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09.03.2011

11:00 Uhr

Charlie Sheen

Hollywoods gefeuerte Geldmaschine setzt aufs Web

VonNele Hansen

Eine der erfolgreichsten Serien aller Zeiten findet ein jähes Ende: "Two and a Half Men" wird nicht weiter gedreht, weil Hauptdarsteller Charlie Sheen es endgültig zu weit getrieben hat. Doch der bestbezahlte Schauspieler schmollt nach seinem Rausschmiss nicht - sondern macht sein Geld jetzt im Web.

Charlie Sheen nimmt vieles mit Humor. Quelle: Reuters

Charlie Sheen nimmt vieles mit Humor.

DüsseldorfEr droht, seiner Frau den Kopf abzuhacken, beschimpft seinen Produzenten, hat zahlreiche Entzugskuren hinter sich und ist trotzdem der Liebling von Millionen Fernsehzuschauern. Seit 2003 ist Charlie Sheen in der Sitcom "Two and a Half Men" aus den deutschen und amerikanischen Wohnzimmern nicht mehr wegzudenken. Ein Leben im Luxus, zwischen Aufstieg und Absturz zeichnet ihn aus - im Film wie in der Realität. Am Wochenende war er am Ende - dachten alle. Doch erneut gelang Sheen ein Comeback. Um die Geschichte von Charlie Sheen zu verstehen, muss man ein wenig zurückschauen.

Wall Street 1987: Broker Michael als Gordon Gecko erklärt dem jungen Bud Fox alias Charlie Sheen im Film Wallstreet die Börsenwelt, in der es nur um Kohle geht. Eine Welt, in der Gecko das Geld verdienen auf Kosten anderer als ein Spiel betrachtet.

Malibu Beach 2003: Charlie Sheen hat sich als Charlie Harper in der Sitcom "Two and a Half Men" inzwischen vom jungen Broker zum coolen Onkel Charlie für seinen Neffen Jake entwickelt. Er trinkt gerne, führt seinen Neffen in den Umgang mit Frauen ein und genießt sein Luxusleben mit Blick über den Malibu Beach. Zwischendurch beeindruckt er seine Frauen mit ein paar selbst komponierten Liedern am Flügel. Er ist ein Lebemann, muss keine Verantwortung tragen und sich nur mit seinem spießigen Bruder Alan herumschlagen, der nach der Scheidung von seiner Frau bei Charlie eingezogen ist. Und der das komplette Gegenteil von Charlie ist.

2011: Nach Film und Sitcom nun die Realität - Charlie Sheen dreht gerade seinen eigenen Film, frei von jeglicher Moral und Gewissen, frei nach dem Motto: Wie weit kann ich gehen? Nach einer Reihe provokanter Interviews mit Aussagen wie "Ich habe ein 10.000 Jahre altes Hirn und den Rotz eines Siebenjährigen. So würde ich mich beschreiben", oder "Ich bin auf Drogen. Die Droge heißt Charlie Sheen", folgte jetzt der Rausschmiss bei seinem Produzenten Warner Bros.. Nachdem der Sender einige Male ein Auge bei Sheens Drogen- und Alkoholeskapaden zugerückt hatte, brachte Sheen vergangene Woche das Fass zum Überlaufen, indem er seinen Produzenten Chuck Lorre, als "verseuchte kleine Made" bezeichnete und ihm "nichts als Schmerz" wünschte.

Jetzt steht endgültig fest: "Two and a Half Men" wird nicht weiter produziert. Am Montag kündigte die Produktionsfirma Warner Bros. Televison den Vertrag mit dem 45-Jährigen wegen der Eskapaden der vergangenen Wochen. Wie und ob es mit der Show weitergehen wird, ist bislang ungewiss.

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