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20.08.2013

07:53 Uhr

Börsengang

Alibaba-Gründer wollen sich selbst bevorzugen

Mit Spannung wird der milliardenschwere Börsengang des Internet-Riesen Alibaba erwartet. Insidern zufolge möchten die Gründer beim Börsengang private Anleger außen vor lassen. Doch die Börsenaufsicht hat das letzte Wort.

Der Börsengang des Internet-Suchgiganten soll 15 Milliarden Dollar schwer werden. Reuters

Der Börsengang des Internet-Suchgiganten soll 15 Milliarden Dollar schwer werden.

BerlinDie Gründer des chinesischen Internet-Riesen Alibaba setzen offenbar alles daran, nach dem mit Spannung erwarteten Börsengang die Zügel weiterhin in der Hand zu halten. Derzeit würden Gespräche mit der Hongkonger Börse geführt, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Es wird erwartet, dass Alibaba dort bis zum Jahresende seine mehr als 15 Milliarden Dollar schwere Neuemission durchzieht. Allerdings gilt die Hongkonger Börse als Gegner von sogenannten dualen Notierungen, bei denen im Allgemeinen die Firmengründer und das Management über die individuellen Anleger gestellt werden. Solche Strukturen müssten zudem von der zuständigen Börsenaufsicht genehmigt werden, die ein entsprechendes Anliegen bereits im Falle des Fußball-Clubs Manchester United abgelehnt hatte. Dieser ging dann letztlich in New York an die Börse.

Yahoo - Einmal Star und zurück

Ein Katalog fürs Internet

Als immer mehr Menschen online gingen, sorgt Yahoo für Orientierung: Das Unternehmen, 1994 von den Stanford-Doktoranden Jerry Yang und David Filo gegründet, führte in seinen Anfangsjahren einen Katalog mit interessanten Webseiten. Die Einträge erstellten zunächst nicht Suchroboter, wie es heute üblich ist, sondern Menschen. Um die Suche baute Yahoo bald ein Portal mit weiteren Diensten auf.

Profiteur des Dotcom-Booms

Bereits 1996, zwei Jahre nach der Gründung, ging Yahoo an die Börse. In den folgenden Jahren gehörte die Firma zu den Lieblingen der Anleger, der Aktienkurs stieg auf dem Höhepunkt des Dotcom-Booms auf den Höchstkurs von 119 Dollar. Als die Blase platzte, brachen jedoch auch die Werbeeinahmen ein – und der Kurs stürzte auf gut 8 Dollar ab.

Zu zweit gegen Google

Allein kamen Yahoo und Microsoft nicht gegen den Suchmaschinen-Riesen Google an – also taten sie sich 2009 zusammen. Seitdem nutzt Yahoo etwa die Suchmaschinen-Technologie von Microsoft („Bing“). Die Werbeumsätze teilen sich die Unternehmen. Echte Konkurrenz machen die beiden dem Primus aber auch gemeinsam nicht. Zuvor hatte Microsoft versucht, Yahoo komplett zu übernehmen, allerdings vergeblich.

Profitables Engagement in China

2005 beteiligte sich Yahoo am chinesischen Web-Portal Alibaba. Von dieser Partnerschaft profitiert das US-Unternehmen bis heute: Mit dem Verkauf von Anteilen nahm es 2012 4,3 Milliarden Dollar ein. Sollte Alibaba wie erwartet an die Börse gehen, könnte Yahoo weitere Milliarden erlösen.

Konzern ohne Führung

2007 stieg Yahoo-Mitgründer Jerry Yang zum CEO auf. Doch er hatte kein glückliches Händchen und übergab die Geschäfte bereits ein Jahr später an Carol Bartz. Die Saniererin eckte jedoch mit ihrer burschikosen Art so an, dass der Verwaltungsrat sie feuerte. Es folgten drei Kurzzeit- oder Interims-Chefs bis 2012 die langjährigere Google-Managerin Marissa Mayer die Geschäfte übernahm.

Marissa Mayer übernimmt

Es war ein Coup: Im Juli 2012 vermeldete Yahoo, dass die prominente Google-Managerin Marissa Mayer neue Chefin wird. Die wirbelte das Unternehmen in den ersten Monaten kräftig durcheinander, übernahm diverse Startups und sorgte auch sonst für Schlagzeilen. Die Schwäche im Kerngeschäft mit Anzeigen – vor allem Bannern – konnte sie aber nicht abstellen.

Mail, Suche, Nachrichten

Yahoo hat monatlich mehr als 700 Millionen Nutzer. Zu den beliebtesten Angeboten des Konzerns gehören Nachrichten, Suchmaschine und der E-Mail-Dienst. Eine treue Fangemeinde hat auch der Fotodienst Flickr. Zudem übernahm Yahoo 2013 für 1,1 Milliarden Dollar die Blogging-Plattform Tumblr, deren Community rasant wächst.

Altavista, Delicious, Alltheweb

Viele Dienste stellte Yahoo über die Jahre wieder ein, etwa die Suchmaschinen Altavista und Alltheweb. Den Social-Bookmarking-Dienst Delicious verkaufte das Unternehmen 2011 wieder.

Angesichts der Schwierigkeiten äußerte sich ein Hongkonger Banker skeptisch, dass Alibaba am Ende wirklich eine duale Notierung anstrebt. Während diese in den USA recht gebräuchlich sind, hat sie in Hongkong nur der Mischkonzern Swire Pacific inne. Experten zufolge ist deswegen für Alibaba auch eine Notierung an der Wall Street noch nicht vom Tisch. Alibaba wie auch die Hongkonger Börse wollten keine Stellung nehmen. Bisher hat der Konzern noch nicht einmal offiziell bestätigt, dass er aufs Börsen-Parkett will.

Alibaba wurde von Jack Ma und 17 anderen Personen in der ostchinesischen Stadt Hangzhou gegründet. Ma sowie der frühere Finanzchef Joseph Tsai halten rund zehn Prozent an dem Unternehmen. Weitere 24 Prozent gehören Yahoo und 35 Prozent sind in den Händen des japanischen Telekomkonzerns Softbank.

Von

rtr

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