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20.06.2011

16:43 Uhr

Bundesliga

DFL: Kartellamt stimmt TV-Vermarktung zu

Die Bundesliga darf die Medienrechte weiterhin zentral vermarkten. Das Bundeskartellamt stimmt dem zu. Die DFL will die Ausschreibungen Ende des Jahres starten.

Die Bundesliga darf die Medienrechte weiterhin zentral vermarkten Quelle: picture alliance / obs

Die Bundesliga darf die Medienrechte weiterhin zentral vermarkten

HannoverEine nur über das Internet empfangbare Sportschau mit der Fußball-Bundesliga wird nicht am Widerstand des Bundeskartellamts scheitern. Kartellamts-Chef Andreas Mundt signalisierte am Montag Zustimmung zu den
Plänen des Ligaverbands DFL, eine „Internet-Sportschau“ samstags um 19 Uhr als eines von zwei möglichen Übertragungsmodellen von der Saison 2013/14 an auszuschreiben. Im normalen Fernsehen würde die Sportschau mit Ausschnitten aus der Bundesliga ab Sommer 2013 dann erst ab 21.45 Uhr beginnen dürfen. Das zweite Szenario sieht eine Sportschau ab 18.30 Uhr vor, wie sie derzeit in der ARD zu sehen ist. Die Ausschreibung soll Ende 2011 anlaufen.

Vor drei Jahren hatte das Kartellamt noch ein Veto gegen den Vorstoß der Deutschen Fußball Liga (DFL) eingelegt, Höhepunkte von den Bundesliga-Spielen erst am späten Samstagabend zeigen zu wollen. Damals hatte die Behörde festgelegt, dass die Bundesliga vor 20 Uhr für den Rundfunkgebührenzahler zu sehen sein müsse, und damit den Kauf und die Weitervermarktung der TV-Rechte durch die Kirch-Gruppe verhindert.

Mundt sieht die Lage nun anders: „Die Marktermittlungen des Bundeskartellamts haben ergeben, dass eine vergleichbare Vorgabe für die jetzt zu prüfenden Ausschreibungspläne der DFL nicht gerechtfertigt wäre.“ Schließlich könnte das Internet-Fernsehen nach 2013 an Bedeutung noch zunehmen. „Letzten Endes muss der Markt entscheiden, welches Szenario zum Zuge kommt“, betonte der Kartellamtschef.

Der DFL gehe es nicht darum, die Sportschau abzuschaffen, betonte Liga-Präsident Reinhard Rauball. Die DFL suche einen Weg, die Interessen der rund 30 Millionen Fußball-Fans mit den wirtschaftlichen Notwendigkeiten „bestmöglich miteinander zu vereinbaren“. Für die 36 Profi-Vereine sind die Fernseherlöse eine der wichtigsten Einnahmequellen. Mehr als 400 Millionen im Jahr fließen ihnen daraus zu. Der Verband versucht mit dem Internet-Szenario den Konkurrenzkampf um die begehrten Rechte zu vergrößern.

„Der deutsche Fernsehmarkt wird nicht größer. Es geht darum, mit den bestehenden Partnern mehr Geld zu verdienen als bisher“, hatte eine mit den Überlegungen vertraute Person Reuters bereits bei Bekanntwerden der Pläne im Frühjahr gesagt.

Für die Übertragung einer „Internet-Sportschau“ kämen neben den öffentlich-rechtlichen und privaten TV-Sendern etwa auch die Deutsche Telekom oder der Axel Springer Verlag (“Bild“, „Die Welt“) in Frage. Die Telekom überträgt in ihrem Internet-TV schon die Bundesliga-Spiele live. Der Ligaverband muss auch versuchen, sich vom notorisch defizitären Bezahlsender Sky Deutschland unabhängiger machen, der bisher mehr als die Hälfte zum
Erlös aus den Fernsehrechten beisteuert. Für ihn ist die Bundesliga zwar das größte Zugpferd, aber auch der teuerste Ausgabenposten.

Von

rtr

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