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02.07.2012

14:58 Uhr

Chiphersteller

Micron schluckt insolventen Rivalen Elpida

Der japanische Chiphersteller Elpida reichte im vergangenen Februar Insolvenz ein. Nun wird das Unternehmen von Micron übernommen. Der US-Konzern zahlte allerdings lange nicht soviel wie von Analysten erwartet.

Chips von Elpida: Das Unternehmen wird von Micron übernommen. Reuters

Chips von Elpida: Das Unternehmen wird von Micron übernommen.

TokioDer US-Chipkonzern Micron will den insolventen Rivalen Elpida für rund 2,5 Milliarden Dollar übernehmen. Micron legt 750 Millionen Dollar in bar auf den Tisch und zahlt mit etwa 1,75 Milliarden Dollar in Raten bis 2019 die Gläubiger des japanischen Unternehmens aus, wie beide Konzerne nach monatelangen Verhandlungen am Montag mitteilten.

Mit dem Kauf wird Micron mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent zum zweitgrößten Hersteller von DRAM-Chips, die üblicherweise in PCs zum Einsatz kommen, hinter dem südkoreanischen Marktführer Samsung aufsteigen. Allerdings müssen die Gläubiger, das zuständige Tokioter Insolvenzgericht und die Wettbewerbsbehörden der Vereinbarung noch zustimmen.

Bereits Anfang Mai hatte sich die Übernahme Elpidas angedeutet. Micron will nun zudem für 334 Millionen Dollar einen Anteil von 24 Prozent an dem taiwanischen Unternehmen Rexchip Electronics kaufen, an dem Elpida bereits 65 Prozent hält.

Elpida ist der letzte große japanische Hersteller von DRAM-Chips und hat im Februar Insolvenz angemeldet. Der harte Wettbewerb und das schwierige konjunkturelle Umfeld haben das Unternehmen aus der Bahn geworfen. Wie einst sein deutscher Partner Qimonda stürzte Elpida über den anhaltenden Preiskampf auf dem von Überkapazitäten geplagten Markt. Zudem setzte dem Konzern der Trend hin zu mobilen Geräten wie den neuen Tablet-Computern, in denen kleinere Speicher verbaut werden, schwer zu.

Mit einem Schuldenberg von 5,6 Milliarden Dollar war es der größte Kollaps eines japanischen Industrie-Konzerns. Die Pleite markierte zudem einen Tiefpunkt in der Krise der japanischen Technologiebranche, die auch einstige Stars wie Sony und Sharp beutelt. An Elpida waren auch der US-Finanzinvestor TPG Capital sowie der sükoreanische Rivale SK Hynix interessiert.

Von

rtr

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