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11.09.2013

15:41 Uhr

Chipkonzern

Intel will Markt für Daten-Brillen und Computer-Uhren besetzen

Was Smartphones und Tablets angeht, hat Intel keine wirklichen Erfolge vorzuweisen. Das soll im Geschäft mit Mini-Geräten anders werden. Daten-Brillen und Computer-Uhren sollen mit dem Intel-Chip „Quark“ laufen.

Der Intel-Chip „Quark“ soll einen Alltag mit Unmengen kleiner vernetzter Geräte ermöglichen. dpa

Der Intel-Chip „Quark“ soll einen Alltag mit Unmengen kleiner vernetzter Geräte ermöglichen.

San FranciscoDer weltgrößte Chipkonzern Intel, der bisher im boomenden Smartphone-Markt kaum zum Zuge kam, will frühzeitig das Geschäft mit Mini-Geräten wie Daten-Brillen und Computer-Uhren besetzen. Dafür kündigte Intel am Mittwoch einen extrem sparsamen Chip mit dem Namen „Quark“ an. Er solle einen Alltag mit Unmengen kleiner vernetzter Geräte ermöglichen, erläuterte Intel-Managerin Renee James bei der hauseigenen Konferenz IDF in San Francisco.

„Quark ist das Kleinste, was wir jemals gebaut haben“, sagte James dem Magazin „Computerworld“. Bei Smartphones und Tablets zog Intel bisher den Kürzeren gegen Prozessoren auf Basis von Technologie des britischen Chip-Entwicklers ARM, die als besonders stromsparend gelten.

Smartwatches

Wenn die Uhr schlau wird

Bis vor wenigen Jahren waren Telefone und Computer in der Größe einer Armbanduhr nur Fiktion – „Knight Rider“ lässt grüßen. Doch die Chips werden immer kleiner, leistungsfähiger und billiger. Damit werden Geräte wie Smartwatches technisch möglich und erschwinglich.

Trend zum „Wearable Computing“

Smartwatches sind Teil eines Trends: Computer werden immer kleiner und damit auch immer tragbarer. Neben intelligenten Uhren gibt es beispielsweise auch Fitnessarmbänder und Brillen, die mit Informationstechnologie aufgerüstet sind. Google Glass ist ein bekanntes Beispiel. Die Technologiebranche spricht vom „Wearable Computing“ – und hofft auf einen Wachstumsmarkt.

Ergänzung zum Smartphone...

Was ist überhaupt eine Smartwatch? Der Begriff ist schwer zu fassen. Grundsätzlich gibt es zwei Kategorien. Die meisten Modelle funktionieren nicht eigenständig, sondern sind eine Erweiterung fürs Smartphone und zeigen Termine, E-Mails oder eingehende Anrufe an. Die Daten werden in der Regel per Bluetooth übertragen.

... und Ersatz fürs Handy

Während die meisten Smartwatches eine Erweiterung fürs Smartphone sind, sollen ein paar Modelle das Handy ganz ersetzen. Sie haben ein Mobilfunk-Modul, das Telefonate und die Übertragung von Daten erlaubt. Das gilt etwa für die Gear S von Samsung.

Assistent und Freisprecher

Die Geräte sind unterschiedlich ausgestattet. Einige fungieren als diskrete Sekretäre – sie erinnern an Termine, zeigen eigehende E-Mails an und vermelden Telefonanrufe. Andere eignen sich auch als Freisprecheinrichtung oder als kompaktes Navigationsgerät. Unter Sportlern beliebt sind Spezialgeräte, die den Puls und die Laufstrecke messen.

Der Akku als Schwachpunkt

Die Laufzeit ist bei allen Smartwatches ein Problem: Weil die Geräte so klein sind, lässt sich darin kein großer Akku unterbringen. Daher sind viele Modelle nicht besonders ausdauernd – je nachdem welche Display-Technologie zum Einsatz kommt.

Start-ups und Konzerne

Diverse Unternehmen haben bereits Smartwatches auf den Markt gebracht – Start-ups wie Weltkonzerne. Zu den kleinen Anbietern zählt das Unternehmen Pebble, das über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter seine Anschubfinanzierung gesichert hat. Zahlreiche Elektronikhersteller haben ebenfalls Computer-Uhren entwickelt, von Sony als einem der Pioniere bis zu Apple mit der Apple Watch.

Gerüchte um Apple

Offiziell ist noch nichts, doch Gerüchten zufolge arbeitet Apple an einer Smartwatch. Den Namen „iWatch“ hat das Unternehmen offenbar bereits in mehreren Ländern schützen lassen. 100 Entwickler sollen an dem Geheimprojekt beteiligt sein. Auch Microsoft wird großes Interesse an diesem Markt nachgesagt. Google bestätigte, ein Start-up mit Smartwatch-Technologie übernommen zu haben. Der Wettbewerb dürfte also hart werden.

Schwierige Prognose

Wie sich junge Märkte entwickeln, ist schwierig zu prognostizieren – die Vorhersagen für Smartwatches gehen weit auseinander. Während die Marktforschungsfirma IDC ein rapides Wachstum voraussagt, erwarten Forrester und NPD Displaysearch eine baldige Abkühlung des Marktes.

Zugleich strengt sich Intel an, sein Prozessoren-Angebot effizienter zu machen. In den nächsten Tagen wird der erste Chip für mobile Geräte auf Basis der 22-Nanometer-Technologie mit dem Namen „Bay Trail“ vorgestellt. Zudem kündigte Konzernchef Brian Krzanich „Broadwell“-Prozessoren an, die noch in diesem Jahr in Serie mit Strukturbreiten von 14 Nanometer produziert werden sollen. Das Verfahren erlaubt Leistungsgewinne bei niedrigerem Stromverbrauch.

Von

dpa

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