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15.01.2015

13:02 Uhr

Blackberry

Smartphone-Hersteller dementiert Gespräche mit Samsung

Die Verkaufs-Spekulationen um Blackberry reißen nicht ab, jetzt wurde Samsung als möglicher Käufer ins Spiel gebracht. Doch der tief gefallene Smartphone-Vorreiter will sich weiter auf eigene Faust durchschlagen.

Blackberry hat Gerüchte über Verkaufsgespräche mit Samsung klar dementiert. Reuters

Blackberry hat Gerüchte über Verkaufsgespräche mit Samsung klar dementiert.

WaterlooDer Smartphone-Pionier Blackberry hat Spekulationen über einen Verkauf an Samsung zurückgewiesen. Es gebe keine Gespräche über ein mögliches Kaufangebot, teilte der kanadische Konzern am Mittwoch (Ortszeit) nach entsprechenden Medienberichten mit.

Damit würgte Blackberry kräftige Kursgewinne der Aktie ab: Der Kurs war am Mittwoch angesichts der Erwartungen zunächst um rund 30 Prozent auf 12,60 Dollar gestiegen. Nach dem Dementi setzte die Gegenbewegung ein, im vorbörslichen Handel am Donnerstag lag das Minus bei mehr als 16 Prozent.

Wenn man die Mitteilung genau unter die Lupe nimmt, dementierte Blackberry zwar Gespräche mit Samsung, äußerte sich aber nicht dazu, ob es ein Übernahmeangebot gab. Samsung erklärte, die Berichte über eine Übernahme seien „grundlos“. Die beiden Unternehmen hatten vor einigen Monaten eine Partnerschaft bei Sicherheitsangeboten vereinbart.

Samsung ist zwar mit Abstand der weltgrößte Smartphone-Anbieter, hätte aber gern eine größere Präsenz in Unternehmen - wobei der Ruf von Blackberry helfen könnte. Als möglicher Kaufgrund galt das Patent-Arsenal von Blackberry.

Die kanadische Zeitung „Globe and Mail“ berichtete in der Nacht zum Donnerstag, Blackberry habe bereits mehrere Kaufofferten abgelehnt. Einige hätten bei mehr als sieben Milliarden Dollar gelegen. Blackberry war zuletzt an der Börse rund 5,6 Milliarden Dollar wert.

Nach bisherigen Medienberichten soll unter anderem der PC-Riese Lenovo Interesse an Blackberry gehabt haben, die kanadische Regierung habe aber einen Verkauf nach China ausgeschlossen.

Für Deutschland ist das Schicksal von Blackberry besonders interessant, weil die Kanadier den Düsseldorfer Verschlüsselungs-Spezialisten Secusmart übernahmen, der Handy-Gespräche der Bundesregierung absichert. Zusammen beliefern sie deutsche Behörden mit Hochsicherheits-Smartphones.

Smartphone-Markt im Wandel

Samsung weniger dominant

Samsung ist der mit Abstand größte Hersteller von Smartphones, doch die Dominanz bröckelt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der südkoreanische Konzern 78,1 Millionen Smartphones und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor, als er 85 Millionen Geräte absetzte. Der Marktanteil sank von 32,5 auf 23,8 Prozent, wie der Marktforscher IDC ermittelt hat. Wegen niedrigerer Verkaufspreise sinkt auch der Profit.

Apple setzt auf Premium

Apple hält seinen Marktanteil mit 12 Prozent weitgehend stabil. Der Absatz stieg deutlich auf 39,3 Millionen Geräte, wozu die neuen Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus einen deutlichen Beitrag leisteten. Weil der Konzern Premiumpreise verlangt, arbeitet er mit Margen, um die ihn die Konkurrenten beneidenk.

Xiaomi holt rasant auf

Im Westen ist Xiaomi kaum bekannt, doch in China ist der Smartphone-Hersteller äußerst populär. Dank dreistelliger Wachstumsraten ist das Unternehmen nun mit einem Marktanteil von 5,3 Prozent drittgrößer Hersteller. Im dritten Quartal verkaufte er 17,3 Millionen Handys, wozu vor allem das Highend-Gerät Mi4 beitrug. Die spannende Frage: Kann Xiaomi auch im Westen Fuß fassen?

Lenovo wächst mit Motorola

Lenovo hat sich als PC-Hersteller einen Namen gemacht, drängt aber auch in den wachsenden Smartphone-Markt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der Konzern 16,9 Millionen Geräte, vor allem in Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Der Marktanteil betrug 5,2 Prozent. Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern weiter wachsen.

LG legt deutlich zu

Der koreanische Hersteller LG verkauft viele günstige Geräte, ist mit dem G3 aber auch im Premiumsegment vertreten. Im dritten Quartal verkaufte er laut IDC 16,8 Millionen Geräte und sicherte sich damit 5,1 Prozent des Smartphone-Marktes. Das Resultat: LG konnte zuletzt auch den Gewinn deutlich steigern.

Große Namen, kleiner Marktanteil

Jenseits der Top 5 finden sich viele bekannte Namen: Sony und Blackberry etwa, aber auch Microsoft als Käufer der Nokia-Gerätesparte. Auch der chinesische Hersteller Huawei zählt dazu. 48,6 Prozent des Marktes fallen in diese Sammelkategorie, die IDC nicht weiter aufschlüsselt.

Blackberry war ein Vorreiter im Smartphone-Geschäft, verlor dann aber den Anschluss an Apples iPhone und Geräte mit dem Google-System Android. Der seit gut einem Jahr amtierende Konzernchef John Chen will die Zukunft vor allem als Dienstleister für Unternehmen sichern. Er versucht, die Firma unabhängiger von den schwächelnden Smartphone-Verkäufen machen und kündigte auf der Technik-Messe CES zuletzt den Vorstoß ins Geschäft mit vernetzten Geräten vor allem im Gesundheitswesen an.

Von

dpa

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