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13.04.2012

11:45 Uhr

Blockheizkraftwerke

Telekom steigt ins Stromgeschäft ein

Die Deutsche Telekom will dezentrale Blockheizkraftwerke in Kellern privater Wohnhäuser zu installieren. Die Energieanbieter könnten die Kraftwerke dann fernsteuern.

Die Telekom erschließt ein neues Segment. dapd

Die Telekom erschließt ein neues Segment.

BonnDie Deutsche Telekom drängt in den Strommarkt. Der Bonner Telekommunikationskonzern bietet Energieversorgern nach eigenen Angaben künftig den Aufbau und Betrieb kompletter Netze von kleinen, dezentralen Blockheizkraftwerken (BHKW) an. Das Unternehmen bestätigte damit einen Bericht der „Financial Times Deutschland“ (Freitagausgabe).

Die Leiterin des Konzerngeschäftsfelds Energie bei der Telekom, Gabirele Riedmann de Trinidad, sagte: „Mit dieser Lösung sind Energieversorger schnell in der Lage, kleine BHKWs zu vermarkten und dann als virtuelles Kraftwerk zu steuern.“ Die Energieversorger könnten so künftig Schwankungen im Stromnetz auf Knopfdruck ausgleichen.

Kleine Blockheizkraftwerke bestehen aus einem Motor, der sowohl Warmwasser als auch Strom liefert. Sie können auch in Ein- und Mehrfamillienhäusern installiert werden. Die Telekom will den Energieversorgern mit ihrer Kommunikationsinfrastruktur und ihrem Know-how bei der Datenverarbeitung ermöglichen, diese als virtuelle Kraftwerke zu nutzen. Die Energieversorger könnten dann die Anlagen je nach Strombedarf per Fernsteuerung hoch- oder herunterfahren, um die schwankenden Stromlieferungen von Windparks und Solaranlagen auszugleichen.

Bei dem Projekt arbeitet die Telekom mit dem BHKW-Hersteller Motoren AT und dem Spezialisten für Energie-Kommunikation GreenCom Networks zusammen. Der Geschäftsführer von Motoren AT, Dragan Popov, sagte, das Unternehmen erwarte für die nächsten Jahre einen Boom bei kleinen Blockheizkraftwerken. „Die Bundesregierung will den Anteil der hoch effizienten Kraft-Wärme-Kopplung an der Stromerzeugung von derzeit rund 16 Prozent auf 25 Prozent bis 2020 steigern - auch mithilfe von kleinen BHKWs“, sagte er. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) nehme seit 1. April Förderanträge für solche Kraftwerke entgegen. So würden etwa Anlagen mit 19 Kilowatt elektrischer Leistung mit einmalig 3.450 Euro bezuschusst.

Die Telekom ist allerdings nicht der erste branchenfremde Großkonzern, den das Stromgeschäft lockt. Seit 2010 baut der Autohersteller Volkswagen gemeinsam mit dem Hamburger Anbieter Lichtblick ein Netz dezentraler Kellerkraftwerke auf der Basis von umgebauten Automotoren auf.

Die ersten 420 „Zuhause-Kraftwerke“ laufen Lichtblick zufolge bereits in Norddeutschland, Berlin und Nordrhein-Westfalen. Während Lichtblick die Stromeinspeisung zentral steuert, versorgen die Anlagen über große Pufferspeicher Wohngebäude, Schulen und Gewerbebetriebe mit Wärme.

Lichtblick will in Zukunft 100.000 dezentrale „Zuhause-Kraftwerke“ mit einer Gesamtleistung von zwei Gigawatt installieren - das entspräche der Leistung zweier Kernkraftwerksblöcke.

Von

dapd

Kommentare (10)

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13.04.2012, 09:32 Uhr

Hier beginnt die Zukunft. Und das Ende der Energiegiganten. Nun müssen nur noch die Netze verstaatlicht verden. Allerdings ist das auf kommunaler Ebene oft gar nicht nötig.
Die Kommunen haben ihre Netze ja in den letzten Jahren wieder selbst übernommen.

vandale

13.04.2012, 10:32 Uhr

Hallo Ihr..Gem. Ihres Glaubens bedeuted eine Verschiebung der Struktur von den teilstaatlichen Grossversorgern zur teilstaatlichen Telekom das grosse sozialistische Glück?

Vandale

vandale

13.04.2012, 10:40 Uhr

Die Kraft-Wärme Kopplung ist eine akademische Idee bei der man den Wirkungsgrad fossiler Heizungen/Stromerzeugung dadurch erhöht, dass man Minikraftwerke in die Keller stellt und die Abwärme für die Heizung nutzt.
In der Realität sind Strombedarf und Heizungsbedarf nicht zeitlich deckungsgleich so dass man entweder nützlichen Strom produziert und die Wärme zum Schornstein hinausbläst, oder man stellt einen wertlosen Zufallsstrom gem. des Heizbedarfs her. Des weiteren sind die Brennstoffkosten und die Wartungskosten der Mini BKW ein Vielfaches höher als bei Grosskraftwerken. Insofern funktioniert die Kraft-Wärme Kopplung analog anderer ökologischer Visionen nur mit extremen Subventionen.

Das die Telekom in diesen Bereich strebt nachdem die Umsätze im Telefonverkehr sinken ist konsequent. Die Telekom hat eine erhebliche Kompetenz im Umgang mit staatlichen Stellen und Regulierungen. Für die Gesellschaft die die Kosten tragen muss ist dies sicherlich kein Gewinn.

Vandale

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