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22.01.2007

10:00 Uhr

Branche profitiert von Umstellung

HP drängt ins Geschäft mit Telefonkonzernen

VonJoachim Hofer

Während die IT-Branche stark von der Entwicklung der Internet-Telefonie profitiert, geraten die klassischen Anbieter unter Druck. Statt der bisher üblichen Endgeräte werden verstärkt Geräte und Software zur Kommunikation über das Internet verkauft. HP hat in diesem Bereich die Nase vorn.

MÜNCHEN. Den etablierten Zulieferern der Telekommunikationskonzerne macht schwer zu schaffen, dass immer mehr Menschen über das Internet telefonieren. Sie verlieren Milliarden-Umsätze, weil die neuen, auf dem Internet aufgebauten Netze deutlich weniger als die traditionellen Anlagen kosten. Die Computerbranche hingegen freut sich: Die IT-Unternehmen legen zu, da ihre Geräte, die Software und ihre Dienstleistungen jetzt viel öfter von den großen Telefonkonzernen bestellt werden. Zudem nimmt die Zahl der Kunden zu, weil auch branchenfremde Anbieter wie die Kabelkonzerne in das Kommunikationsgeschäft einsteigen.

„Wir wachsen auf diesem Feld in Deutschland um mehr als zehn Prozent“, sagt Stephan Büchel, der Verkaufschef für diesen Bereich von Hewlett-Packard (HP) in Deutschland. Zum Vergleich: Insgesamt konnte HP im abgelaufenen Geschäftsjahr in Deutschland nur um fünf Prozent zulegen. Der größte Computerhersteller der Welt hat eine eigene Sparte geschaffen, um die Telekomindustrie zu bedienen.

Über Jahrezehnte haben Firmen wie Siemens, Ericsson oder Lucent das Geschäft mit den Telefonkonzernen dominiert. Jetzt vermischen sich IT und Telefonie aber immer stärker. Die Folge ist ein Preisverfall. Dass die neuen Internet-basierten Telefonnetze billiger sind als die alte Technologie, hat seinen Grund: Die dafür nötigen Rechner bestehen aus Standard-Bauteilen, die günstig zu haben sind. Das gilt auch für Teile der Software. Früher hatte jeder Telekom-Zulieferer seine eigenen Entwicklungen. Das war aufwendig und teuer.

Die Marktforscher von Gartner gehen davon aus, dass die Telefonanbieter in den nächsten Jahren viel Geld in die Hand nehmen werden, zum Beispiel um Filme aufs Handy zu bringen oder um neue Dienstleistungen zu entwickeln. „So wollen die Konzerne die Umsatzverluste ausgleichen, die sie in ihrem angestammten Telefongeschäft haben“, urteilt Gartner in einer aktuellen Studie.

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