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06.05.2014

14:40 Uhr

Bilanz-Kosmetik

Blackberry trennt sich von Immobilien

Die Konkurrenz ist momentan zu stark, das Geschäft läuft schleppend. Nun zieht der Smartphonehersteller Blackberry die Konsequenz: Prestige-Objekte und teure Immobilien stehen bei der Firma künftig auf der Abschussliste.

Das Gebäude soll natürlich im Eigenbesitz bleiben, beeilt sich die Blackberry-Geschäftsführung zu versichern: Die Firmenzentrale im kanadischen Waterloo. ap

Das Gebäude soll natürlich im Eigenbesitz bleiben, beeilt sich die Blackberry-Geschäftsführung zu versichern: Die Firmenzentrale im kanadischen Waterloo.

WaterlooDer angeschlagene Smartphone-Pionier Blackberry hübscht mit dem Verkauf von Immobilien seine Bilanz auf. Das Unternehmen rechnet mit 305 Millionen kanadischen Dollar (200 Millionen Euro) für den Großteil seiner Gebäude im Heimatland Kanada. Abnehmer ist die US-Immobiliengesellschaft Spear Street Capital.

Blackberry hatte den Verkauf bereits im Januar angekündigt, nannte aber erst jetzt auch Preis und Käufer. Die meisten der betroffenen Immobilien sollen noch in diesem Monat an den neuen Besitzer übergehen, der Rest bis Ende September.

Insgesamt geht es um 280 000 Quadratmeter an Büro- und Fabrikflächen sowie unbebautem Land. Einen Teil der Flächen will Blackberry zurückmieten. „Das Unternehmen wird weiterhin eine starke Präsenz in Kanada haben“, bekräftigte Blackberry. Die Firmenzentrale verbleibe in der Stadt Waterloo nahe Toronto.

Der globale Smartphone-Markt

Gesamtmarkt

Der Smartphone-Markt wuchs 2013 rasant: Die Hersteller setzten laut dem Marktforscher Gartner 968 Millionen Geräte ab, ein Plus von 42,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verkauften die Unternehmen 1,8 Milliarden Mobiltelefone, also erstmals mehr Smartphones als einfache Handys.

Samsung

Nach Stückzahlen ist inzwischen Samsung die unangefochtene Nummer eins unter den Smartphone-Herstellern. Die Südkoreaner verkauften im vergangenen Jahr nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Gartner 300 Millionen Computer-Handys. Damit kam fast jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone von Samsung, wobei der Marktanteil leicht sank. Insgesamt setzte der Konzern 444 Millionen Handys ab.

Apple

Apple war 2013 mit knapp 151 Millionen verkauften iPhones die Nummer zwei im Smartphone-Markt, der Marktanteil rutschte jedoch auf 15,6 Prozent ab.

Huawei

Drittgrößter Smartphone-Hersteller ist Huawei mit knapp 47 Millionen verkauften Geräten und einem Marktanteil von 4,8 Prozent.

LG

Fast gleichauf mit Huawei war LG Electronics. Der südkoreanische Hersteller verkaufte rund 46 Millionen Smartphones und verdoppelte fast damit den Absatz, der Markanteil liegt nun bei 4,8 Prozent. Einschließlich einfacher Mobiltelefone verkaufte LG 69 Millionen Geräte (3,8 Prozent Marktanteil).

Lenovo

Lenovo ist bislang vom chinesischen Heimatmarkt abhängig. Der Konzern verkaufte 2013 knapp 44 Millionen Smartphones (4,5 Prozent Marktanteil). Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern aber den Absatz künftig deutlich steigern.

Nokia

Nokia war 2013 mit 250 Millionen Geräten und 13,9 Prozent Marktanteil immer noch der zweitgrößte Handyhersteller, verlor aber weiter an Boden. Im lukrativen Smartphone-Markt läuft das Unternehmen unter „ferner liefen“. Die Gerätesparte übernimmt Microsoft.

Sonstige

Viele Unternehmen mit klangvollen Namen haben derzeit weniger als 4 Prozent Marktanteil, darunter Sony, HTC und Blackberry.

Hintergrund des Schritts sind schwindende Smartphone-Verkäufe, wodurch die Produktion geschrumpft ist. Tausende Mitarbeiter wurden entlassen. Der Markt wird von Apples iPhone und Android-Handys wie Samsungs Galaxy-Reihe beherrscht. Chef John Chen will Blackberry nun auf Geschäftskunden ausrichten; er rechnet erst zum Geschäftsjahr 2016 mit der Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

Von

dpa

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