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23.01.2007

08:57 Uhr

Chipbranche

Sun lässt AMD im Regen stehen

Im Kampf mit seinem Rivalen AMD hat der US-Chiphersteller Intel einen wichtigen Sieg errungen: Künftig wird der amerikanische Computerproduzent Sun auch Intel-Chips einkaufen. Bislang hat sich das Unternehmen ganz auf Halbleiter von AMD sowie selbst entwickelte Chips verlassen.

jojo MÜNCHEN. Für Intel ist die Entscheidung von Sun mehr als nur ein zusätzlicher Auftrag. Es ist vor allem ein Prestigegewinn. Denn Sun war einer der letzten Computerhersteller, der sich den Chips des Weltmarktführers verschlossen hatte. Seit 2005 verwendet sogar Apple Intel–Chips für seine Rechner. Bis dahin hatte die Kultmarke aus Kalifornien ausschließlich Produkte von AMD und IBM eingekauft.

Die Geschäftsbeziehung zu Sun ist für Intel umso wichtiger, als vergangenes Jahr AMD einen wichtigen Sieg erringen konnte. Erstmals gelang es dem Herausforderer, seine Chips auch an Dell zu verkaufen. Der PC-Bauer hatte zuvor 20 Jahre lang ausschließlich auf Intel-Chips vertraut. Inzwischen baut Dell, die Nummer zwei auf dem PC-Markt, AMD-Chips in eine ganze Reihe seiner Rechner ein.

AMD und Intel dominieren den Markt für Prozessoren, den Gehirnen der Rechner. Es gibt zwar mit Unternehmen wie Transmeta noch kleinere Wettbewerber, die aber nur eine untergeordnete Rolle spielen. Zudem haben bekannte Chiphersteller wie Texas Instruments oder IBM Lösungen im Angebot, die Prozessoren von AMD und Intel in einigen Anwendungsbereichen ersetzen können. Die meisten Rechner weltweit enthalten aber Prozessoren von Intel oder AMD.

Auf den Umsatz von Intel wird die Entscheidung eher geringen Einfluss haben. Analysten schätzen das Auftragsvolumen auf nicht mehr als 50 Mill. Dollar im Jahr. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern einen Umsatz von knapp 35,4 Mrd. Dollar. Dennoch ist Sun als Kunde nicht unattraktiv, weil das Unternehmen zuletzt stark gewachsen ist. In dem für Sun relevanten Markt der Großrechner, so genannte Server, legte das Unternehmen im dritten Quartal fast ein Viertel zu.

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