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16.09.2015

23:01 Uhr

Chat-Dienst Symphony

Das soziale Netzwerk der Wall Street

VonAstrid Dörner

Symphony wurde für den Bedarf der Finanzwelt programmiert, nun ist der Chat-Dienst offiziell gestartet. Er soll zum „unverzichtbaren Instrument für Kommunikation und Workflow“ an der Wall Street werden.

Ein Chat-Dienst, geschaffen für die Finanzwelt rum um den berühmten Bullen an der Wall Street: Symphony. ap

Wall Street

Ein Chat-Dienst, geschaffen für die Finanzwelt rum um den berühmten Bullen an der Wall Street: Symphony.

New YorkFür seine große Mission hat sich Symphony-Chef David Gurle das Beste aus dem Silicon Valley zusammengeklaubt: Ein Chat-Programm im Stile der What’s App. Hashtags und Erwähnungen wie bei Twitter. Ein Karriere-Netzwerk wie bei Linkedin. Beiträge veröffentlichen wie bei Facebook. So sieht die Mischung aus, mit der er Symphony zu einem „unverzichtbaren Instrument für Kommunikation und Workflow“ an der Wall Street machen will.

Seit Dienstag ist der Dienst frei verfügbar. Bereits seit August wird er von Instituten wie Goldman Sachs, JP Morgan und der Deutschen Bank genutzt. Symphony wurde eigens für den Bedarf der Finanzwelt programmiert. Insgesamt 15 Finanzhäuser haben 66 Millionen Dollar bereitgestellt, um die Plattform nach ihren Bedürfnissen zu gestalten: vor Hackerangriffen sicher und regelkonform mit der Compliance-Abteilung. Symphony setzt dabei auf die sogenannte End-to-End-Encryption und auf völlige Kontrolle. Alle Nachrichten können von der Compliance-Abteilung mitgelesen werden. Spezielle Worte werden von Filtern herausgesiebt. Die Bank kann sogar festlegen, welche Mitarbeiter untereinander kommunizieren können und welche nicht.

Der Dienst, der im kalifonischen Palo Alto, im Herzen des Silicon Valley programmiert wird, ist ein Angriff auf die Datenterminals des Finanzdienstleisters Bloomberg. Sie gehören zur Standardeinrichtung jeder Bank und bieten neben einer Chat-Funktion Zugang zu einer Fülle von Finanzinformationen. Doch ein Terminal kostet über 20000 Dollar pro Jahr und wird längst nicht immer voll ausgereizt. Bei Goldman Sachs etwa würden gut die Hälfte der Terminals vor allem zum Chatten und für simple Funktionen verwendet, berichtet die „New York Times.“ Symphony verlangt für Großkunden 15 Dollar pro Nutzer Monat und liegt damit bei einem Bruchteil der Terminals.

Gurle hat große Pläne. Schritt für Schritt will er den Dienst, dessen Quelltext frei verfügbar ist, für neue Inhalte-Anbieter öffnen. Am Dienstag verkündete er eine Kooperation mit Der Nachrichtenagentur Dow Jones, zu der auch das „Wall Street Journal“ gehört. Zudem können die Daten der Ratingagentur Standard and Poor’s in Symphony integriert werden, ebenso wie die Datenkraken des Startups Selerity. So formt sich eine Allianz aus Banken und Informationsdienstleistern, die die Datenterminals von Bloomberg und des Konkurrenten Reuters überflüssig machen sollen.

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