Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.10.2014

01:29 Uhr

Chipkonzern

AMD reagiert mit Entlassungen auf Umsatzrückgang

Der Chipkonzern AMD zieht aus den schwachen Quartalszahlen Konsequenzen: Es werden Mitarbeiter entlassen. Erst vergangene Woche hatte es einen überraschenden Chefwechsel gegeben.

Schwache Zahlen: AMD entlässt Mitarbeiter. dpa

Schwache Zahlen: AMD entlässt Mitarbeiter.

SunnyvaleDer US-Chiphersteller Advanced Micro Devices entlässt nach einem schwachen Quartal sieben Prozent seiner Mitarbeiter. Von dem Personalabbau sind weltweit rund 700 Stellen betroffen, wie der Intel-Rivale am Donnerstag nach Börsenschluss mitteilte. Weltweit hat AMD rund 10.000 Beschäftigte.

Bei AMD hatte es vergangene Woche einen überraschenden Chefwechsel gegeben. Lisa Su, die bisher für das operative Geschäft zuständig war, übernahm den Spitzenjob mit sofortiger Wirkung.

Die neue Chefin will die Abhängigkeit AMDs vom PC-Markt verringern und peilt deshalb weitere Restrukturierungen an. Der Nettogewinn brach im dritten Quartal auf 17 Millionen von 48 Millionen Dollar im Vorjahr ein. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 1,43 Milliarden Dollar. AMD bekam die Flaute auf dem PC-Markt in den vergangenen Jahren deutlich zu spüren. Das Unternehmen setzt nun verstärkt auf Prozessoren für Spielekonsolen.

Die größten Chiphersteller

Ein Milliardenmarkt

Chips stecken in immer mehr Geräten – vom Auto bis zur Smartwatch. Deswegen wächst die Nachfrage. Nach Einschätzung der Marktforschungsfirma Gartner erreichte der weltweite Umsatz mit Halbleitern 2013 rund 315 Milliarden Dollar, ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dominator Intel

Intel ist und bleibt die Nummer 1. Der US-Konzern hielt 2013 nach Angaben von Gartner 15,4 Prozent Marktanteil. Der Umsatz sank allerdings um 1 Prozent auf 48,6 Milliarden Dollar, vor allem wegen des schrumpfenden PC-Marktes.

Samsung macht auch in Chips

Samsung ist für seine Smartphones und Fernseher bekannt, doch der südkoreanische Konzern ist auch der zweitgrößte Chiphersteller mit einem Marktanteil von 9,7 Prozent. In den letzten Jahren wuchs Samsung rasant, nicht zuletzt dank des steigenden Bedarfs an Speicherbausteinen (DRAM und NAND). Der Umsatz: 30,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 7 Prozent.

Qualcomm wächst dank Smartphones

Der US-Hersteller Qualcomm profitiert vom Smartphone-Boom, mit seinen Prozessoren für die mobilen Geräte sowie mit Komponenten für den Datenturbo LTE steigerte er seinen Marktanteil auf 5,5 Prozent. Umsatz: 17,2 Milliarden Dollar.

Sonstige Anbieter

Mehrere andere Unternehmen machen mit Halbleitern zweistellige Milliardenumsätze: SK Hynix aus Südkorea, Toshiba aus Japan sowie Micron und Texas Instruments aus den USA.

Für das laufende Quartal gab sich das im kalifornischen Sunnyvale ansässige Unternehmen pessimistisch: AMD erwartet im Schlussquartal einen Umsatzrückgang verglichen mit dem Vorquartal um rund 13 Prozent. Im nachbörslichen US-Handel fiel die Aktie um rund fünf Prozent.

Konkurrent Intel hat dagegen im abgelaufenen Quartal überraschend viel verdient. Der Gewinn der Amerikaner legte binnen Jahresfrist um zwölf Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar zu. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×