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11.12.2014

14:04 Uhr

Chinesischer Mobilfunkanbieter

Xiaomi in Indien vorerst gestoppt

Der chinesische Handybetreiber Xiaomi darf seine Geräte in Indien vorerst nicht verkaufen. Hintergrund ist ein Streit um Patentrechte. Xiaomi gilt als Senkrechtstarter in der Handybranche.

Xiaomi-Chef Lei Jun bei der Präsentation eines neuen Geräts. Reuters

Xiaomi-Chef Lei Jun bei der Präsentation eines neuen Geräts.

Neu-DelhiIm Streit um Mobilfunkpatente darf der chinesische Handybetreiber Xiaomi seine Geräte im wachstumsstarken Markt Indien bis auf weiteres nicht weiter verkaufen. Ein Gericht in Neu-Delhi entschied am Donnerstag, es werde zunächst die Argumente des schwedischen Klägers Ericsson hören. Dieser wirft Xiaomi vor, in acht Fällen Patente verletzt zu haben, die Ericsson auf 3G und andere Technologien besitzt. Die nächste Anhörung in dem Smartphone-Streit ist für 5. Februar angesetzt.

Richter G.P. Mittal hatte im Zusammenhang mit denselben Vorwürfen bereits vor einigen Tagen verboten, dass der Online-Anbieter Flipkart die Xiaomi-Geräte in Indien weiter vertreibt.

Beide Unternehmen wurden zudem vom Gericht aufgefordert, bekanntzugeben, wie viele Geräte mit der zur Debatte stehenden Technologie in Indien bereits verkauft wurden. Die Zeitung „The Economic Times“ berichtete, seit dem Marktstart im Juli habe Xiaomi bereits mehr als 800.000 Handys verkauft, darunter auch das beliebte Modell MI3 und das Billiggerät Mi 1S.

Smartphone-Markt im Wandel

Samsung weniger dominant

Samsung ist der mit Abstand größte Hersteller von Smartphones, doch die Dominanz bröckelt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der südkoreanische Konzern 78,1 Millionen Smartphones und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor, als er 85 Millionen Geräte absetzte. Der Marktanteil sank von 32,5 auf 23,8 Prozent, wie der Marktforscher IDC ermittelt hat. Wegen niedrigerer Verkaufspreise sinkt auch der Profit.

Apple setzt auf Premium

Apple hält seinen Marktanteil mit 12 Prozent weitgehend stabil. Der Absatz stieg deutlich auf 39,3 Millionen Geräte, wozu die neuen Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus einen deutlichen Beitrag leisteten. Weil der Konzern Premiumpreise verlangt, arbeitet er mit Margen, um die ihn die Konkurrenten beneidenk.

Xiaomi holt rasant auf

Im Westen ist Xiaomi kaum bekannt, doch in China ist der Smartphone-Hersteller äußerst populär. Dank dreistelliger Wachstumsraten ist das Unternehmen nun mit einem Marktanteil von 5,3 Prozent drittgrößer Hersteller. Im dritten Quartal verkaufte er 17,3 Millionen Handys, wozu vor allem das Highend-Gerät Mi4 beitrug. Die spannende Frage: Kann Xiaomi auch im Westen Fuß fassen?

Lenovo wächst mit Motorola

Lenovo hat sich als PC-Hersteller einen Namen gemacht, drängt aber auch in den wachsenden Smartphone-Markt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der Konzern 16,9 Millionen Geräte, vor allem in Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Der Marktanteil betrug 5,2 Prozent. Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern weiter wachsen.

LG legt deutlich zu

Der koreanische Hersteller LG verkauft viele günstige Geräte, ist mit dem G3 aber auch im Premiumsegment vertreten. Im dritten Quartal verkaufte er laut IDC 16,8 Millionen Geräte und sicherte sich damit 5,1 Prozent des Smartphone-Marktes. Das Resultat: LG konnte zuletzt auch den Gewinn deutlich steigern.

Große Namen, kleiner Marktanteil

Jenseits der Top 5 finden sich viele bekannte Namen: Sony und Blackberry etwa, aber auch Microsoft als Käufer der Nokia-Gerätesparte. Auch der chinesische Hersteller Huawei zählt dazu. 48,6 Prozent des Marktes fallen in diese Sammelkategorie, die IDC nicht weiter aufschlüsselt.

Xiaomi gilt als Senkrechtstarter in der Handybranche. Das chinesische Unternehmen wurde 2010 gegründet und reüssierte mit seinen rund 115 Dollar teuren, über Internet vertriebenen Handys schnell im Markt. Mittlerweile gehört Xiaomi zu den weltweit vier größten Adressen im weltweiten Smartphone-Geschäft.

Von

ap

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