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11.02.2015

14:56 Uhr

Chipdesigner ARM

Smartphone-Boom lässt die Kasse klingeln

In 95 Prozent der weltweit verkauften Smartphones steckt laut Marktforschern ARM-Technologie. Das sorgt für gute Zahlen beim britischen Chipdesigner. Dabei produziert der Konzern die Technik gar nicht selbst.

ARM produziert die Chips nicht selbst, sondern verkauft Lizenzen an Hersteller, die auf Basis der Technologie eigene Modelle für ihre Produkte entwickeln können. dpa

Smartphones auf der Cebit

ARM produziert die Chips nicht selbst, sondern verkauft Lizenzen an Hersteller, die auf Basis der Technologie eigene Modelle für ihre Produkte entwickeln können.

CambridgeBeim britischen Chipdesigner ARM, dessen Technologie in nahezu allen Smartphones zum Einsatz kommt, lässt ein starkes Weihnachtsquartal der Branche die Kassen klingeln. ARM verbuchte im vergangenen Vierteljahr einen Gewinn von 72,8 Millionen Pfund (knapp 98,5 Mio Euro). Ein Jahr zuvor hatte es noch rote Zahlen von 6,2 Millionen Pfund gegeben. Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich um knapp ein Fünftel auf rund 226 Millionen Pfund, wie ARM am Mittwoch mitteilte.

ARM produziert die Chips nicht selbst, sondern verkauft Lizenzen an Hersteller, die auf Basis der Technologie eigene Modelle entwickeln können. Dafür kassiert der britische Entwickler Lizenzgebühren. Nach Einschätzung von Marktforschern steckt ARM-Technologie in 95 Prozent der weltweit verkauften Smartphones.

Im vergangenen Quartal konnte vor allem Apple mit dem Erfolg des iPhone 6 den Absatz sprunghaft steigern. Auch der iPhone-Konzern baut bei seinen Prozessoren für iPhone und iPad auf ARM-Designs auf. Es tauchen auch immer wieder Gerüchte auf, Apple könne seine Macbook-Laptops von Intel auf ARM-Technologie umstellen.

Die größten Chiphersteller

Ein Milliardenmarkt

Chips stecken in immer mehr Geräten – vom Auto bis zur Smartwatch. Deswegen wächst die Nachfrage. Nach Einschätzung der Marktforschungsfirma Gartner erreichte der weltweite Umsatz mit Halbleitern 2013 rund 315 Milliarden Dollar, ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dominator Intel

Intel ist und bleibt die Nummer 1. Der US-Konzern hielt 2013 nach Angaben von Gartner 15,4 Prozent Marktanteil. Der Umsatz sank allerdings um 1 Prozent auf 48,6 Milliarden Dollar, vor allem wegen des schrumpfenden PC-Marktes.

Samsung macht auch in Chips

Samsung ist für seine Smartphones und Fernseher bekannt, doch der südkoreanische Konzern ist auch der zweitgrößte Chiphersteller mit einem Marktanteil von 9,7 Prozent. In den letzten Jahren wuchs Samsung rasant, nicht zuletzt dank des steigenden Bedarfs an Speicherbausteinen (DRAM und NAND). Der Umsatz: 30,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 7 Prozent.

Qualcomm wächst dank Smartphones

Der US-Hersteller Qualcomm profitiert vom Smartphone-Boom, mit seinen Prozessoren für die mobilen Geräte sowie mit Komponenten für den Datenturbo LTE steigerte er seinen Marktanteil auf 5,5 Prozent. Umsatz: 17,2 Milliarden Dollar.

Sonstige Anbieter

Mehrere andere Unternehmen machen mit Halbleitern zweistellige Milliardenumsätze: SK Hynix aus Südkorea, Toshiba aus Japan sowie Micron und Texas Instruments aus den USA.

Im vergangenen Quartal stiegen die Einnahmen aus Gebühren für die Nutzung von ARM-Technologien um 16 Prozent. Zudem wurden 53 neue Lizenzen verkauft, so viele wie noch nie in einem Vierteljahr. ARM will das Geschäft beschleunigt auf andere vernetzte Technik, kleine tragbare Computer-Geräte und Autoelektronik ausweiten.

Von

dpa

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