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29.01.2009

16:29 Uhr

Chipbranche

Qimonda ringt um Investoren

Auch mit der Insolvenz gibt sich Speicherchip-Hersteller Qimonda nicht verloren. Denn angeblich soll es Interessenten für das Unternehmen geben. Bis März hat Qimonda noch Zeit, dann ist Schluss.

Beschäftigte von Qimonda stehen vor der Firmenzentrale. Foto: dpa dpa

Beschäftigte von Qimonda stehen vor der Firmenzentrale. Foto: dpa

HB DRESDEN. Für den insolventen Speicherchip-Hersteller Qimonda gibt es erste Interessenten. „Es gibt Anfragen und Kontakte, aber noch keine konkreten Verhandlungen“, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters Michael Jaffé auf Anfrage. Bei konkreterem Interesse seien wieder Gespräche mit dem Bund und den Ländern Sachsen und Bayern geplant. Am Sonntag und Montag werde sich Jaffé in Portugal mit Regierungsvertretern treffen und sich über das Werk in Porto informieren. Die Beschäftigten am Standort Dresden wollen am kommenden Dienstag für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstrieren.

Am vergangenen Freitag hatte die Infineon-Tochter Qimonda Insolvenz angemeldet. Betroffen sind in Dresden rund 3200 Mitarbeiter, im Werk München sind es etwa 1200. Weltweit arbeiten bei Qimonda rund 12 000 Menschen. Die Produktion läuft weiter.

Bis März müsse ein Investor gefunden werden, sagte der Sprecher. Den Teilnehmern der Betriebsversammlungen sei gesagt worden, das bis dahin Löhne und Gehälter gesichert seien. „Die Mitarbeiter haben ihre große Verbundenheit mit dem Unternehmen deutlich gemacht“, sagte er. Sie setzten sich engagiert für das Fortbestehen ihrer Firma ein. Dieses Pfund werde mit in die Waagschale bei der Suche nach einem Kaufinteressenten geworfen. Insolvenzverwalter Jaffé hatte in den vergangenen Tagen auch ein erstes Treffen mit Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU).

Die Dresdner Beschäftigten planen für kommenden Dienstag eine Demonstration, bestätigte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Dresden, Willi Eisele, am Donnerstag einen Bericht der „Dresdner Neuesten Nachrichten“. „Es geht um den Erhalt einer selbstständigen europäischen Halbleiterindustrie und damit um eine industriepolitisch sehr relevante Branche“, sagte er laut einer Mitteilung. Das sächsische Industrie-Cluster sei das letzte Halbleiterzentrum in Europa, das zukunftsfähige Produkte und Basistechnologien entwickle.

Grund für die Schieflage des Unternehmens sind angehäufte Verluste aufgrund des Preisverfalls in der Chipbranche. Ein von Sachsen, Portugal und dem Mutterkonzern Infineon zugesagtes Rettungspaket über 325 Mio. Euro und eine Bürgschaft von Bund und Land Sachsen über 280 Mio. waren nicht ausreichend.

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