Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.11.2014

11:02 Uhr

Briten stocken Sky-Anteil auf

BSkyB kauft weiter deutsche Aktien

89,71 Prozent hält BSkyB nach jüngsten Aktienzukäufen nun an seinem Schwesternsender Sky Deutschland. Skys Tage im Nebenwerteindex MDax könnten damit gezählt sein. Die Zukäufe sind Teil eines Umstrukturierungsplans.

Der britische Sender BSkyB hat seine Anteile am Schwesternsender Sky Deutschland noch einmal aufgestockt. dpa

Der britische Sender BSkyB hat seine Anteile am Schwesternsender Sky Deutschland noch einmal aufgestockt.

MünchenDer britische Pay-TV-Anbieter BSkyB hat seinen Anteil am bisherigen Schwestersender Sky Deutschland nochmals ausgebaut. BSkyB kaufte nach Ablauf seines Übernahmeangebots weitere Aktien an der Börse hinzu und kommt nun auf eine Beteiligung von 89,71 Prozent, wie beide Unternehmen am Mittwochabend mitteilten. Zuletzt waren es 87,45 Prozent.

Damit könnten die Tage von Sky im Nebenwerteindex MDax gezählt sein. Nach den Regeln der Deutschen Börse müssen Unternehmen für die Indexmitgliedschaft Mindestwerte bei Streubesitz, bei dessen Marktkapitalisierung und beim Börsenumsatz erreichen. Regulär entscheidet die Börse erst im März wieder über die Zusammensetzung des MDax.

In Ausnahmefällen sind aber auch eine vorzeitige Änderungen möglich. Ab einer Schwelle von 95 Prozent könnte BSkyB die restlichen Aktionäre nach deutschem Aktienrecht sogar mit einer Zwangsabfindung herausdrängen.

Der Medienmagnat Rupert Murdoch bündelt seine Bezahlsender in Deutschland, Großbritannien und Italien zu einer schlagkräftigen Einheit. Dafür verschob Murdoch den 57-prozentigen Sky-Deutschland-Anteil seiner Konzernholding 21st Century Fox zu seinem britischen Ableger BSkyB. Im Zuge dessen war BSkyB nach deutschem Recht verpflichtet, den übrigen Aktionären ein Angebot zu machen.

Das Imperium des Rupert Murdoch

Geerbtes Unternehmen

Rupert Murdoch kam 1931 in Australien zur Welt. Das Unternehmertum liegt in der Familie: Sein Vater kaufte sich in die Zeitungskette News Limited ein, Sohn Rupert erbte sie 1952 – und baute sie zu einem Medienimperium aus, zu dem heute neben den Zeitungen in aller Herren Länder auch der Buchverlag Harper Collins, Internetbeteiligungen, Fernsehsender und mit „20th Century Fox“ ein legendäres Hollywood-Studio gehören.

Von der „Sun“ bis zum „Wall Street Journal“

Begonnen hat alles mit der Zeitung „The News“ aus dem australischen Adelaide, die der damals Anfang 20-jährige Rupert von seinem Vater übernahm. Später verleibte sich Murdoch in Großbritannien die renommierte Londoner „Times“ ein, außerdem das Massenblatt „Sun“. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ stampfte Murdoch nach einem Abhörskandal kurzerhand ein. Im Jahr 2007 landete Murdoch einen seiner größten Coups, indem er den US-Konzern Dow Jones übernahm, den Herausgeber Wirtschaftsblatts „Wall Street Journal“.

Fox-Fernsehsender

Flaggschiff des Konglomerats sind die amerikanischen Fox-Fernsehsender, die wegen ihrer konservativen Ausrichtung berühmt-berüchtigt sind. Hier ist aber auch die Heimat der Kultsendung „Die Simpsons“. Die gelbe Zeichentrick-Familie mit Oberhaupt Homer und der guten Seele Marge nimmt in vielen Folgen den Sender und seinen Patriarchen selbst auf die Schippe.

Auch in Deutschland aktiv

Murdoch hält die Mehrheit am Bezahlsender Sky, dem früheren Premiere. Sein Sohn James ist seit 2016 wieder Vorsitzender des Aufsichtsrates beim britischen Mutterkonzern.

Schiffbruch mit MySpace

Murdoch erkannte früh die Chancen des Internet und traute sich als einer der ersten großen Verleger, Geld für Nachrichten im Netz zu verlangen. Mit einem anderen Projekt erlitt er indes Schiffbruch: Das einstmals größte Online-Netzwerk MySpace ist nach dem Siegeszug von Facebook heute nur noch ein Schatten seiner selbst.

Aufspaltung in zwei Bereiche

2013 spaltete Murdoch sein Imperium in zwei Reiche auf: die profitable Filmsparte 21st Century Fox und das schwächelnde Verlagsgeschäft News Corp.

Insgesamt zahlt BSkyB nun nach eigenen Angaben 6,9 Millionen Pfund (8,7 Millionen Euro) für die beiden Gesellschaften in Deutschland und Italien. Davon flossen 4,9 Millionen Pfund (6,2 Millionen Euro) an den BSkyB-Hauptaktionär 21st Century Fox. Sky Italia gehörte bereits vorher vollständig zu Murdochs Imperium.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×