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03.11.2014

09:51 Uhr

Bundesliga-Bezahlsender

Sky schreibt erstmals Gewinn – und dämpft die Erwartungen

Der Bezahlsender Sky schreibt zwar seit sieben Jahren erstmals wieder schwarze Zahlen, der Chef selbst warnt jedoch vor Euphorie. Angesichts der Pannenserie bei der Bundesliga-Übertragung scheint das angebracht.

Sky Deutschland: Der Bezahlsender rechnet mit weiterer Verlustserie. dpa

Sky Deutschland: Der Bezahlsender rechnet mit weiterer Verlustserie.

MünchenDank stetig wachsender Abonnentenzahlen hat Sky Deutschland erstmals seit sieben Jahren wieder schwarzen Zahlen geschrieben. Trotzdem dämpft der Bezahlsender die Erwartungen. „Wir werden sehr wahrscheinlich eine Anzahl von Quartalen mit negativem Nettoergebnis haben, bevor wir dauerhafte Gewinne schreiben“, sagte Vorstandschef Brian Sullivan am Montag in einer Telefonkonferenz.

Der Bezahlsender erzielte im Sommerquartal einen Überschuss von 12,3 Millionen Euro, wie Sky Deutschland am Montag mitteilte. Ein Jahr zuvor war noch ein Verlust von 14,2 Millionen Euro angefallen. Seit sich der Sender vor fünf Jahren von Premiere in Sky Deutschland umbenannte, hatte das Unternehmen noch keine Nettogewinne geschrieben. Letztmals erwirtschaftete der Pay-TV-Sender im Sommer 2007 einen kleinen Überschuss.

Das Imperium des Rupert Murdoch

Geerbtes Unternehmen

Rupert Murdoch kam 1931 in Australien zur Welt. Das Unternehmertum liegt in der Familie: Sein Vater kaufte sich in die Zeitungskette News Limited ein, Sohn Rupert erbte sie 1952 – und baute sie zu einem Medienimperium aus, zu dem heute neben den Zeitungen in aller Herren Länder auch der Buchverlag Harper Collins, Internetbeteiligungen, Fernsehsender und mit „20th Century Fox“ ein legendäres Hollywood-Studio gehören.

Von der „Sun“ bis zum „Wall Street Journal“

Begonnen hat alles mit der Zeitung „The News“ aus dem australischen Adelaide, die der damals Anfang 20-jährige Rupert von seinem Vater übernahm. Später verleibte sich Murdoch in Großbritannien die renommierte Londoner „Times“ ein, außerdem das Massenblatt „Sun“. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ stampfte Murdoch nach einem Abhörskandal kurzerhand ein. Im Jahr 2007 landete Murdoch einen seiner größten Coups, indem er den US-Konzern Dow Jones übernahm, den Herausgeber Wirtschaftsblatts „Wall Street Journal“.

Fox-Fernsehsender

Flaggschiff des Konglomerats sind die amerikanischen Fox-Fernsehsender, die wegen ihrer konservativen Ausrichtung berühmt-berüchtigt sind. Hier ist aber auch die Heimat der Kultsendung „Die Simpsons“. Die gelbe Zeichentrick-Familie mit Oberhaupt Homer und der guten Seele Marge nimmt in vielen Folgen den Sender und seinen Patriarchen selbst auf die Schippe.

Auch in Deutschland aktiv

Murdoch hält die Mehrheit am Bezahlsender Sky, dem früheren Premiere. Sein Sohn James ist seit 2016 wieder Vorsitzender des Aufsichtsrates beim britischen Mutterkonzern.

Schiffbruch mit MySpace

Murdoch erkannte früh die Chancen des Internet und traute sich als einer der ersten großen Verleger, Geld für Nachrichten im Netz zu verlangen. Mit einem anderen Projekt erlitt er indes Schiffbruch: Das einstmals größte Online-Netzwerk MySpace ist nach dem Siegeszug von Facebook heute nur noch ein Schatten seiner selbst.

Aufspaltung in zwei Bereiche

2013 spaltete Murdoch sein Imperium in zwei Reiche auf: die profitable Filmsparte 21st Century Fox und das schwächelnde Verlagsgeschäft News Corp.

Der Sender profitierte zum Auftakt seines neuen Geschäftsjahrs nicht nur von der Fußball-Bundesliga, die Sky als einziger Kanal komplett live zeigt. Das Unternehmen baute auch sein Online-Angebot für Smartphones, Tablet-Computer und PC nochmals aus und erweiterte sein Programmangebot. Damit lockte Sky Deutschland von Juli bis September 96.000 zusätzliche Kunden, so dass die Gesamtzahl der Abonnenten mit direktem Sky-Vertrag auf mehr als 3,9 Millionen stieg. Die Kündigungsquote sank auch deswegen, weil Sky nur noch Zweijahresverträge offen anbietet.

Fraglich ist jedoch, wie lange Sky noch auf die Gunst seiner mobilen Kunden setzen kann – angesichts der zahlreichen Pannen während der laufenden Bundesliga-Saison. Zuletzt war die Plattform ausgerechnet während des Spitzenspiels zwischen Bayern und dem BVB am Samstag ausgefallen, unzählige Zuschauer saßen auf einmal vor einem schwarzen Laptop-Bildschirm.

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