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19.01.2015

21:29 Uhr

„Charlie Hebdo“

30.000 neue Exemplare erwartet

Die Fans des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ dürfen wieder hoffen: Nachdem die 5000 Exemplare am Samstag schnell vergriffen waren, kommt das Heft noch einmal auf den deutschen Markt – in der sechsfachen Menge.

„Charlie Hebdo“ inmitten deutscher Zeitungen: Das Heft soll am kommenden Samstag erneut in Deutschland erscheinen – dieses Mal in deutlich höherer Auflage. dpa

„Charlie Hebdo“ inmitten deutscher Zeitungen: Das Heft soll am kommenden Samstag erneut in Deutschland erscheinen – dieses Mal in deutlich höherer Auflage.

Düsseldorf/ParisDer Versuch, eine Ausgabe des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ am Samstag zu ergattern, endete für viele Menschen enttäuschend: Die 5000 Exemplare, die es in die Buchhandlungen der Bundesrepublik geschafft hatten, waren schnell vergriffen. Doch für Interessierte gibt es noch Hoffnung: Am kommenden Samstag sollen 30.000 neue Exemplare auf den Markt kommen, wie der Vertrieb Saarbach berichtet.

„Wie wir gehofft hatten, bekommen wir tatsächlich Nachlieferungen von Charlie Hebdo für den deutschen Markt“, hieß es von einer Sprecherin. Sie verwies allerdings darauf, dass die Mengensituation immer noch unübersichtlich sei und die Angaben daher nur „voraussichtlich“ sind.

Islamistischer Terror in Europa

Seit dem 11. September 2001

Seit den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 gab es auch in Europa eine Reihe islamistischer Attentate. Manche Pläne konnten gerade noch vereitelt werden. Beispiele:

März 2004

Bei Sprengstoffanschlägen auf Pendlerzüge in Madrid sterben 191 Menschen, etwa 1500 werden verletzt.

2. November 2004

Der Filmregisseur, Publizist und Satiriker Theo van Gogh wird in Amsterdam auf offener Straße ermordet.

Juli 2005

Vier Muslime mit britischem Pass zünden in der Londoner U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen sterben, etwa 700 werden verletzt.

Juli 2006

Im Kölner Hauptbahnhof werden in zwei Zügen Bomben gefunden, die wegen eines technischen Fehlers nicht explodierten. Der „Kofferbomber von Köln“ wird zu lebenslanger Haft erurteilt.

Januar 2010

Gut vier Jahre nach der Veröffentlichung seiner Mohammed-Karikaturen in der Zeitung „Jyllands-Posten“ entkommt der dänische Zeichner Kurt Westergaard nur knapp einem Attentat.

9. März 2010

Selbstmordanschläge auf die Moskauer Metro mit 40 Toten und 84 Verletzten. Der tschetschenische Terrorist Doku Umarow bekennt sich.

Dezember 2010

Bei einem Sprengstoffanschlag in der Stockholmer Fußgängerzone stirbt der Attentäter. Hintergrund war vermutlich der Einsatz schwedischer Soldaten in Afghanistan.

März 2011

Ein Kosovo-Albaner erschießt am Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer.

Januar 2011

Bei einem Selbstmordanschlag auf dem internationalen Moskauer Flughafen Domodedowo sterben mindestens 37 Menschen. Die Ermittler machen Islamisten aus dem Nordkaukasus verantwortlich.

Dezember 2013

Bei Selbstmordanschlägen in der russischen Stadt Wolgograd sterben 34 Menschen im Bahnhof und in einem Bus. Islamisten aus dem Nordkaukasus bekennen sich zu den Attentaten.

Mai 2014

Im Jüdischen Museum in Brüssel erschießt ein französischer Islamist vier Menschen. Kurz darauf wird der Mann festgenommen.

7. Januar 2015

Mordanschlag auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo in Paris. Zwölf Menschen fallen dem Anschlag zum Opfer.

13. November 2015

Bei mehreren Sprengstoffexplosionen im Pariser Stadtgebiet sterben 130 Menschen. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat bekennt sich zu dem Anschlag.

Zwar bietet der französische Verlage seine aktuelle Ausgabe mittlerweile auch digital für iOS- und Android-Systeme sowie Windows Phone an. Trotzdem wollen viele Nutzer lieber eine Originalausgabe in gedruckter Form, wie sich auf Ebay zeigt. In Deutschland liegen die Preise für eine Ausgabe des Satiremagazins derzeit bei bis zu 130 Euro. Ein Verkäufer verlangt gar 850 Euro für sein Exemplar.

Der Zeichner Riss soll Nachfolger des bei dem islamistischen Anschlag in Paris getöteten Chefs der Satirezeitung „Charlie Hebdo“, Charb, werden. Der bei dem Anschlag vom 7. Januar an der rechten Schulter verletzte Riss – mit bürgerlichem Namen Laurent Sourisseau – werde das Krankenhaus am Dienstag verlassen und in der Folge die Leitung der Satire-Zeitung übernehmen, verlautete am Montag aus der Redaktion.

