Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.01.2009

15:18 Uhr

Branchenblick

Konsumelektronik: Weiter wachsen, komme was da wolle

VonAxel Postinett

Viele Branchen ächzen unter der Last der Finanzkrise. Die Konsumelektonikindustrie noch nicht, diese will auch 2009 weiter wachsen. Einen großen Pferdefuß gibt es allerdings. Ausgerechnet die Bric-Staaten sollen den Karren aus dem Dreck ziehen.

Ein Mann geht an einem 70-Zoll-Fernseher von Samsung auf der CES vorbei. Foto: Reuters Reuters

Ein Mann geht an einem 70-Zoll-Fernseher von Samsung auf der CES vorbei. Foto: Reuters

LAS VEGAS. Unter den Blinden ist der Einäugige König: Die Konsumelektronikbranche wird sich 2009 voraussichtlich mit einem globalen Wachstum von gut 4,3 Prozent auf umgerechnet 724 Mrd. Dollar noch einmal von anderen Branchen wie Automobilindustrie abkoppeln können, die im laufenden Jahr angesichts der globalen Wirtschaftskrise schrumpfen dürften. Davon geht der amerikanische Branchenverband CEA in seiner aktuellen Vorhersage aus. Die Prognose ist allerdings mit einem erheblichen Maß an Unsicherheit verbunden. Denn vor allem die sogenannten Bric-Staaten, darunter China mit dem größten Anteil, sollen den Karren diesmal aus dem Dreck ziehen. Für die Industrieländer sieht es dagegen nicht so gut aus.

Nach einem weltweit starken Jahr mit einem Plus von 13,7 Prozent auf 694 Mrd. Dollar werden 2009 die Wirtschaftskrise, Preisdruck und gesättigte Märkte ihren Tribut fordern, so CEA-Analyst Tim Herbert. Südamerika und Osteuropa werden dabei noch die höchsten Wachstumsraten aufweisen, China und Indien dürften dagegen an Fahrt verlieren. Noch im Juli 2008 war die CEA davon ausgegangen, dass China 2009 in Dollar gerechnet rund 15 Prozent des gesamten Weltmarktes bestreiten wird, jetzt liegt die Schätzung nur noch bei elf Prozent.

Der globale Absatz von Mobiltelefonen wird nur noch um 2,1 Prozent auf 1,2 Mrd. Geräte wachsen, in Nordamerika sogar um 5,4 Prozent schrumpfen, in Japan um 5,7 Prozent und in Osteuropa um 5 Prozent. Vor allem auf Afrika mit Plus 20 Prozent konzentrieren sich jetzt die Hoffnungen. Mobiltelefone sind in der infrastrukturschwachen Region mittlerweile aus dem Geschäfts- und Finanzwesen nicht mehr wegzudenken.

Der Markt für TV-Geräte – wichtigster Einzelmarkt der Branche - wird laut der CEA und GfK-Erwartungen bricht vor allem in den USA kräftig ein auf ein Plus von 6,1 Prozent auf 232 Millionen Geräte, nach einem Rekordwachstum von 27,4 Prozent im Vorjahr. Das Plus an Geräten muss aber keinen Umsatzzuwachs mehr bedeuten. „Das steht auf einem ganz anderen Blatt“, so die CEA. Der Preisverfall liege mittlerweile bei 1 bis 2 Prozent pro Monat, und die Verbraucher konzentrierten sich derzeit auch wieder auf kleinere Bildschirmgrößen, also billigere Geräte. Für Westeuropa, den zweitgrößten Markt für Flach-TV-Geräte in Stückzahlen, wird sogar ein Minus von 2,6 Prozent erwartet.

Absoluter Lichtblick: Laptop-PC. Getrieben vom ungebrochenen Boom bei kleinen Netbooks werden zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und Stückzahlen erwartet. Auch der Absatz vom Blu-Ray-Videoplayern soll endlich anziehen: Die CEA erwartet eine Verdopplung bei Umsatz und Stückzahlen. In den USA werde der Umastz mit Blu-Ray 2009 erstmals den Umsatz mit DVD-Geräten überholen. Das allerdings ist auch durch einen massiven Preisverfall der DVD-Geräte bedingt und nicht nur durch steigendes Interesse der Konsumenten an dem Sieger des Formatstreits.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×