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23.01.2009

07:30 Uhr

Branchenausblick

Sony und Samsung – die traurigen Elektrogiganten

Es sind historische Zeiten für die Elektroindustrie - nur leider keine schönen. Nachdem bereits der einstige Platzhirsch Sony erstmals seit 14 Jahren rote Zahlen erwartet, schlägt die Wirtschaftskrise nun auch beim bis dato erfolgreichen Newcomer Samsung ein. Die Elektrobranche, Asiens großes Aushängeschild, steckt tief in der Krise.

Wände aus Bildschirmen von Samsung auf der Messe CES in Las Vegas. Foto: Reuters Reuters

Wände aus Bildschirmen von Samsung auf der Messe CES in Las Vegas. Foto: Reuters

HB SEOUL. Der führende südkoreanische Elektronikhersteller Samsung Electronics hat erstmals in seiner Firmengeschichte einen Quartalsverlust verbucht. In den Monaten Oktober bis Dezember fiel ein Defizit von 20 Milliarden Won (etwa 11,3 Millionen Euro) an, wie der weltweit größte Produzent von Speicherchips und Flachbildschirm- Fernsehgeräten (LCD) mitteilte.

Der Konzern führte das schlechte Ergebnis auf den Preisverfall bei Speicherchips und die sinkende Nachfrage nach Elektronikgütern als Folge der globalen Wirtschaftskrise zurück. Ein Jahr zuvor verzeichnete Samsung noch einen Überschuss von 2,21 Billionen Won. Im Gesamtjahr 2008 fiel der Reingewinn auf knapp 5,5 Billionen Won von 7,4 Billionen Won im Jahr davor.

Und Samsung ist nicht allein. Auch der der Elektronikhersteller Sony erwartet im bis Ende März laufenden Geschäftsjahr erstmals seit 14 Jahren rote Zahlen. Sony kündigte in Tokio einen Verlust von etwa 150 Milliarden Yen (1,3 Milliarden Euro) an, verglichen mit einem Gewinn von 369,4 Milliarden Yen noch im Jahr 2007. Sony-Chef Howard Stringer versprach, er werde den Konzern wieder ins Plus bringen - durch Kürzung von Gehältern, Stellenabbau und besser im Trend liegende Produkte.

Sony hat bisher nur einmal einen Verlust für ein Geschäftsjahr ausweisen müssen. Das war 1994/1995 und Ursache waren einmalige Verluste aus dem Einstieg ins Filmgeschäft. Im Dezember hatte das Unternehmen den Abbau 8.000 seiner weltweit 185.000 Arbeitsplätze angekündigt. Außerdem sollten 8.000 Zeitarbeiter nicht weiter beschäftigt werden.

Bei Vorlage der neuen Voraussage kündigte Stringer die Streichung weiterer 1 000 Zeitarbeitsplätze an. Er und Präsident Ryoji Chubachi wollten auf ihren Bonus und damit die Hälfte ihres Jahreseinkommens verzichten, für weitere Manager würden die Gehälter gekürzt.

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