust

Der zweitgrößte Mobilfunker der Welt legt seine Jahresbilanz vor – und sie ist tiefrot. Vodafone macht mehr als sechs Milliarden Euro minus. Die Gründe dafür sollen in Indien liegen.

Das Geschäftsjahr 2016/17 endet mit einem Verlust von mehr als sechs Milliarden Euro. dpa

Vodafone-Deutschland-Zentrale in Düsseldorf

Das Geschäftsjahr 2016/17 endet mit einem Verlust von mehr als sechs Milliarden Euro.

LondonDie Ausgliederung seiner strauchelnden Tochter in Indien hat Vodafone tief in die roten Zahlen gedrückt. Der zweitgrößte Mobilfunk-Konzern der Welt wies am Dienstag für das Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende März) einen Verlust von 6,1 Milliarden Euro aus. Der Umsatz fiel um 4,4 Prozent auf 47,6 Milliarden Euro.

Vodafone will in Indien durch den Zusammenschluss mit dem heimischen Mobilfunkunternehmen Idea Cellular zum größten Telekomkonzern des Landes aufsteigen. Aus der Fusion soll ein Unternehmen mit fast 400 Millionen Kunden und einem Wert von gut 23 Milliarden Dollar hervorgehen.

Der britische Telekom-Rivale und die indische Idea bündeln ihre Kräfte unter dem Druck des Preiskampfs, den ein Branchenneuling vergangenes Jahr auslöste: Mukesh Ambani, einer der reichsten Geschäftsleute Indiens, baute mit seinem Konzern Reliance Industries für mehr als 20 Milliarden Dollar ein schnelles Mobilfunknetz auf und sagte den Platzhirschen mit Sparangeboten für die Kunden den Kampf an.

Vodafone war 2007 in den indischen Markt eingestiegen und erzielt dort inzwischen mehr als zehn Prozent seines Umsatzes und Gewinns. Allerdings ist die ehemalige britische Kolonie durch einen Steuerstreit und den harten Wettbewerb auch ein sehr unberechenbares Geschäft. Vodafone-Partner Idea pries die Macht des neuen Konzerns: „Das Gemeinschaftsunternehmen wird mit einer Größe, die einen effektiveren Konkurrenzkampf zulässt, der führende Wettbewerber.“

Zusammen kommen Vodafone und Idea auf einen Marktanteil auf 35 Prozent und überrunden so den bisherigen Branchenführer Bharti Airtel. Vodafone war die Nummer zwei gefolgt von Idea.

Für das laufende Jahr sagte das britische Unternehmen angesichts stabiler Umsätze mit seinen Vertrags-Kunden und gekürzter Ausgaben aber wieder Zuwächse voraus. Der Optimismus werde auch durch eine Anhebung der Dividende demonstriert, erklärte Konzernchef Vittorio Colao.

Ein Lichtblick waren dagegen die aus Düsseldorf gesteuerten Deutschland-Aktivitäten. Hier bleibt die Kabelsparte Wachstumstreiber. 2016/2017 verzeichnete das Geschäft ein Plus von über 8 Prozent und trug damit wesentlich zum Anstieg des Umsatzes um knapp 2 Prozent auf rund 10 Milliarden Euro bei. Stabile beziehungsweise leichte Zuwächse gab es im Mobilfunk und bei schnellen Internetanschlüssen über Telefonleitungen. Zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen steuerte die Tochterfirma des britischen Konzerns 3,6 Milliarden Euro bei – ein Anstieg von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

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