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10.07.2014

11:40 Uhr

Chinesischer Zulieferer

Samsung prüft Kinderarbeit-Vorwürfe

Arbeiten chinesische Kinder elf Stunden am Tag für einen Samsung-Zulieferer? Der südkoreanische Elektronikkonzern will die Vorwürfe der China Labor Watch überprüfen. Es ist nicht der erste Vorwurf gegen die Südkoreaner.

Wer steckt hinter den in China zusammengebauten Samsung-Produkten? AFP

Wer steckt hinter den in China zusammengebauten Samsung-Produkten?

SeoulDer Smartphone-Weltmarktführer Samsung will neuen Vorwürfen zu Kinderarbeit bei einem Zulieferer in China nachgehen. Man werde „angemessene Maßnahmen gemäß unserer Politik ergreifen, jede Kinderarbeit bei unserer Zulieferern zu verhindern“, erklärte das führende südkoreanische Elektronikunternehmen am Donnerstag.

Samsung reagierte damit auf einen Bericht der in New York ansässigen Organisation China Labor Watch (CLW), wonach in einer Fabrik von Shinyang Electronics in Dongguan im Südosten Chinas „einige Kinder ohne Arbeitsvertrag elf Stunden pro Tag arbeiten und nur für zehn Stunden bezahlt werden“. Die Kinder würden für gewöhnlich während der Hauptsaison und bei dringendem Bedarf drei bis sechs Monate arbeiten. CLW wirft Samsung vor, die eigenen Verhaltensregeln nach wie vor nicht umzusetzen. Als Folge davon würden seine Zulieferer diese Standards nicht ernst nehmen.

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Rund eine Milliarde Geräte

Im vergangenen Jahr wurde rund eine Milliarde Smartphones verkauft. Bei den genauen Zahlen gehen die großen IT-Marktforscher etwas auseinander: IDC kam auf etwa 1,001 Milliarden Computer-Handys und Gartner auf knapp 968 Millionen. Die Differenz geht vor allem auf unterschiedliche Schätzungen zum Absatz von Geräten mit dem Google-Betriebssystem Android zurück.

Android weit vorn

Android ist mit Abstand das meistverkaufte Smartphone-System. Telefone mit der Google-Software kamen im vergangenen Jahr laut Marktforschern auf einen Anteil von über 78 Prozent.

Samsung als Nummer 1...

Samsung verkauft die meisten Smartphones. Der südkoreanische Konzern setzte im vergangenen Jahr knapp 300 Millionen Computer-Handys ab, wie Gartner berechnete. Damit kam Samsung auf einen Marktanteil von 31 Prozent.

... und Apple als Profitkönig

Apple ist die Nummer zwei im Geschäft mit über 150 Millionen verkauften iPhones im vergangenen Jahr. Damit kommt der kalifornische Konzern auf einen Marktanteil von gut 15 Prozent. Da die iPhones aber deutlich teurer sind als die durchschnittlichen Telefone der Konkurrenz, bringen sie höhere Gewinne. Experten schätzen, dass ein Löwenanteil der Hersteller-Profite bei Apple landet.

Kaum Platz für Windows

Die Dominanz von Android und Apples iOS ließ zuletzt nur wenig Platz für andere Betriebssysteme. So kam Microsofts Windows Phone im Schlussquartal 2013 auf drei Prozent Marktanteil und der Smartphone-Pionier Blackberry rutschte auf nur noch 0,6 Prozent ab, wie IDC ermittelte.

Einfache Handys als Auslaufmodell

Weltweit war im vergangenen Jahr gut jedes zweite verkaufte Mobiltelefon ein Smartphone. In Deutschland haben die Computer-Telefone einfache Handys inzwischen in eine Nische gedrängt. In diesem Jahr werde der Smartphone-Anteil bei 82 Prozent liegen, schätzt der Branchenverband Bitkom. Am Umsatz mit Handy-Verkäufen dürften die Smartphones in Deutschland sogar 97 Prozent ausmachen.

Samsung führt eigenen Angaben zufolge regelmäßig Inspektionen bei seinen Zulieferern durch. Bei Inspektionen im vergangenen Jahr bei Shinyang und der jüngsten im vergangenen Monat seien keine Fälle von Kinderarbeit aufgedeckt worden. Nach Kinderarbeit-Vorwürfen 2012 hatte Samsung angekündigt, seine Zulieferer aufzufordern, die Überprüfung der Identität beim Einstellungsprozess zu verschärfen.

Von

dpa

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