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19.01.2005

14:00 Uhr

Chip-Ausrüster enttäuscht mit Auftragsrückgang

ASML blickt verhalten in die Zukunft

Der niederländische Chipausrüster ASML bleibt bei seinem Ausblick auf 2005 sehr zurückhaltend. Die Auftragslage könne sich jederzeit verschlechtern, sollte die Nachfrage nach Halbleitern sich anders entwickeln als erwartet, heißt es. Bereits im vierten Quartal 2004 enttäuschte ASML trotz Gewinnsteigerung die Analysten mit einem Rückgang der Aufträge.

HB AMSTERDAM. Der Auftragsbestand sei bis Ende Dezember auf 119 neue Anlagen von 162 Anlagen Ende September gesunken, teilte der weltgrößte Hersteller von Lithographiemaschinen am Mittwoch mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem Auftragsbestand von 152 Anlagen gerechnet.

Der unerwartet starke Rückgang des Auftragsbestandes zeige, dass ASML gegen die Abschwächung der Chipbranche nicht so stark widerstandsfähig sei wie viele Anleger gehofft hätten, sagte Analyst Ewald Walraven vom Finanzinstitut ING. Er wies darauf hin, dass mehrere Chiphersteller, die in der Vergangenheit Umsatzanstiege um bis zu 25 % verzeichnet hatten, nun stagnierende Umsätze erwarten.

Die ASML-Aktie fiel an der Amsterdamer Börse um 1,5 % auf 11,55 €, während der Branchenindex DJ Stoxx Technologie nach guten Quartalsergebnisse von IBM und Motorola um 0,13 % zulegte.

Der Auftragsbestand, der als ein wichtiger Indikator für die künftigen Umsätze gilt, überschattete das gute Quartalsergebnis. ASML wies für die drei Monate zum Ende Dezember einen Reingewinn von 109 Mill. € aus nach 16 Mill. € im Vorjahreszeitraum. Befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Reingewinn von 98 Mill. € gerechnet. Den Umsatz im vierten Quartal gab ASML mit 785 Mill. € an. Analysten hatten im Schnitt mit 751 Mill. € gerechnet. ASML konkurriert auf dem Weltmarkt unter anderem mit den japanischen Unternehmen Nikon und Canon.

ASML-Chef Eric Meurice sagte: „Wir bleiben mit unserer Prognose vorsichtig, weil ein Aufschub der Kundenaufträge immer möglich ist“.

Die größten ASML-Kunden Intel und Taiwan Semiconductor Manufacturing hatten vor kurzem mitgeteilt, sie wollten in diesem Jahr ihre Investitionen in Chip-Anlagen steigern. Im laufenden Quartal rechnet ASML mit der Auslieferung von 60 Systemen, die als Grundausrüstung für die Chip- Produktion gebraucht werden. Im vierten Quartal verkaufte das Unternehmen 62 Systeme.

ASML erwartet in den ersten zwei Quartalen des laufenden Jahres eine Bruttogewinnspanne von 38 bis 40 %, nach 39,2 % im vierten Quartal. Zu den Erwartungen im zweiten Halbjahr machte das Unternehmen keine Angaben. Meurice sagte allerdings, ASML wolle im Kerngeschäft - bei der Herstellung von Chip-Litographie-Anlagen - weiter expandieren.

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