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29.11.2016

13:17 Uhr

BT Group

Zoff im Kabelnetz

VonKerstin Leitel

Der britische Telekommunikationskonzern BT Group hat Ärger mit der Aufsicht – der Streit schwelt schon länger. Doch jetzt will die britische Telekommunikationsaufsicht die Zügel anziehen.

Genauso wie die Deutsche Telekom muss die BT Group ihr Netz Konkurrenten zur Verfügung stellen. Das tut sie auch – aber für Kritik sorgt, unter welchen Bedingungen das geschieht. AFP; Files; Francois Guillot

BT Group

Genauso wie die Deutsche Telekom muss die BT Group ihr Netz Konkurrenten zur Verfügung stellen. Das tut sie auch – aber für Kritik sorgt, unter welchen Bedingungen das geschieht.

LondonKeine Hacker, sondern die britische Telekommunikationsaufsicht dürfte dem Chef des BT-Konzerns, Gavin Patterson, derzeit Kopfschmerzen bereiten. Denn die Behörde fordert, dass das Unternehmen sein Breitbandgeschäft namens Openreach in eine rechtlich eigenständige Tochter ausgliedert. Der Streit zwischen den beiden Parteien schwelt bereits seit längerem – doch nun will die Behörde die Zügel anziehen.

Im Sommer hatte Ofcom Vorschläge unterbreitet, um wettbewerbsrechtliche Bedenken zu klären. BT habe daraufhin reagiert, doch gingen diese Vorschläge nicht weit genug, teilte Ofcom mit. Deshalb will sie nun die Europäische Kommission einschalten. Das Ziel einer unabhängigeren Openreach, von der alle Provider und nicht nur BT profitiere, sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer besseren Versorgung mit Breitband und Telefondienstleistungen in Großbritannien.

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Genauso wie die Deutsche Telekom muss die BT Group ihr Netz Konkurrenten zur Verfügung stellen. Das tut sie auch – aber für Kritik sorgt, unter welchen Bedingungen das geschieht. Wettbewerber haben sich über das Unternehmen beschwert. Und nicht nur die: Im Sommer hatte Ofcom eine Befragung über Openreach durchgeführt, an der rund 94.000 Briten teilnahmen. Das Ergebnis: Viele klagten über langsame Verbindungen, mangelnde Verfügbarkeit von Glasfaserbreitbandverbindungen und schlechten Service. Nicht nur von BT-Kunden, auch von denen anderer britischer Telekom-Anbieter wie Sky, TalkTalk und Virgin Media gingen Beschwerden ein, wie die Behörde mitteilte, doch besonders häufig hätten BT-Kunden geklagt.

Deswegen will die Aufsicht nun Maßnahmen ergreifen. Die Forderung: Das nationale Breitbandgeschäft soll in eine rechtlich eigenständige Gesellschaft unter dem Dach von BT ausgegliedert werden. Letztlich soll dadurch die Versorgung der Bevölkerung mit Telekommunikationsdiensten verbessert werden. Deutschen Internetnutzern dürfte der Vorstoß der Behörde nichts nutzen: Es geht allein um das britische Netz.

Die größten Mobilfunker der Welt

Platz 1

China Mobile

Umsatz: 92,3 Milliarden Euro
Mobilfunkverbindungen: 790,6 Millionen

Platz 2

Vodafone Group (Großbritannien)

Umsatz: 58,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 435,9 Millionen

Platz 5

América Móvil Group (Mexiko)

Umsatz: 35,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 266,9 Millionen

Platz 6

Telefónica Group (Spanien)

Umsatz: 42,0 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 249,4 Millionen

Platz 3

China Unicorn

Umsatz: 29,9 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 295,0 Millionen

Platz 6

Verizon Wireless (USA)

Mobilfunkverbindungen: 114,5 Millionen (+ 5 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 65 Milliarden Dollar (+ 7 Prozent)

Platz 7

VimpelCom Group (Niederlande)

Umsatz: 15,8 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 218,2 Millionen

Platz 8

Orange Group (Frankreich)

Umsatz: 22,4 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 184,6 Millionen

Platz 9

Bharti Airtel Group (Indien)

Mobilfunkverbindungen: 259,8 Millionen (+ 7 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 12,6 Milliarden Dollar (+ 6 Prozent)

Platz 10

AT&T Mobility (USA)

Mobilfunkverbindungen: 107,3 Millionen (+ 3 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 59,7 Milliarden Dollar (+ 4 Prozent)

Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom landet auf Platz 12 mit 111 Millionen Kunden und einem Mobilfunkumsatz in Höhe von 33,37 Milliarden Dollar (minus drei Prozent).

BT wehrt sich. Man werde mit Ofcom weiter zusammenarbeiten, betonte ein Unternehmenssprecher, doch habe man bereits „faire und nachhaltige Vorschläge“ unterbreitet. Erst vor wenigen Tagen hatte BT den ehemaligen Ofcom-Manager Mike McTighe zum Vorsitzenden von Openreach ernannt, was in London als Signal der Zusammenarbeit mit der Behörde verstanden worden war. Doch diese Schritte gehen der Ofcom nicht weit genug: Ja, man habe Fortschritte gemacht, hieß es im Statement der Behörde, aber „das reicht nicht“.

Nachdem der Streit zwischen den beiden Parteien bereits vor Jahren begonnen hatte, hatte die Aufsicht zwischenzeitlich sogar eine komplette Abspaltung der BT-Netzsparte ins Spiel gebracht. Dieser harter Einschnitt könnte weitreichende Folgen haben. Aktuell befürwortet die Behörde deshalb die Abspaltung in eine rechtlich unabhängige Geschäftseinheit, die unter dem Dach des Konzerns bleibt. Die andere Option, eine komplette Abspaltung, bleibe jedoch eine Möglichkeit, drohte die Behörde.

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