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20.07.2016

07:55 Uhr

Cloud-Geschäft boomt

„SAP war nie in einer besseren Position“

Das Geschäft der Zukunft wächst – das der Gegenwart auch wieder: Bei SAP lief es im zweiten Quartal überraschend gut. Gerade die Cloud-Dienste des Softwarekonzerns waren gefragt. Daran änderte auch der Brexit nichts.

Europas größter Softwarekonzern hat die Schwäche des Auftaktquartals ausgebügelt. dpa

SAP-Chef Bill McDermott (links) mit Gründer Hasso Plattner

Europas größter Softwarekonzern hat die Schwäche des Auftaktquartals ausgebügelt.

DüsseldorfAuch der Brexit störte nicht: Beim Softwarekonzern SAP lief das Geschäft im zweiten Quartal deutlich besser als erwartet. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 5,2 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalszahlen mitteilte. Nach Steuern blieben 813 Millionen Euro Gewinn, fast doppelt so viel wie im Vorjahr, als ein teures Abfindungsprogramm zu Buche schlug.

Damit übertraf SAP die Erwartungen der Analysten leicht. Die Aktie legte am Morgen um bis zu 4,5 Prozent zu.

Anbindung von Office 365 an Cloud-Angebote: SAP vertieft Zusammenarbeit mit Microsoft

Anbindung von Office 365 an Cloud-Angebote

SAP vertieft Zusammenarbeit mit Microsoft

SAP und Microsoft wollen in Zukunft enger kooperieren: Microsofts Bürosoftware Office 365 soll an die SAP-Cloud-Angebote angebunden werden. Es ist nicht die erste Zusammenarbeit der IT-Riesen.

„SAP war nie in einer besseren Position“, sagte Vorstandschef Bill McDermott. Einige Analysten hatten befürchtet, dass das Votum der Briten für den Austritt aus der Europäischen Union SAP das Geschäft in der wichtigen letzten Woche des Quartals vermasselt haben könnte, da Unternehmen aus Unsicherheit über die Lage womöglich Aufträge zurückhielten. Doch von einem dämpfenden Brexit-Effekt sei nichts zu spüren gewesen, erklärte McDermott.

„Viele erwarten einen Abschwung durch den Brexit für viele Unternehmen und auch für uns wegen unseres Standortes in Europa – aber das Gegenteil wird der Fall sein.“ Das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union werde mit neuen regulatorischen Anforderungen und Geschäftsmodellen einhergehen, was die Nachfrage nach Software ankurbeln dürfte, sagte er.

Die großen Zukäufe von SAP

Regelmäßige Zukäufe

SAP hat das Geschäft in den vergangenen Jahren mit etlichen Übernahmen gestärkt, vor allem die Cloud-Angebote. Dabei standen Unternehmen aus den USA besonders im Fokus.

Business Objects

2008 übernahm SAP mit Business Objects einen der führenden Anbieter für Business-Intelligence-Lösungen, die Unternehmenslenkern mithilfe von Datenanalysen bessere Entscheidungen ermöglichen sollen. Kaufpreis: 4,8 Milliarden Euro.

Sybase

Auf mobile Datendienste ist Sybase spezialisiert. 2010 kaufte SAP den vorherigen Partner aus Kalifornien für umgerechnet 4,6 Milliarden Euro. Mit dem Zukauf brachte der Konzern gleichzeitig sein Datenbankgeschäft voran.

Success Factors

Software fürs Personalmanagement kaufte SAP 2012 über die US-Firma Success Factors zu. Ihre Systeme reichen von der Kandidatensuche bis zur Nachfolgeplanung, bereitgestellt über die Cloud. Kaufpreis: umgerechnet 3,4 Milliarden Euro.

Ariba

2012 stemmte SAP einen weiteren großen Zukauf: Der Softwarekonzern übernahm die US-Firma Ariba. Diese betreibt eine Plattform für die betriebliche Beschaffung, die in der Cloud läuft. Kaufpreis: umgerechnet etwa 3,3 Milliarden Euro.

Hybris

Das Geschäft mit Handelsunternehmen stärkte SAP 2013 mit der Übernahme von Hybris. Das in der Schweiz gegründete Unternehmen bietet unter anderem Lösungen für den Multi-Channel-Vertrieb, also den Verkauf über alle Kanäle. Preis: eine Milliarde Euro.

Fieldglass

Zur Cloud-Strategie passt auch die Übernahme von Fieldglass. Der US-Anbieter hat eine Plattform für die Personalverwaltung entwickelt, vor allem für den Einsatz von externen Kräften wie Leiharbeiten. Den Kaufpreis veröffentlichten die Unternehmen nicht.

Concur

Die größte Übernahme der Firmengeschichte stemmte SAP ebenfalls 2014: Für den amerikanischen Reisekostenspezialisten Concur zahlte der deutsche Konzern umgerechnet 6,2 Milliarden Euro. Zusammen mit Fieldglass und Ariba bildet Concur die Geschäftsnetzwerke.

SAP ist nach einem durchwachsenen ersten Quartal wieder in der Spur. Das Zukunftsgeschäft mit dem Cloud Computing, bei dem Unternehmen Software über das Internet nutzen, wuchs um 30 Prozent auf 720 Millionen Euro. Auch das Auftragsbestand wuchs: Die Kennzahl „New Cloud Bookings“, die bereits vertraglich gesicherte, aber noch nicht verbuchte Umsätze beziffert, wuchs um 28 Prozent auf 255 Millionen Euro.

Zu den Cloud-Diensten zählen beispielsweise die Firma Success Factors mit Anwendungen fürs Personalmanagement und Concur mit einem System für die Reisebuchung und Reisekostenabrechnung.

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