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20.08.2014

12:35 Uhr

Büchner contra Ressortleiter

Machtkampf beim „Spiegel“ eskaliert

Unruhige Zeiten bei Deutschlands größtem Nachrichtenmagazin: „Spiegel“-Chefredakteur Büchner will offenbar seine Ressortleiter absägen. Die hatten sich zuletzt gegen ihn gestellt. Nun müssen die Mitarbeiter entscheiden.

Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“: In der Redaktionsspitze tobt ein Machtkampf. dpa

Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“: In der Redaktionsspitze tobt ein Machtkampf.

DüsseldorfBeim Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ eskaliert offenbar der Machtkampf an der Redaktionsspitze. Chefredakteur Wolfgang Büchner will nach Informationen der „Berliner Zeitung“ neue Ressortleiter. Alle Posten sollen neu ausgeschrieben werden, berichtete die Zeitung am Mittwoch.

Dies hätten Büchner und Verlagsgeschäftsführer Ove Saffe am Dienstag der mächtigen Mitarbeiter KG mitgeteilt. Die künftigen Ressortleiter sollen sowohl für das gedruckte Magazin als auch für die Online-Ausgabe zuständig sein, heißt es in dem Bericht.

Die Mitarbeiter KG muss der Ausschreibung zustimmen. Nach Angaben der „Berliner Zeitung“ wollen sich die fünf KG-Geschäftsführer bereits am Mittwoch beraten. Eine Entscheidung ist nach Informationen des Handelsblatts am Mittwoch aber unwahrscheinlich. Die Geschäftsführer stehen vor einem Dilemma: Stimmen sie der Neuausschreibung der Ressortleiter-Posten zu, würde das für großen Unmut in der Redaktion sorgen. Der Gedanke an Streik liege in der Luft, schreibt das Blatt weiter. Verweigern die Geschäftsführer die Zustimmung, stünden sowohl Büchner als auch Saffe wohl vor dem Abgang beim „Spiegel“.

Die größten deutschen Medienkonzerne (Umsatz 2013)

Platz 10 – Funke Mediengruppe

Umsatz: 1,2 Milliarden Euro*

Platz 9 – Verlagsgruppe Weltbild

Umsatz: 1,59 Milliarden Euro*

Platz 8 – Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck

Umsatz: 1,88 Milliarden Euro*

Platz 7 – ZDF

Umsatz: 2,01 Milliarden Euro

Platz 6 – Bauer Media Group

Umsatz: 2,4 Milliarden Euro

Platz 5 – Hubert Burda Media

Umsatz: 2,45 Milliarden Euro*

Platz 4 – ProSieben Sat.1

Umsatz: 2,61 Milliarden Euro

Platz 3 – Axel Springer

Umsatz: 2,8 Milliarden Euro

Platz 2 – ARD

Umsatz: 6,28 Milliarden Euro

Platz 1 – Bertelsmann

Umsatz: 16,36 Milliarden Euro

Quelle

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

*Für diese Konzerne lagen die Umsatzzahlen von 2013 bei der Publikation im Mai noch nicht vor. In diesen Fällen wurden die zuletzt veröffentlichten Umsatzzahlen als Grundlage genommen.

Der ehemalige DPA-Chefredakteur Büchner war im vergangenen Jahr auf Vorschlag Saffes zum Nachrichtenmagazin gekommen. Dem vorausgegangen war ein Streit zwischen dem vorherigen Führungsduo Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron.

Doch Büchner eckte gleich mit seiner ersten Personalie an, indem er den stellvertretenden „Bild“-Chef Nikolaus Blome zum „Spiegel“ holte. Zuletzt sollen sich einige Ressortleiter bei Saffe über Büchner beschwert haben. Jetzt will dieser offenbar zurückschlagen.

Kommentare (8)

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Herr Johnny Ringo

20.08.2014, 12:59 Uhr

Wenn ich BLÖD lesen will dann lese ich nicht BLÖD 2.0.

Herr Peter Hubich

20.08.2014, 13:01 Uhr

Der Spiegel war dereinst tatsächlich eines der wenigen Blätter, die investigativen Journalismus lieferten. jetzt ist der Spiegel nur noch ein Abklatsch der Bildzeitung. So ein Blatt zu kaufen, ist Geldverschwendung.

Herr J.-Fr. Pella

20.08.2014, 13:01 Uhr

Nachdem Mitarbeite raus den Verlagen Springer, Burda und Stern beim Spiegel mitmischen, ist nichts mehr wie es mal war.
Schade um die korrekten Mitarbeiter.

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