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22.07.2015

11:40 Uhr

Chiphersteller

ARM enttäuscht Anleger trotz Umsatzsprung

Steigende Erlöse, höherer Gewinn, Umsatzwachstum von 16 Prozent – eigentlich hat der britische Chiphersteller ARM keinen Grund zur Klage. Doch Investoren sehen das anders: Sie hatten mit noch besseren Zahlen gerechnet.

Weil immer mehr Menschen Smartphones kaufen, steigt die Nachfrage nach Computerchips derzeit rasant. Reuters

Smartphone-Boom

Weil immer mehr Menschen Smartphones kaufen, steigt die Nachfrage nach Computerchips derzeit rasant.

CambridgeDer britische Chipdesigner ARM profitiert weiter vom Smartphone-Boom – allerdings nicht so stark wie von Experten erhofft. Umsatz und Gewinn des Unternehmens, dessen Technologie in vielen neuen Modellen hochwertiger Handys wie dem iPhone 6 von Apple und dem Galaxy S6 von Samsung steckt, legten im zweiten Quartal weiter kräftig zu.

Der Erlös sei um 22 Prozent auf 228,5 Millionen britische Pfund, umgerechnet 326 Millionen Euro, gestiegen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Cambridge mit. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Experten hatten jedoch mit einem höheren Umsatz gerechnet. Der Gewinn vor Steuern legte um 39 Prozent auf 94,7 Millionen Pfund zu.

Die größten Chiphersteller

Ein Milliardenmarkt

Chips stecken in immer mehr Geräten – vom Auto bis zur Smartwatch. Deswegen wächst die Nachfrage. Nach Einschätzung der Marktforschungsfirma Gartner erreichte der weltweite Umsatz mit Halbleitern 2013 rund 315 Milliarden Dollar, ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dominator Intel

Intel ist und bleibt die Nummer 1. Der US-Konzern hielt 2013 nach Angaben von Gartner 15,4 Prozent Marktanteil. Der Umsatz sank allerdings um 1 Prozent auf 48,6 Milliarden Dollar, vor allem wegen des schrumpfenden PC-Marktes.

Samsung macht auch in Chips

Samsung ist für seine Smartphones und Fernseher bekannt, doch der südkoreanische Konzern ist auch der zweitgrößte Chiphersteller mit einem Marktanteil von 9,7 Prozent. In den letzten Jahren wuchs Samsung rasant, nicht zuletzt dank des steigenden Bedarfs an Speicherbausteinen (DRAM und NAND). Der Umsatz: 30,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 7 Prozent.

Qualcomm wächst dank Smartphones

Der US-Hersteller Qualcomm profitiert vom Smartphone-Boom, mit seinen Prozessoren für die mobilen Geräte sowie mit Komponenten für den Datenturbo LTE steigerte er seinen Marktanteil auf 5,5 Prozent. Umsatz: 17,2 Milliarden Dollar.

Sonstige Anbieter

Mehrere andere Unternehmen machen mit Halbleitern zweistellige Milliardenumsätze: SK Hynix aus Südkorea, Toshiba aus Japan sowie Micron und Texas Instruments aus den USA.

Unternehmenschef Simon Segars rechnet im zweiten Halbjahr dank einer robusten Auftragslage mit einem anhaltend hohen Umsatzwachstum. In Dollar gemessen dürfte der Erlös 2015 im Rahmen der Expertenprognosen ausfallen. Die von Bloomberg befragten Analysten rechnen im laufenden Jahr mit einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden Dollar - das wäre ein Plus von 16 Prozent. Das Wachstum würde damit in etwa so hoch wie im vergangenen Jahr ausfallen.

An der Börse wurden die Zahlen und der Ausblick mit Enttäuschung aufgenommen. Die im FTSE notierte Aktie gab in den ersten Handelsminuten um bis zu 4,2 Prozent auf 995 Pence nach. Damit baute das Papier die Verluste der vergangenen Wochen aus. Seit dem Rekordhoch von 1232 Pence im April verlor das Papier inzwischen rund ein Fünftel ihres Werts und ist mit dem Verlust vom Mittwoch zudem auf das Niveau von Ende 2014 zurückgefallen.

Von

dpa

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