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05.03.2012

08:51 Uhr

Chiphersteller

Araber übernehmen Globalfoundries komplett

Der arabischen Staatsfonds ATIC hat den Chiphersteller Globalfoundries vollständig übernommen. US-Konzern AMD verkaufte auch seine restlichen Anteile und zieht sich damit ganz aus der Chip-Produktion zurück.

Ein Techniker in der Chipherstellung. ap

Ein Techniker in der Chipherstellung.

München, DresdenDer arabische Staatsfonds ATIC übernimmt den Chipauftragsfertiger Globalfoundries komplett. Das Anlagevehikel aus Abu Dhabi bekomme die restlichen Anteil des US-Konzerns AMD, teilte Globalfoundries am Montag mit.

AMD hatte vor drei Jahren seine Fertigung abgespalten und mehrheitlich an die Advanced Technology Investment Company (ATIC) verkauft. Der vollständige Rückzug war seinerzeit bereits vereinbart worden.

Alleiniger Eigentümer wird damit die staatseigene Advanced Technology Investment Company (ATIC) aus Abu Dhabi. „Damit wird die langfristige Vision von Globalfoundries, ein unabhängiger Auftragsfertiger zu werden, Realität“, teilte Globalfoundries am Montag in Dresden mit.

Das Unternehmen fertigt für AMD und andere Chip-Unternehmen Halbleiter. AMD gibt seinen verbliebenen 8,6-Prozent-Anteil ab und kündigte an, weiterhin einen großen Teil seiner Chips bei seiner ehemaligen Tochter produzieren lassen zu wollen. Neben Dresden gibt es Fabriken im US-Bundesstaat New York und Singapur.

AMD hatte seine Werke 2009 in die neu geschaffene Globalfoundries ausgelagert. Grund waren Geldsorgen. AMD konnte nicht gleichzeitig die teure Forschung an neuen Computerprozessoren sowie den Ausbau der Fertigung stemmen. Das Emirat Abu Dhabi sprang ein und investierte Milliarden in die Werke. Über die Jahre zog sich AMD immer weiter aus Globalfoundries zurück, gleichzeitig konnte der Auftragsfertiger mehr fremde Kunden gewinnen.

Der Komplettrückzug kostet AMD 703 Millionen Dollar (533 Mio Euro). Hauptgrund ist die Auflösung bestehender Verträge. Von AMD stammen etwa ein Fünftel aller Computerprozessoren, die das Herzstück eines jeden Rechners sind. Auch der Grafikspezialist ATI gehört zum Konzern. Angesichts der Dominanz des wesentlich größeren Rivalen Intel schreibt AMD jedoch immer wieder Verluste.

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