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29.03.2012

10:29 Uhr

Chefvisite in China

Apple-Chef besucht umstrittenen Zulieferer

Wegen schlechter Arbeitsbedingungen und Selbstmorden sorgte Apples wichtigster Zulieferer Foxconn zuletzt für Negativ-Schlagzeilen. Nun besucht der neue Apple-Chef Tim Cook das Werk in China.

Apples Zulieferer Foxconn stand zuletzt in der Kritik. Reuters

Apples Zulieferer Foxconn stand zuletzt in der Kritik.

ShanghaiDer neue Apple-Chef Tim Cook hat auf seinem ersten offiziellen China-Besuch ein iPhone-Werk des größten Zulieferer Foxconn besichtigt. Die Reise war heikel für den Chef des wertvollsten börsennotierten Technologiekonzerns. Foxconn wird zur Last gelegt, die Arbeiter unter sehr schlechten Bedingungen zu beschäftigen. Für negative Schlagzeilen sorgten zudem die Selbstmorde mehrerer Angestellter. Beides brachte auch Apple in Verruf und führte dazu, dass das Unternehmen mehr Kontrollen vornehmen lässt. Fotos vom Mittwoch, zeigen den Nachfolger des legendären Firmenchefs Steve Jobs in dem neuen Foxconn-Werk in der nördlichen Provinz von Hebei. Darauf sieht man ihn lächelnd mit Arbeitern sprechen. Foxonn beschäftigt in der Fabrik nach eigenen Angaben rund 120.000 Menschen. 

Foxconn fertigt die meisten iPhones und iPads von Apple. Die Gruppe ist die Mutter der in Hongkong gelisteten Foxconn International Holdings und der in Taiwan notierten Hon Hai Precision. Hon Hai sorgte jüngst mit seinem Einstieg bei Sharp für Furore. Die Taiwaner übernehmen zehn Prozent an dem japanischen Elektronikkonzern. Experten sehen in der Beteiligung eine Chance für Apple, einen Fuß ins TV-Geschäft zu bekommen und halten es nun umso wahrscheinlicher, dass der US-Konzern bald einen eigenen Fernseher auf den Markt bringt. 

China ist der weltgrößte Mobilfunk-Markt und für Apple der zweitgrößte Absatzmarkt überhaupt. Die Amerikaner hatten hier zuletzt aber Boden gegen seinen schärfsten Rivalen Samsung Electronics verloren, und das neue iPad ist noch nicht in China eingeführt. Zudem kämpft Apple aktuell in der Volksrepublik vor Gericht um den Markennamen „iPad“. Die chinesische Technologiefirma Proview beansprucht die Rechte an dem Namen des erfolgreichen Tablet-Computers für sich. 

Auf seiner Reise besuchte Cook einen der beiden Apple-Läden in Peking und kam mit Vize-Ministerpräsident Li Kequiang zusammen. Kequiang soll ihm laut Staatsmedien zugesichert haben, die Urheberrechte künftig besser zu schützen. Zudem soll Cook eine Zusammenarbeit mit Chinas größten Mobilfunkanbieter China Mobile vorangetrieben haben.

Von

rtr

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