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29.07.2011

13:51 Uhr

Britischer Bezahlsender

BSkyB erzielt Milliardengewinn und behält James Murdoch als Chef

James Murdoch bleibt trotz der abgesagten vollständigen Übernahme von BSkyB durch die News Corporation Chef des Bezahlsenders. BSkyB kann derweil gute Zahlen präsentieren.

James Murdoch, umstrittener Chef von BSkyB Quelle: Reuters

James Murdoch, umstrittener Chef von BSkyB

LondonMitten im Skandal um abgehörte Telefone und bestochene Polizisten hat Rupert Murdochs britischer Fernseh- und Telekommunikationsarm einen Milliardenprofit verkündet. Vielleicht noch wichtiger: Murdoch-Sohn James (38) hat grünes Licht von Vorständen und Aufsichtsräten der Senderkette BSkyB erhalten und darf als Vorsitzender des Verwaltungsrates weitermachen. Damit hat der umstrittene Medienmanager den Skandal zumindest persönlich erst einmal schadlos überstanden.

BSkyB hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/2011 einen operativen Gewinn von 1,073 Milliarden Pfund (1,23 Mrd Euro) verbucht. Dies waren vier Prozent weniger als im Vorjahr, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Damals hatten aber positive Einmaleffekte in Höhe von mehr als 400 Millionen Pfund zu Buche geschlagen. Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 6,6 Milliarden Pfund. „Wir haben Wachstumsmöglichkeiten in allen Bereichen“, sagte Vorstandschef Jeremy Darroch zu den Zukunftsaussichten.

BSkyB, wozu Bezahlsender wie Sky Sport und frei empfangbare Kanälen wie Sky News sowie Breitband- und Telefonangebote gehören, gewann im vergangenen Jahr 426.000 Neukunden und zählt jetzt 10,3 Millionen Kunden. Ein Viertel davon bezahlen sowohl für Fernsehen als auch für Breitband- und Telefonangebote. „Das ist der Heilige Gral. Das ist es, was alle wollen“, sagte der BBC-Medienexperte Steve Hewlett. BSkyB gehören auch 49,9 Prozent des deutschen Bezahlsenders Sky Deutschland.

Das Unternehmen gehört zu 39 Prozent dem News-Corp-Konzern des umstrittenen australischen Medienzaren Rupert Murdoch. Einen Versuch, auch die restlichen Anteile zum Preis von rund acht Milliarden Pfund übernehmen, hat Murdoch zunächst fallen lassen, nachdem er wegen des Abhörskandals bei seiner britischen Zeitung „News of the World“ in die Negativ-Schlagzeilen geraten war.

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