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20.04.2014

14:17 Uhr

Cloud-Computing

SAP bemüht sich verstärkt um den Mittelstand

Wiederholt sich die Geschichte? SAP will seine Position im Mittelstand ausbauen. Vor Jahren hatte der Softwarekonzern schon einmal die Idee, mit Hilfe kleinerer Firmen ins Cloud-Geschäft einzusteigen - und scheiterte.

Technische Umstellung

Cloud-Computing macht SAP zu schaffen

Technische Umstellung: Cloud-Computing macht SAP zu schaffen

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WalldorfMit einfachen Benutzeroberflächen und Bezahlmodellen bemüht sich der Softwareanbieter SAP verstärkt um kleine und mittelständische Firmen. „Die Nutzererfahrung muss wie bei Endverbrauchern sein - angenehm, einfach und leicht zu verdauen“, sagt Kevin Gilroy, Chef des weltweiten Mittelstandsgeschäfts bei SAP. Zu der neuen Charme-Offensive für den Mittelstand gehört auch das Angebot an die kleinen Firmen, Software wie bei einem Ratenkredit jetzt zu kaufen und über 24 Monate abzustottern.

Gut 80 Prozent der Kunden von SAP sind kleine und mittelgroße Unternehmen - das seien mehr als 200 000 Firmen. Den Umsatzanteil nennt SAP nicht. Der Konzern beabsichtige aber, seine Position in dem Segment auszubauen, sagte ein Sprecher. Das wird nach Einschätzung des Marktforschers IDC immer wichtiger. Die IT-Umsätze mit kleinen und mittelgroßen Firmen mit bis zu 1000 Mitarbeitern werden nach dessen Prognose im Jahr 2017 etwas stärker steigen als die mit Großunternehmen.

Zukäufe von SAP

Wachstum dank Zukäufen

Der Walldorfer Software-Konzern SAP hat in den vergangenen Jahren hohe Milliardenbeträge für Großübernahmen ausgegeben. Damit verstärkte sich das Unternehmen für zukunftsträchtige Geschäftsfelder.

Business Objects

2007 übernahmen die Deutschen den französischen Softwarehersteller Business Objects für 4,8 Milliarden Euro. SAP kauft sich damit Analyse-Software, die Daten aus einzelnen Geschäftsbereichen von Unternehmen auswertet – und ist inzwischen Marktführer.

Sybase

Den Datenbankspezialisten Sybase übernimmt SAP im Jahr 2010 für 5,8 Milliarden Dollar und erwirbt damit Expertise für den Mobilfunkmarkt. Mit Hilfe der Sybase-Plattform lassen sich die SAP-Programme leichter auf Smartphones und Tablets spielen. Die Software von Sybase stellt außerdem den Grundstock für das wachsende Datenbankgeschäft von SAP.

Success Factors

2012 geht SAP die Übernahme von Success Factors für 3,4 Milliarden Dollar an. Software, die nicht mehr auf Firmenservern lagert, sondern nach Bedarf „on Demand“ über das Internet abgerufen wird, ist bereits heute ein Milliardenmarkt.

Ariba

Mit der Handelsplattform Ariba, die SAP ebenfalls 2012 für 4,3 Milliarden Dollar übernahm, sicherte sich der Softwarekonzern weitere Fähigkeiten. Ariba ist nicht nur eine Art Ebay für Unternehmen. Die Firma verkauft auch Software, zum Beispiel Programme, mit deren Hilfe Firmen ihren Lieferanten digitale Rechnungen stellen können.

Der Vorstoß im Mittelstandsgeschäft ruft Erinnerungen wach: 2010 hatte SAP versucht, mit Hilfe der Mittelstandssoftware ByDesign in den Markt für Mietsoftware einzusteigen. Doch der Start verlief schleppend, die erhofften Umsätze blieben aus. Kundenzahlen veröffentlicht SAP inzwischen nicht mehr, zuletzt bewegten sie sich bei mageren 1000 Unternehmen.

Im vergangenen Sommer hatte der Softwarehersteller angekündigt, das Mittelstandsprogramm abzuspecken und Entwickler abzuziehen. „Business ByDesign hat seinen Platz“, sagte Gilroy. Zu den Kunden, die ByDesign nutzen, gehören immerhin prominente Kunden wie die Unternehmensberatung Roland Berger.

SAP setzt nun auf weitere Cloud-Angebote für den Mittelstand. Kannibalisierungseffekte, mit denen SAP im Cloud-Geschäft gerechnet habe, hätten sich nicht eingestellt, sagte Gilroy. Stattdessen würden Mietangebote häufig als Zusatzangebote für weniger heikle Programme wie Reisekostenabrechnungen genutzt.

Zwar ist die Skepsis kleinerer Firmen Umfragen zufolge vor allem in Deutschland nach wie vor hoch. „Wie bei allen Technologien gibt es aber eine Kurve bei der Annahme durch den Kunden“, sagte Gilroy. „Wir sehen eine beschleunigte Akzeptanz in Nordamerika“, sagte der SAP-Manager. Nach den Worten von SAP-Co-Chef Bill McDermott macht SAP dort gut die Hälfte der weltweiten Umsätze mit Abo-Modellen.

Von

dpa

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