Der 48-jährige Riss war schon seit 2009 „Charlie Hebdo“-Redaktionsdirektor und leitete in dieser Funktion zusammen mit Charb die Satirezeitung. Für die am vergangenen Mittwoch eine Woche nach dem Anschlag erschienene „Charlie Hebdo“-Ausgabe „der Überlebenden“ zeichnete Riss vom Krankenhausbett aus zwei Karikaturen – wegen seiner Verletzung mit der linken Hand. Vor der nächsten Ausgabe will die Redaktion zunächst eine kurze Auszeit nehmen, die Satirezeitung erscheint voraussichtlich am 4. Februar wieder.

Die Redaktion des Satiremagazins, das mit seinen islamkritischen Karikaturen für Aufsehen gesorgt hatte, war Anfang Januar Opfer eines islamistischen Anschlags geworden. Zwölf Personen starben. Am 14. Januar, nur eine Woche nach dem Attentat, erschien das Magazin in millionenfacher Auflage. Auf dem Titel: der Prophet Mohammed. In Frankreich waren alle Exemplare binnen weniger Stunden ausverkauft, in muslimisch geprägten Ländern hingegen löste das Heft Proteste aus.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

19.01.2015, 17:05 Uhr

Der Wert dieses Blattes, speziell dieser Ausgabe, ist nicht hoch genug einzuschätzen.

So bewertet sich die Freiheit gegenüber dem Haß des Islamismus.

Möge sie niemals von dort weit oben jemals auch nur einen Schritt abwärts gehen müssen.

Herr Dr. Michael Klein

19.01.2015, 17:47 Uhr

"Al-Qaida bekennt sich zu Anschlag"

Kann man das glauben?

Alle "Terroristen" und Geiselnehmer tot und ein Ermittler auch – das ist praktisch.
Denn so muss es ja auch keine ordentlichen Ermittlungen, keinen Prozess und keine Beweise geben: Keine Beweise für den Ablauf des Attentats auf Charlie Hebdo am 7. Januar 2015, keine Beweise für die Täterschaft der Kouachi-Brüder, keine Beweise für den Ablauf in dem jüdischen Supermarkt - gar nichts.

Das Drehbuch der Sicherheitskräfte wird nun zur allein gültigen Wahrheit.
Die Lynchjustiz setzte sich durch. Wie sagte doch der französische Innenminister: "Es läuft ein Einsatz, um die Verantwortlichen des feigen Attentats vor zwei Tagen zu neutralisieren"

Falsch Flagge Operation gelungen - Alle tot.

Wie oft haben wir das schon erlebt. Zahlreiche Amokläufe und Terroranschläge der letzten Jahre endeten immer wieder mit dem Tod des oder der Täter(s). Der Vorteil liegt auf der Hand: Die jeweilige Version der Sicherheitsbehörden und der Lügenmedien muss sich keinem Gerichtsverfahren und keinen kritischen Fragen eines Angeklagten oder Anwalts stellen.

Wer mehr über Terror im Namen des Staates erfahren möchte, sollte Bücher des ehemaligen Bundestagsabgeordnete und Bundesminister Andreas von Bülow lesen.

Herr Dr. Michael Klein

19.01.2015, 17:48 Uhr

Zwei "islamistische" Brüder verüben angeblich einen Anschlag, fliehen im Auto, liefern sich eine Schießerei mit der Polizei.

Die Lügenmedien haben ihr Urteil schon gefällt: Die beiden flüchtigen Brüder Sharif, 32, und Said, 34, Kouachi seien "Massenmörder", hieß es am 9.01. in einem Bericht von N24.

Am 7.01. sollen die beiden die Redaktion der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo überfallen und dabei 12 Menschen erschossen haben.

Doch wer da wirklich fliehte und warum, ist überhaupt nicht sicher!

Vom Tatort in der Charlie-Hebdo-Redaktion gibt es keine forensischen Informationen!

Über den gesamten Ort des Geschehens herrscht Stillschweigen: Keine Erkenntnisse, keine Obduktionsberichte der Opfer - nichts!

Über die Tatortarbeit und Spurensicherung dringt nichts nach außen.

Findet sie überhaupt statt?

Wird ein Prozess stattfinden?

Darf man solche Fragen im neuen Mittelalter nach dem 11.9. überhaupt stellen, oder liefert man sich damit ebenfalls dem Lynchmob aus Lügenmedien und Staatsmafia aus?

Wie sagte doch Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve: "Es läuft ein Einsatz, um die Verantwortlichen des feigen Attentats vor zwei Tagen zu neutralisieren" (tagesschau.de, 9.1.2015).

Mit anderen Worten geht es um die Todesstrafe ohne Urteil!

Das beweist, dass die "Sicherheitsbehörden" genau das tun, was sie anderen vorwerfen.

Die einzige Verbindung zwischen dem Anschlag und den beiden Brüdern scheint auch Tage nach der Tat lediglich der Ausweis zu sein, der in einem Fluchtauto angeblich "vergessen" wurde.

Die Toten dürfen ohne Urteil als schuldig gelten. Im Fall der angeblichen Charlie-Hebdo-Killer ist die Sache sogar noch einfacher. Denn auch Angehörige, die sich beschweren könnten, gibt es in diesem Fall nicht. Jedenfalls keine Eltern: Vater und Mutter von Said und Sharif Kouachi sind schon lange tot, die beiden wuchsen in Kinderheimen auf.

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