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16.01.2015

15:20 Uhr

„Charlie Hebdo“

Satireheft nur mit Mini-Auflage in Deutschland

VonLisa Hegemann

Deutlich weniger als 5000 Exemplare des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ werden am Samstag an deutschen Kiosken ausliegen. Doch für Interessenten, die leer ausgehen, gibt es noch Hoffnung.

Ein glücklicher Käufer: In London war der Andrang auf die aktuelle Ausgabe des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ riesig. Ähnliche Bilder werden auch in Deutschland erwartet. Reuters

Ein glücklicher Käufer: In London war der Andrang auf die aktuelle Ausgabe des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ riesig. Ähnliche Bilder werden auch in Deutschland erwartet.

DüsseldorfWer eine aktuelle Ausgabe des französischen Satiremagazin „Charlie Hebdo“ in Deutschland erwerben will, muss schnell sein: Das Heft wird nur in kleiner Menge im Handel erhältlich sein. Deutlich weniger als 5000 Exemplare werden am Samstag in der Bundesrepublik in den Verkauf gehen, hieß es vom Unternehmen Saarbach, das sich auf den Vertrieb ausländischer Zeitungen in Deutschland spezialisiert hat.

Die Zahl sei nur „ein Bruchteil dessen, was wir gerne bekommen hätten“, sagte eine Sprecherin dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Man hoffe aber, dass schnell Nachschub komme. Die Zeitungen werden nach Angaben der Sprecherin über den Großhandel verteilt. Wer sich ein Exemplar sichern will, sollte sich in den Metropolen in großen Bahnhofs- und Flughafenbuchläden umsehen sowie in größeren Buchhandlungen einiger Städte.

Islamistischer Terror in Europa

Seit dem 11. September 2001

Seit den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 gab es auch in Europa eine Reihe islamistischer Attentate. Manche Pläne konnten gerade noch vereitelt werden. Beispiele:

März 2004

Bei Sprengstoffanschlägen auf Pendlerzüge in Madrid sterben 191 Menschen, etwa 1500 werden verletzt.

2. November 2004

Der Filmregisseur, Publizist und Satiriker Theo van Gogh wird in Amsterdam auf offener Straße ermordet.

Juli 2005

Vier Muslime mit britischem Pass zünden in der Londoner U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen sterben, etwa 700 werden verletzt.

Juli 2006

Im Kölner Hauptbahnhof werden in zwei Zügen Bomben gefunden, die wegen eines technischen Fehlers nicht explodierten. Der „Kofferbomber von Köln“ wird zu lebenslanger Haft erurteilt.

Januar 2010

Gut vier Jahre nach der Veröffentlichung seiner Mohammed-Karikaturen in der Zeitung „Jyllands-Posten“ entkommt der dänische Zeichner Kurt Westergaard nur knapp einem Attentat.

9. März 2010

Selbstmordanschläge auf die Moskauer Metro mit 40 Toten und 84 Verletzten. Der tschetschenische Terrorist Doku Umarow bekennt sich.

Dezember 2010

Bei einem Sprengstoffanschlag in der Stockholmer Fußgängerzone stirbt der Attentäter. Hintergrund war vermutlich der Einsatz schwedischer Soldaten in Afghanistan.

März 2011

Ein Kosovo-Albaner erschießt am Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer.

Januar 2011

Bei einem Selbstmordanschlag auf dem internationalen Moskauer Flughafen Domodedowo sterben mindestens 37 Menschen. Die Ermittler machen Islamisten aus dem Nordkaukasus verantwortlich.

Dezember 2013

Bei Selbstmordanschlägen in der russischen Stadt Wolgograd sterben 34 Menschen im Bahnhof und in einem Bus. Islamisten aus dem Nordkaukasus bekennen sich zu den Attentaten.

Mai 2014

Im Jüdischen Museum in Brüssel erschießt ein französischer Islamist vier Menschen. Kurz darauf wird der Mann festgenommen.

7. Januar 2015

Mordanschlag auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo in Paris. Zwölf Menschen fallen dem Anschlag zum Opfer.

13. November 2015

Bei mehreren Sprengstoffexplosionen im Pariser Stadtgebiet sterben 130 Menschen. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat bekennt sich zu dem Anschlag.

In Frankreich war das Heft noch am Erscheinungstag, am Mittwoch, ausverkauft. Auch in London war der Andrang am Freitag riesig. Ähnlich wird es wohl auch in Deutschland aussehen. „Ich gehe davon aus, dass die Menge spätestens bis Montag ausverkauft ist“, so die Sprecherin.

Wer trotzdem leer ausgeht, kann sich das Satiremagazin aber auch digital holen. Erstmals ist die französische Version von „Charlie Hebdo“ auch für iOS, Android und Windows Phone verfügbar, zudem bei iTunes und Google Play.

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