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23.01.2012

06:38 Uhr

Chefwechsel bei RIM

Ein Deutscher soll den Blackberry-Hersteller retten

VonAxel Postinett

Research in Motion kämpft seit geraumer Zeit gegen den Abschwung. Nun ziehen die Chefs Mike Lazaridis und Jim Balsillie die Reißleine und treten zurück. Die Hoffnung des Blackberry-Herstellers ruht auf einem Deutschen.

Blackberry-Geräte zur Auswahl: RIM muss die Kurve kriegen. dpa

Blackberry-Geräte zur Auswahl: RIM muss die Kurve kriegen.

San Francisco Führungswechsel bei Blackberry-Hersteller Research in Motion. Die beiden Firmenchefs Jim Balsillie und Mike Lazaridis geben auf. Das teilte das Unternehmen am Sonntagabend in einer Stellungnahme mit. Nach einer Serie von Fehlentscheidungen, Produktverspätungen, Gewinneinbrüchen und Marktanteilsverlusten bekommt das kanadische Unternehmen einen neuen CEO. Thorsten Heins, bislang Operationsvorstand (COO), rückt an die Spitze auf.

Thorsten Heins, 54, ist ein früherer Siemens-Manager und operierte lange nur im Schatten der beiden alles überstrahlenden CEOs. Ist seine Auswahl jetzt nur eine kosmetische Operation, um verärgerte Anleger zu besänftigen, fragen sich jetzt Analysten und Anleger? Oder ist es der erhoffte Neuanfang? Bereits im Dezember hatten die beiden nun abtretenden Top-Manager in einer symbolischen Aktion medienwirksam ihr Gehalt auf einen Dollar pro Jahr herabgesetzt und die Investoren um mehr Geduld gebeten.

Heins leitet seit 2010 als Operationsvorstand das Tagesgeschäft des Smartphone-Herstellers, der einst den Markt dominierte, aber seit der Einführung des iPhones und später der Android-Smartphones von Google in die Bedeutungslosigkeit abrutscht.

Der Marktanteil in den USA liegt laut Comscore heute noch bei gut 16 Prozent. Wachstum in asiatischen und europäischen Märkten konnten die Verluste nicht ausgleichen, da hier überwiegend die preisgünstigeren Modelle nachgefragt wurden. Der globale Marktanteil liegt laut Marktforschungsunternehmen Gartner nur mehr knapp über zehn Prozent. Die RIM-Aktie schloss am Freitag in New York bei 17 Dollar, seit ihrem Hoch in 2008 ein Verlust von fast 90 Prozent.

Der bislang letzten Fehlschläge waren die schlecht vorbereitete Einführung des Tablets Playbook und die Einführung eines neuen Betriebssystems, Blackberry 10, die sich noch immer hinzieht. Auf nicht verkaufte Lagerbestände des Tablets mussten bereits 485 Millionen Dollar abgeschrieben werden. Smartphones mit dem neuen Betriebssystem sollten Anfang 2012 auf den Markt kommen, sind jetzt aber auf die zweite Jahreshälfte vertagt worden. Angeblich, weil man auf neue, energiesparende Chips warte, um Blackberrys für den 4G-Datenstandard bereit zu machen.

Kommentare (6)

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Spartakus

23.01.2012, 07:24 Uhr

"Ein Deutscher" soll den Blackberry-Hersteller retten

Richtig geles, ein Deutscher, also kein Franzose, Italiener, Brite u.v.m..............
Wenn das kein Beweis ist dass die Welt ohne Deutsche zu Grunde gehen würde!
Danke HB für diese intelligente Überschrift, es gibt bestimmt noch Menschen die das nicht gewusst haben!

Pro-D

23.01.2012, 09:14 Uhr

Naja, wie es aussieht, gehören die Deutschen zu den wenigen Nationen, die sich ihren Wohlstand selbst erarbeitet haben. Und nur durch EIGENE Arbeit und Erfindungsreichtum die Führung in Europa übernommen.

Welche Nation war zu so etwas bisher je in der Lage???



highlander

23.01.2012, 09:54 Uhr

Genau diese Sichtweise macht die Deutsche ja soooo beliebt in der ganzen Welt. (vor allem die Touristen)

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