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21.05.2013

10:44 Uhr

Bis 2020

SAP stellt Hunderte Autisten ein

Im Ringen um IT-Mitarbeiter schlägt SAP einen außergewöhnlichen Weg ein. Der Softwarekonzern will Hunderte Autisten ausbilden und in das Unternehmen integrieren. Bis 2020 setzen sich die Walldorfer ein ehrgeiziges Ziel.

Dustin Hoffman als Autist im Film „Rain Man“ mit Tom Cruise. dpa - picture-alliance

Dustin Hoffman als Autist im Film „Rain Man“ mit Tom Cruise.

WalldorfDer Softwarekonzern SAP will in den kommenden Jahren Hunderte Autisten zu Softwaretestern und Programmierern ausbilden. Bis 2020 sollen ein Prozent der weltweit zuletzt rund 65.000 Mitarbeiter von SAP Menschen mit autistischer Störung sein, teilte das Unternehmen am Dienstag in Walldorf mit. Schätzungen zufolge leidet in der Bevölkerung etwa der gleiche Anteil an Autismus. SAP suche Menschen, die anders denken, erklärte Personalchefin Luisa Delgado den Ansatz.

Die Walldorfer arbeiten mit Specialisterne zusammen, einer dänischen Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat eine Million Autisten, die intellektuell nicht eingeschränkt sind, ins Arbeitsleben zu bringen. Bereits seit 2011 beschäftigt SAP Autisten in seinem Entwicklungslabor in Indien, im vergangenen Jahr startete ein weiteres Pilotprojekt mit Specialisterne in Irland.

Diese Pilotprojekte bewiesen den positiven Einfluss der gezielten Förderung von Menschen mit Autismus, berichtet SAP. Der indische Ableger hatte SAP Labs India habe sechs Mitarbeiter mit Autismus als Softwaretester für Anwendungen der SAP Business Suite eingestellt. Seitdem habe das Team seine Produktivität und seinen Zusammenhalt verbessert, so der Konzern. Im Rahmen des Pilotprojekts in Irland werde gerade die Auswahlphase für fünf Positionen abgeschlossen, die noch in diesem Jahr besetzt werden sollen.

Den Pilotprojekten in Indien und Irland sollen nun acht weitere Länder folgen. In diesem Jahr startet SAP das Programm in Deutschland, den USA und Kanada.

Für SAP sei das Projekt eine Chance, im weltweiten Kampf um talentierte IT-Mitarbeiter besonders spezialisierte Menschen zu finden, sagte Anka Wittenberg, die bei SAP für Vielfalt und Integration zuständig ist. Der Softwarekonzern habe die Erfahrung gemacht, dass in besonders durchmischten Teams nicht nur die Produktivität steige, sondern auch die Kundenzufriedenheit.

Specialisterne kommt von der dänischen Bedeutung „Die Spezialisten“ und wurde 2004 von Thorkil Sonne in Dänemark gegründet. Ein Großteil der weltweit bei Specialisterne Beschäftigten sind Menschen aus dem Autismus-Spektrum. Sie arbeiten als IT-Consultants in der freien Wirtschaft und sind mit Aufgaben wie IT-Management, Revision, Logistik und Datenerfassung betraut.

Die sogenannte autistische Störung beginnt in der Regel als Entwicklungsstörung im frühen Kindesalter. Erkrankte Kinder vermeiden zum Beispiel Körper- oder den Blickkontakt. Sie verstehen bestimmte Signale wie Lächeln oder Gesten oft nicht und kapseln sich deshalb ab. Sie reagieren auch heftig auf Veränderungen. Stattdessen wiederholen sie häufig Worte oder bestimmte Bewegungen.
Das heißt allerdings nicht, dass Autisten automatisch geistig behindert sind. Sie können normal intelligent sein oder sogar besondere Begabungen in bestimmten Bereichen entwickeln. Dazu gehören Mathematik, Technik oder Musik. Autisten zeichnen sich beispielhaft durch eine besondere Akribie und Detailverliebtheit aus.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

21.05.2013, 11:10 Uhr

Autismus wird auch überschätzt :-8

Heidi

21.05.2013, 13:02 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

21.05.2013, 13:07 Uhr

Dummes Titelbild.

Das sind gewiss keine Autotisten im Stile "Rainmans", sondern Asperger-Autisten, die nicht geistig behindert sind.

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