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10.02.2015

09:59 Uhr

Chiphersteller

Qualcomm muss fast eine Milliarde Dollar Strafe zahlen

China hat wegen wettbewerbsrechtlicher Verstöße eine Strafe über den amerikanischen Chiphersteller Qualcomm verhängt. Das Unternehmen muss 975 Millionen Dollar zahlen. Die Aktionäre reagieren aber erleichtert.

Qualcomm-Logo: Der weltgrößte Hersteller von Computerchips in Smartphones soll seine Marktmacht ausgenutzt haben. Reuters

Qualcomm

Qualcomm-Logo: Der weltgrößte Hersteller von Computerchips in Smartphones soll seine Marktmacht ausgenutzt haben.

San DiegoDer US-Chiphersteller Qualcomm wird in China wegen wettbewerbsrechtlicher Verstöße zur Rechenschaft gezogen. Die chinesischen Kartellwächter verhängten eine Strafe von 975 Millionen US-Dollar (882 Millionen Euro), die das Unternehmen nach einer Mitteilung von Montag nicht anfechten will.

Zudem muss sich Qualcomm bei den Lizenzgebühren, die es für die Nutzung seiner Chipsätze nimmt, künftig an die Vorgaben der chinesischen Behörden halten.

Die größten Chiphersteller

Ein Milliardenmarkt

Chips stecken in immer mehr Geräten – vom Auto bis zur Smartwatch. Deswegen wächst die Nachfrage. Nach Einschätzung der Marktforschungsfirma Gartner erreichte der weltweite Umsatz mit Halbleitern 2013 rund 315 Milliarden Dollar, ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dominator Intel

Intel ist und bleibt die Nummer 1. Der US-Konzern hielt 2013 nach Angaben von Gartner 15,4 Prozent Marktanteil. Der Umsatz sank allerdings um 1 Prozent auf 48,6 Milliarden Dollar, vor allem wegen des schrumpfenden PC-Marktes.

Samsung macht auch in Chips

Samsung ist für seine Smartphones und Fernseher bekannt, doch der südkoreanische Konzern ist auch der zweitgrößte Chiphersteller mit einem Marktanteil von 9,7 Prozent. In den letzten Jahren wuchs Samsung rasant, nicht zuletzt dank des steigenden Bedarfs an Speicherbausteinen (DRAM und NAND). Der Umsatz: 30,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 7 Prozent.

Qualcomm wächst dank Smartphones

Der US-Hersteller Qualcomm profitiert vom Smartphone-Boom, mit seinen Prozessoren für die mobilen Geräte sowie mit Komponenten für den Datenturbo LTE steigerte er seinen Marktanteil auf 5,5 Prozent. Umsatz: 17,2 Milliarden Dollar.

Sonstige Anbieter

Mehrere andere Unternehmen machen mit Halbleitern zweistellige Milliardenumsätze: SK Hynix aus Südkorea, Toshiba aus Japan sowie Micron und Texas Instruments aus den USA.

Wegen des Verdachts der Verletzung des Anti-Monopol-Gesetzes hatte China Ende 2013 eine Untersuchung gegen Qualcomm eingeleitet. Der weltgrößte Hersteller von Computerchips in Smartphones soll seine Marktmacht für überhöhte Preise ausgenutzt haben. Auch in den USA und Europa steht Qualcomm deshalb im Visier der Wettbewerbshüter.

Qualcomms Investoren reagierten erleichtert auf das Ende des Konflikts in China, der es dem Konzern erschwert hatte, Lizenzgebühren im größten Smartphone-Markt der Welt einzutreiben. Die Aktie stieg nachbörslich um gut zwei Prozent. Qualcomm hatte nach der Einigung mit den Behörden zudem auch rasch die Umsatz- und Gewinnprognose angehoben.

Von

dpa

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