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10.09.2013

21:15 Uhr

Billigeres Modell

Apple stellt neues Plastik-iPhone vor

VonChristof Kerkmann

Mit dem iPhone 5c wagt sich Apple erstmals in den Markt günstigerer Smartphones. Mit knalligen Farben sollen neue Kunden gewonnen werden. Die Plastik-Ausgabe des Vorgängermodells ist aber nicht wesentlich billiger.

Präsentation der neuen Modelle

Apple stellt neue iPhones vor

Präsentation der neuen Modelle: Apple stellt neue iPhones vor

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Düsseldorf/CupertinoBilliger, aber immer noch nicht billig: Apple bringt neben einem Spitzenmodell erstmals ein günstigeres Smartphone heraus. Wie erwartet stellte der US-Konzern Dienstagabend das iPhone 5c vor. Dessen auffälligstes Merkmal ist ein Gehäuse aus Plastik, wahlweise in Blau, Grün, Pink, Gelb oder Weiß. In Deutschland kostet das Gerät rund 600 Euro – damit ist es teurer als fast alle anderen Smartphones auf dem Markt. Zudem stellte Apple sein neues Flaggschiff iPhone 5s vor.

Bisher hatte Apple ältere iPhone-Versionen günstiger angeboten, sobald ein neues Modell auf den Markt kam. Jetzt nimmt der Hersteller das iPhone 5 vom Markt und verkauft stattdessen das 5c. Damit rüstet er sich für die wachsende Konkurrenz durch andere Hersteller, die mit niedrigen Preisen viele Kunden gewinnen. Die beiden neuen Geräte kommen am 20. September heraus. Zum Start sind sie nicht nur in den USA und Deutschland verfügbar, sondern auch in China – für Apple ein wichtiger Markt. Als wahre Billigvariante behält der Konzern das iPhone 4s im Programm.

Die Evolution des iPhone

iPhone - die erste Generation

Mit seinem leicht bedienbaren Touchscreen revolutionierte das iPhone die Handybranche. Dabei waren die technischen Daten der ersten Generation noch recht bescheiden: Der Prozessor leistete nur 667 Megahertz, der Arbeitsspeicher war nur 128 Megabyte groß. Den Datenfunk UMTS unterstützte die erste Generation nicht. Trotzdem wurde das Gerät ein riesiger Erfolg.

iPhone 3G

Das zweite Gerät der iPhone-Reihe, vorgestellt im Juni 2008, brachte einige wesentliche Änderungen. Zum einen überarbeitete Apple das Design gründlich. Zum anderen unterstützte das Gerät den Datenfunk UMTS sowie den Datenturbo HSDPA.

iPhone 3GS

Ein Jahr später stellte Apple das iPhone 3GS vor. Am Design änderte sich nichts, allerdings stattete der Hersteller das Gerät mit einem besseren Prozessor und einem größeren Speicher aus. Das suggeriert auch der Name: Das S steht für „Speed“. Zudem war eine Kamera mit 3 Megapixel Auflösung an Bord.

iPhone 4

Mit der vierten Generation, präsentiert im Juni 2010, wagte Apple wieder ein neues Design: Das Gehäuse war kantiger und aus Edelstahl. Zudem verbaute der Hersteller ein Display mit höherer Auflösung. Auch der Prozessor war leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Ansturm auf das Gerät war gewaltig.

iPhone 4S

Äußerlich unterschied sich das iPhone 4S kaum von seinem Vorgänger, das Design blieb weitgehend gleich. Schlagzeilen machte vor allem der persönliche sprachgesteuerte Assistent Siri, der zunächst nur auf dem 4S lief, später aber auch auf anderen iPhone-Modellen. Siri kann Fragen beantworten oder Kommandos ausführen. Die Kamera des iPhone 4S hatte eine Auflösung von 8 Megapixel.

iPhone 5

Das sechste und aktuelle Gerät der Reihe heißt iPhone 5. Es ist etwas länger, aber gleichzeitig dünner als das Vorgängermodell – dadurch ergibt sich ein neues Seitenverhältnis von 16:9. Die 8-Megapixel-Kamera kann Aufnahmen in HD anfertigen. Ein neuer Prozessor soll für mehr Tempo sorgen. In die Kritik geriet Apple, weil vor allem an der schwarzen Variante schnell Abnutzungserscheinungen zu sehen waren. Mit dem iPhone 5 führte Apple auch iOS 6 ein, die neue Version des Betriebssystems, die den vielkritisierten Kartendienst Maps enthält.

iPhone 5C und 5S

Das iPhone 5c und das iPhone 5s waren die Modelle sieben und acht. Das 5c ist die etwas günstigere Variante: Weitgehend ausgestattet wie das iPhone 5, hat es aber ein Gehäuse aus buntem Plastik. Das 5s hat unter anderem einen doppelt so schnellen Chip, eine bessere Kamera und einen Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Gerätes.

Das neue iPhone 5s sieht äußerlich wie das bisherige Modell aus, als zusätzlich Farbe kommt aber zu Schwarz und Silber Gold hinzu. Für das neue Spitzenmodell, das in Deutschland 700 Euro aufwärts kostet, kündigte Apple etliche Verbesserungen an. So soll es doppelt so schnell sein wie sein Vorgänger und das erste iPhone gar um den Faktor 40 übertreffen. „Es ist der Goldstandard bei Mobiltelefonen“, sagte Marketingchef Phil Schiller. Als erster Hersteller verbaut Apple einen Prozessor mit 64-Bit-Architektur, die einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil bietet. Ältere Anwendungen laufen aber weiterhin auf dem Gerät.

Mit einem Fingerabdruck-Sensor können Nutzer künftig ihr Gerät entsperren und Käufe bei iTunes tätigen. Die Technologie „Touch ID“ ist in den Startknopf eingebaut. Der Fingerabdruck werde nicht auf den Servern gespeichert, betonte Apple – angesichts der Debatte über die Überwachung von Internetnutzern ein wichtiger Hinweis. Auch andere Anwendungen könnten darauf nicht zugreifen, zunächst zumindest.

Das Gerät enthält außerdem einen Bewegungssensor, der die Aktivität des Nutzers messen kann. Gemeinsam mit dem Sportartikelhersteller Nike hat Apple eine passende App entwickelt – eine ähnliche Anwendung bietet Samsung in seinem Galaxy S4 an. Herstellern von Fitness-Gadgets wie Schrittzählern dürfte diese Ankündigung nicht gefallen.

Kommentare (15)

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Froschpopo

10.09.2013, 21:26 Uhr

Mit einem 5C am Ohr sendet man die Message: "Das 5S kann ich mir nicht leisten, aber ich hoffe du achtest nur auf den Apfel". Das ist so wie mitm Audi-TT. Fürn Porsche hats dann halt doch nicht gereicht.

Account gelöscht!

10.09.2013, 21:32 Uhr

Peak Apple, leider. Das iPhone 5c ist preislich komplett am Markt vorbei positioniert.

Gast

10.09.2013, 21:33 Uhr

Dazu ist doch der Preisabstand doch gar nicht groß genug. Die "Billig-Variante" dürfte der Flop des Jahres werden.
Sieht man sich die Preisentwicklung insgesamt an, dann wird Apple auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Technologisch ist das Thema Smartphone offenbar ausgereizt. Dann kommen jetzt die Preise verstärkt runter.

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