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15.10.2014

13:53 Uhr

Chip-Hersteller

Intel profitiert von Stabilisierung des PC-Marktes

Anders als viele andere US-Chipanbieter zeigt Intel sich optimistisch – mit gutem Grund: Der Konzern hat dank der Stabilisierung des PC-Marktes überraschend viel verdient. Nun gilt es alte Fehler nicht zu wiederholen.

Das Logo des Konzerns Intel am Hauptsitz in Santa Clara: Beim weltgrößten Chip-Hersteller geht es bergauf. ap

Das Logo des Konzerns Intel am Hauptsitz in Santa Clara: Beim weltgrößten Chip-Hersteller geht es bergauf.

San Francisco/MünchenDer weltgrößte Chip-Hersteller Intel profitiert von der Stabilisierung des PC-Marktes und hat im abgelaufenen Quartal überraschend viel verdient. Der Gewinn der Amerikaner legte binnen Jahresfrist um zwölf Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar zu. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch mitteilte. Die Nachfrage entwickele sich gut, das Geschäft mit PCs habe sich weiter erholt. Bei Börsianern kam dies gut an: In Frankfurt legten Intel-Aktien gut ein Prozent zu.

Nachdem Apple vor vier Jahren das iPad auf den Markt gebracht hatte, war die Nachfrage nach klassischen Rechnern für den Schreibtisch weltweit eingebrochen. Zuletzt hatte sich Intel aber optimistisch gezeigt, dass solche Desktop-Rechner und mobile Geräte wie Tablets und Smartphones parallel genutzt werden.

Deutschland-Chef Christian Lamprechter verwies darauf, dass die Wachstumsraten des Tablet-Marktes geringer werden. „Wenn man den Verfall der Verkaufspreise miteinbezieht, sieht man schon einen negativen Trend“, sagte er am Mittwoch im Reuters-Interview. Viele Unternehmen schafften derzeit leichte, stromsparende Laptops an. Im Geschäft mit Firmenkunden sei die Nachfrage auch angezogen, weil Microsoft keine Unterstützung mehr für das Betriebssystem Windows XP anbietet.

Das zukunftsträchtige Geschäft mit Chips für tragbare Geräte wie Smartwatches – sogenannte Wearables – kommt unterdessen nur langsam in Schwung. „Wir sehen sehr viel Momentum, der Markt ist allerdings noch in der Innovationsphase“, so Lamprechter. „Insgesamt wird das ein Volumenmarkt werden, aber er ist noch im Anfangsstadium.“ Intel werde weiter in den Bereich investieren. „Wir wollen nicht noch einmal einen Markt verpassen – wie es uns bei Tablet-PCs passiert ist.“

Die größten Chiphersteller

Ein Milliardenmarkt

Chips stecken in immer mehr Geräten – vom Auto bis zur Smartwatch. Deswegen wächst die Nachfrage. Nach Einschätzung der Marktforschungsfirma Gartner erreichte der weltweite Umsatz mit Halbleitern 2013 rund 315 Milliarden Dollar, ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dominator Intel

Intel ist und bleibt die Nummer 1. Der US-Konzern hielt 2013 nach Angaben von Gartner 15,4 Prozent Marktanteil. Der Umsatz sank allerdings um 1 Prozent auf 48,6 Milliarden Dollar, vor allem wegen des schrumpfenden PC-Marktes.

Samsung macht auch in Chips

Samsung ist für seine Smartphones und Fernseher bekannt, doch der südkoreanische Konzern ist auch der zweitgrößte Chiphersteller mit einem Marktanteil von 9,7 Prozent. In den letzten Jahren wuchs Samsung rasant, nicht zuletzt dank des steigenden Bedarfs an Speicherbausteinen (DRAM und NAND). Der Umsatz: 30,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 7 Prozent.

Qualcomm wächst dank Smartphones

Der US-Hersteller Qualcomm profitiert vom Smartphone-Boom, mit seinen Prozessoren für die mobilen Geräte sowie mit Komponenten für den Datenturbo LTE steigerte er seinen Marktanteil auf 5,5 Prozent. Umsatz: 17,2 Milliarden Dollar.

Sonstige Anbieter

Mehrere andere Unternehmen machen mit Halbleitern zweistellige Milliardenumsätze: SK Hynix aus Südkorea, Toshiba aus Japan sowie Micron und Texas Instruments aus den USA.

Anders als viele kleinere US-Chipanbieter zeigte sich Intel für das restliche Jahr zuversichtlich. „Wir sammeln gerade die Früchte unserer Investitionen ein“, sagte Lamprechter. Zumindest in den etablierten Märkten herrsche eine gewisse Robustheit. Erst in der vergangenen Woche hatte der US-Hersteller Microchip Technology vor einer schwächeren Nachfrage in China gewarnt, wo viele Elektronikprodukte hergestellt werden. Dies dürfte sich auf die schwankungsanfällige Branche auswirken.

Deutschlands größter Halbleiter-Hersteller Infineon hatte zuletzt mehr mit Chips für Autos, die Industrie und Sicherheitstechnik verdient als erhofft. Ihre neue Bilanz legen die Bayern im November vor. Die aktuellen Umsatzzahlen des Chipfabrikausrüsters ASML weisen nicht auf einen Einbruch hin. Die Einnahmen der Niederländer legten binnen Jahresfrist noch leicht zu. Konzernchef Peter Wennink prognostizierte am Mittwoch einen soliden Start ins kommende Jahr, vor allem dank der Entwicklung des Speicherchipbereichs.

Von

rtr

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