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01.05.2013

14:47 Uhr

BMC im Visier von Finanzinvestoren

SAP-Konkurrent wird geschluckt

In den USA zeichnet sich eine Milliardenübernahme ab. Investoren um Bain Capital wollen BMC Software kaufen. Software-Riese SAP wird die Entwicklung genau beobachten, weil ein finanzstarker Konkurrent entstehen könnte.

SAP-Hauptversammlung in Mannheim: In den USA könnte ein neuer finanzstarker Konkurrent entstehen. Reuters

SAP-Hauptversammlung in Mannheim: In den USA könnte ein neuer finanzstarker Konkurrent entstehen.

New YorkIn den USA bahnt sich eine weitere Milliardenübernahme eines IT-Unternehmens an. Die Finanzinvestoren Bain Capital und Golden Gate Capital wollen Kreisen zufolge den SAP -Konkurrenten BMC Software für mehr als 6,5 Milliarden Dollar kaufen. Das wäre eine der größten schuldenfinanzierten Firmenübernahmen in diesem Jahr. Das Konsortium habe die besten Aussichten, den Zuschlag zu bekommen, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Sie sind demnach bereit, mehr Geld als die Rivalen KKR, TPG Capital und Thomas Bravo zu zahlen.

Allerdings ist der Verkauf noch lange nicht in trockenen Tüchern. Das Konsortium um KKR könne sein Angebot noch erhöhen. BMC könnte zudem den Verkauf auch ganz absagen, hieß es. Die beteiligten Unternehmen waren für eine Stellungnahme entweder nicht zu erreichen oder äußerten sich nicht.

Die Schwächen von SAP

Schwache Position auf US-Markt

Der US-Markt ist für SAP äußerst wichtig – allerdings hat das Unternehmen hier mit Oracle einen sehr agilen und aggressiven Konkurrenten. Mit dem US-Konzern beharkt sich SAP auch juristisch, in einem Streit um den Diebstahl von Geschäftsdaten fordert dieser saftigen Schadenersatz. Die Übernahme der beiden amerikanischen Cloud-Dienstleister Ariba und SuccessFactors für insgesamt 7,8 Milliarden Dollar soll das US-Geschäft von SAP stärken.

Abhängigkeit von Großkunden

Trotz aller Bemühungen um Mittelständler ist SAP stark von den Großkunden abhängig. Damit leidet das Unternehmen stärker unter Konjunkturschwankungen – im Abschwung schieben die Konzerne große Investitionen lieber auf. SAP will mit alternativen Geschäftsmodellen gegensteuern, etwa Miet-Software (Software as a Service), für die die Kunden monatliche Gebühren statt Lizenzen zahlen.

Wechselkursrisiken

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben Wechselkurseffekte den Gewinn niedriger ausfallen lassen. Die Euro-Stärke gegenüber asiatischen Währungen kostete den Weltmarktführer für Software zur Unternehmenssteuerung beispielsweise 400 Millionen Euro Gewinn.

BMC bietet Software für Geschäftskunden an und konkurriert auch mit Oracle, CA und Compuware. Das Unternehmen wird seit vergangenem Jahr von dem Hedgefonds Elliott Associates gedrängt, sich selbst zum Verkauf zu stellen. Der Fonds wirft BMC vor, den Markt für Internet-Software zu vernachlässigen, der bisher von Unternehmen wie Salesforce.com dominiert wird. Zuletzt haben die weltweit größten Softwarekonzerne ihre Investitionen in diesem Bereich deutlich ausgeweitet.

Die gute Lage am Anleihemarkt hat die Lust der Investoren an fremdfinanzierten Übernahmen deutlich gesteigert. Zunehmend geraten auch größere Unternehmen ins Visier der Käufer. So beteiligt sich der Finanzinvestor Silver Lake Partners an der 24,4 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Computerherstellers Dell durch den Firmengründer. Michael Dell will seine Firma von der Börse nehmen und dann ohne den Druck des Kapitalmarktes sanieren.

Von

rtr

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