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31.10.2013

19:21 Uhr

Buhrow spricht Machtwort

BVB-Fans wieder in „Lokalzeit“-Vorspann

Viele Fans von Borussia Dortmund sind sauer auf den WDR. Denn ihre Südtribüne wurde aus dem Vorspann einer Lokalsendung herausgeschnitten. Jetzt entscheidet Intendant Tom Buhrow: Die „BVB-Wand“ wird wieder eingebaut.

Südtribüne im Signal-Iduna-Park in Dortmund. Die Fans aus dem Vorspann zu schneiden sollten ein Zeichen gegen Hooligans sein. dpa

Südtribüne im Signal-Iduna-Park in Dortmund. Die Fans aus dem Vorspann zu schneiden sollten ein Zeichen gegen Hooligans sein.

Köln/DortmundWDR-Intendant Tom Buhrow hat den Fußballfans von Borussia Dortmund mit einem Machtwort weitere TV-Präsenz gesichert. Er korrigierte am Donnerstag die Entscheidung des örtlichen WDR-Studios, die BVB-Fans nicht mehr im Vorspann der Sendung „Lokalzeit aus Dortmund“ zu zeigen. Damit sollte nach dem Willen des Studios ein Zeichen gegen die Hooligans gesetzt werden, doch gab es heftigen Protest.

„Es war aber ganz klar nicht unsere Absicht, die Gefühle der Dortmunder in irgendeiner Weise zu verletzen. Wir wissen, dass die allermeisten Fans friedlich feiern und sich von der Gewalt distanzieren“, betonte Buhrow und versprach, dass die Fan-Kurve im Borussen-Stadion wieder im Vorspann der „Lokalzeit“ zu sehen ist.

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Sonst kritisiert der WDR selbst, gestern Abend war es mal anders herum. Der neue WDR-Intendant Tom Buhrow stellte sich der Kritik seiner Zuhörer und Zuschauer – öffentlich. Es ging um die Daseinsberechtigung des Senders.

Die Macher der Sendung hatten am Dienstag eine etwa zweisekündige Einstellung der Südtribüne des BVB-Stadions mit ihren 25 000 Stehplätzen aus dem Vorspann herausgeschnitten. Ziel war es, nach Ausschreitungen am vergangenen Wochenende eine Diskussion über Fangewalt anzustoßen. Die friedlichen Fans sollten sich von den Gewalttätern distanzieren: „Keine BVB-Wand mehr im Vorspann, bis sich die großen Fan-Gruppen deutlich von diesen Krawallmachern distanzieren“, betonte Studioleiter Gerals Baars.

Viele Zuschauer, deren Meinung der WDR ebenfalls dokumentierte, äußerten sich ablehnend und empört. „Als Gebührenzahler finde ich es traurig [...], dass hier vorschnell 25 000 Menschen in die Sippenhaft genommen werden und pauschal "diskriminiert" und implizit in die Nähe von Gewalttätern gerückt werden“, heißt es in einem Kommentar. Zuvor hatte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp von Populismus gesprochen.

„Über all das habe ich heute auch mit BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gesprochen“, teilte Intendant Buhrow schließlich mit. „Ihm liegt es ebenso wie uns am Herzen, dass der Fußball und mit ihm alle friedlichen Fans nicht durch einzelne gewaltbereite Gruppen beschädigt werden.“ Buhrow versicherte: „Der WDR wird die Fans von Borussia Dortmund kurzfristig wieder im Vorspann der Lokalzeit Dortmund zeigen.“

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