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31.01.2014

04:50 Uhr

Cloud-Anbieter Box

Mit der Wolke an die Börse

VonAxel Postinett

Box, ein Anbieter von Speicherplatz im Internet, hat Medieninformationen zufolge die Unterlagen für einen Börsengang eingereicht. Das Vorgehen des Unternehmens erinnert dabei an das des Kurznachrichtendienstes Twitter.

Cloud-Anbieter Box will an die Börse. dpa

Cloud-Anbieter Box will an die Börse.

San FranciscoDer Cloud-Anbieter Box hat nach Informationen des Webblogs Quartz die Unterlagen für einen Börsengang bei der Börsenaufsicht SEC eingereicht. So wie zuvor Twitter zunächst heimlich, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Wenn die Informationen stimmen, könnte jetzt alles sehr schnell gehen. Box wird ebenso sehnsüchtig an der Börse erwartet, wie zuvor Twitter.
Box.net ist Anbieter von Speicherplatz im Internet mit der Fokussierung auf Geschäftskunden, anders als Dropbox, eine bekannter Dienst, der sich an Privatkunden richtet. Mittlerweile ist Box das Rückgrat für hunderte von Geschäftsanwendungen.

Das Ziel ist es, zu einer kompletten Plattform im Internet für Geschäftskunden zu werden, die dann Programme wie Microsoft Office durch Box ersetzen können.

Deutsche Startups

Neue Gründerzeit

Manch einer spricht von einer neuen Gründerzeit: Immer mehr Start-ups versuchen in Berlin ihr Glück. Aber auch in anderen Teilen des Landes gibt es erfolgreiche IT-Unternehmen. Einige sind bereits über die Grenzen von Deutschland hinaus bekannt geworden. Ein Überblick.

Researchgate

Researchgate ist ein Online-Netzwerk für Wissenschaftler. Dort tummeln sich Biologen, Chemiker aber auch Philosophen. Die Idee: Forscher sollen sich inhaltlich austauschen und Kontakte knüpfen können. Der studierte Virologie Ijad Madisch gründete die Firme mit zwei Freunden. Längst sind Investoren aus den USA aufmerksam geworden – darunter Microsoft-Gründer Bill Gates: Er steckte im Juni 2013 gemeinsam mit Tenaya Capital 35 Millionen Euro in Researchgate.

Wooga

Der Spiele-Anbieter Wooga profitierte in seinen Anfangsjahren vom Boom der Sozialen Netzwerke: Immer mehr Nutzer verbrachten immer mehr Zeit bei StudiVZ, Facebook und Co – und begeisterten sich für Spiele wie „Monster World“, die das Berliner Start-up dort anbot. Inzwischen steckt Wooga mehr Anstrengungen in die Apps für mobile Geräte. Weltweit verzeichnet die Firma monatlich 50 Millionen Nutzer.

Bigpoint

Kein klassisches Start-up mehr ist Bigpoint: Heiko Hubertz gründete die Firma bereits 2002. Sie bietet Spiele wie „Drakensang Online“ und „Farmerana“ an, sowohl eigene Entwicklungen wie auch die anderer Hersteller. Die mehr als 300 Millionen registrierten Nutzer können grundsätzlich kostenlos spielen, zahlen aber für Extras. 2012 war allerdings ein schwieriges Jahr: Weil sich das Geschäft schlechter entwickelte als erwartet, strich das Unternehmen 120 Stellen und schloss das Studio in San Francisco. Dieses Jahr will Bigpoint wieder wachsen.

Soundcloud

Der schwedische Unternehmer Alexander Ljung hat sich bewusst für den Standort Deutschland entschieden: Er gründete seine Firma Soundcloud in der Hauptstadt. Sie bietet eine Plattform an, auf die Nutzer eigene Audioproduktionen hochladen können und mit anderen teilen können. Monatlich nutzen 250 Millionen Menschen den Dienst.

6Wunderkinder

Das Start-up 6Wunderkinder entwickelt eine Anwendung, mit der Nutzer ihren Alltag wie auch ihre Arbeit organisieren können sollen. Die Basisversion ist kostenlos, die Team-Version kostet eine monatliche Gebühr. Bislang hat das Unternehmen nur sechs Millionen Nutzer, aber eine Partnerschaft mit dem bekannten Kapitalgeber Sequoia Capital rückt das junge Unternehmen ins Rampenlicht.

Zalando

Hinter dem Online-Modehändler Zalando stehen die Samwer-Brüder, die sich als Seriengründer von Internet-Unternehmen einen Namen gemacht haben. Der Umsatz ist seit der Gründung 2008 rasant auf 1,15 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gewachsen, allerdings arbeitet der Händler nicht profitabel. Internationale Investoren, darunter die deutsche Tengelmann-Gruppe und ein kanadischer Rentenfonds, finanzieren die internationale Expansion.

Genaue Zahlen zu Box.net sind nicht bekannt, aber wenn es sich tatsächlich um einen „stillen IPO“ handelt, dann muss der Umsatz unter einer Milliarde Dollar liegen.

Das ist die Obergrenze für Unternehmen, um zunächst einmal ohne den Druck der Öffentlichkeit mit der Börsenaufsicht über den Börsengang zu reden und den Börsenprospekt prüfen zu lassen. Erst Wochen bevor die „Roadshow“, die Präsentation bei Anlegern, startet, muss der Prospekt dann allgemein zugänglich gemacht werden. Die Technologie-Seite Quartz beruft sich auf Personen mit Kenntnis des Vorgangs. Box kommentiert die Gerüchte nicht.
Der Termin für den Börsengang würde Sinn machen, erst im Dezember sind 100 Millionen Dollar frisches Kapital investiert worden, die Bewertung soll dabei bei zwei Milliarden Dollar gelegen haben.

Zu den Investoren gehören Venture-Kapitalgeber und Telekomfirmen wie Itochu Technology Ventures, Macnica, Mitsui USA, Telefónica Digital und Telstra. Das 2005 gegründete Unternehmen ist nach Angaben von Gründer und CEO Aaron Levie 2012 um 150 Prozent gewachsen und 2013 rund 100 Prozent.

Nach Angaben des Unternehmens aus dem kalifornischen Los Gatos nutzen derzeit 20 Millionen Kunden in 180.000 Unternehmen die Angebote von Box.net. Levie zielt dabei nicht nur auf Gegner wie Microsoft, sondern auch auf Oracle oder SAP, seit immer mehr Unternehmen ihre IT-Infrastruktur ins Internet verlagern.

„Unternehmenssoftware ist ein 300 Milliarden Dollar Markt gemessen an der Software aus den alten Tagen“, twitterte er Ende Januar. „Und das ist nichts gegen das, was kommen wird.“ Klappt der Börsengang noch dieses Jahr, könnte Gründer und Mehrheitseigner Levie seinen 30. Geburtstag 2015 mit 500 Millionen Dollar in der Tasche feiern, schätzen Analysten.

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