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16.01.2004

16:00 Uhr

Business Objects will sich als Marktführer der Analyse-Software etablieren

Bernard Liautaud versucht das Silicon Valley zu erobern

VonRudi Kulzer (Handelsblatt)

Der französische Stanford-Absolvent Bernard Liautaud hat große Pläne. Das von ihm 1990 in Paris gegründete Softwarehaus Business Objects ist seit Dezember vergangenen Jahres an den Umsatzzahlen gemessen der Marktführer unter den Softwarehäusern, die Analysesoftware für Daten bieten.

SAN JOSE. Durch die Übernahme des Konkurrenten Crystal Decisions mit US-Sitz in Palo Alto hat Business Objects eine kritische Masse erreicht, die der ehrgeizige Franzose nun ausbauen will. Business Objects soll sich nicht als Marktführer des eigenen Marktsegments etablieren, sondern auch unter die 15 größten Softwarehäuser weltweit aufsteigen. Der Hauptsitz des Hauses ist in Paris und San Jose.

Für das laufende Kalenderjahr rechnet Liautaud mit einen Umsatz von 800 Mill.$. Business Objects konnte in den vergangenen Jahren seinen Umsatz von 348,9 Mill.$ (2000) auf 454,8 Mill.$ (2002) steigern. In den ersten neun Monaten (30.9) des Geschäftsjahres 2003 erreichte das Unternehmen bei einer Steigerung von 15% einen Umsatz von 376,6 Mill. $ und einen Gewinn von 31,2 Mill.$. Der für 820 Mill.$ übernommen Konkurrent Crystal Decisions verbuchte im letzten Quartal vor der mittlerweile abgeschlossenen Übernahme (3.10) einen Umsatz von 82,3 Mill. $.

Doch das Feld der Anbieter von Business Intelligence (BI), wie die IT-Branche das Segment der Analyse-Software gerne bezeichnet, ist stark umkämpft. Vor allem Cognos mit Stammsitz im kanadischen Ottawa und Hyperion Solutions aus Sunnyvale in Kalifornien wollen dem neuen Zusammenschluss den Platz streitig machen. Dazu kommt erschwerend, dass mit SAP, Oracle, Siebel und Microsoft die Großen der Softwarebranche eigene BI-Programme im Portfolio haben.

Marktbeobachter wie Andy Bitterer von der Metagroup rechnen damit, dass es in einem bisher noch stark fragementierten Markt zu einer Konsolidierung durch weitere Übernahmen und Merger kommen wird. Bitterer sieht für Business Objects gute Chancen, da mit Crystal Decisions ein Rivale übernommen werden konnte, der ein ergänzendes Programmangebot – in diesem Fall das analysierende Berichtswesen (reporting) – mit in die Ehe brachte. Business Objects war bisher eher bei Analyse-Werkzeugen für die Firmenchefs angesiedelt. Zusätzlich könne nun wechselseitige Stärke und Bekanntheitsgrad in den USA und Europa ausgebaut werden.

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