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24.01.2005

09:53 Uhr

Branche ist bereits relativ hoch bewertet

Höhere Nachfrage stützt Software-Aktien

VonJens Koenen

Die Stimmung wird immer besser. Nachdem die großen Anbieter von Firmensoftware gute Zahlen für 2004 gemeldet haben, wächst die Zuversicht auf wieder wachsende IT-Budgets der Unternehmen in diesem Jahr. „Die bestehende Investitionszurückhaltung des Marktes wird zunehmend überwunden“, sagen die Analysten von Independent Research. Tatsächlich lassen die jüngsten Meldungen hoffen.

FRANKFURT/M. Zwar reagierten Investoren enttäuscht, als SAP vor einigen Tagen die vorläufigen Quartalszahlen präsentierte. Doch dies vor allem deshalb, weil die Erwartungen übertrieben hoch waren. Der weltgrößte Anbieter von Unternehmens-Programmen hat nicht nur seine ehrgeizige Prognose eines Umsatzwachstums von zehn Prozent erfüllen können. Was viel wichtiger ist: SAP konnte auch den Lizenzumsatz – also die Erlöse mit neu verkaufter Software – im gesamten Jahr um zehn Prozent steigern. Dieses Neugeschäft zieht eine steigende Nachfrage nach Service und Schulungen nach sich.

Somit sind die Zahlen des Weltmarktführers ein gutes Zeichen. Dies um so mehr, als auch bei Wettbewerbern die Signale auf Wachstum stehen. So konnte die US-Firma Siebel, die auf Kunden-Management-Software spezialisiert ist, im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2004 einen Umsatz von 389 Mill. Dollar einfahren, deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 346 Mill. Dollar. Auch der Softwareriese Oracle, der sich gerade Wettbewerber Peoplesoft einverleibt hat, hatte im November eine wachsende Nachfrage nach FirmenProgrammen gemeldet.

Das Problem: Die sicherlich guten Zahlen betreffen die Vergangenheit. Ob die IT-Budgets der Firmen 2005 tatsächlich deutlich steigen werden, ist daraus kaum abzuleiten. Auf welch wackeligen Beinen die Hoffnung der Softwarebranche steht, zeigt eine aktuelle Umfrage der Marktforscher der Gartner Group unter 1 300 IT-Chefs. Danach werden die Ausgaben für Soft- und Hardware im laufenden Jahr zwar weltweit wachsen, aber nur um den recht bescheidenen Wert von 2,5 Prozent. Damit werden die Investoren auch künftig mit der Unsicherheit über die Entwicklung der Software-Nachfrage leben müssen. Kursausschläge sind programmiert, zumal die Software-Anbieter im Vergleich zu anderen Branchen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut 20 bis 25 bereits ansehnlich bewertet sind.

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