Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.09.2016

15:36 Uhr

Cloud-Zentrum der Telekom

Wo die Wolken wohnen

VonIna Karabasz

Der Markt für Cloud-Angebote verspricht milliardenschweres Wachstum. Im Rechenzentrum der Deutschen Telekom wird es da langsam eng. Mitten im „Never Never Land“ rüstet sich der Konzern nun für seinen Angriff auf Amazon.

Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, schaut einer vorbeifliegenden Drohne hinterher, die den Behälter für den Grundstein gebracht hat. dpa

Grundsteinlegung in Biere

Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, schaut einer vorbeifliegenden Drohne hinterher, die den Behälter für den Grundstein gebracht hat.

BiereDrei Kräne stehen wie Landmarken auf dem leicht abfallenden Gelände. Links ein Feld, rechts ein Feld. Dahinter weiß-graue Gebäude mit wenigen Fenstern. In der Mitte basteln Bauarbeiter aus langen Eisenstangen ein Fundament. Johannes Krafczyk steht am Fenster des zweiten Stocks des provisorischen Containerbüros und zeigt auf die Männer in ihren gelben Warnwesten. Die meisten hätten schon beim Bau des ersten Gebäudes mitgearbeitet, erzählt er, und als dann klar war, dass das Rechenzentrum erweitert würde, hätten sie explizit danach gefragt, ob sie auch beim neuen Projekt wieder mit von der Partie sein könnten.

Auch Krafczyk war von Anfang an mit dabei. Als hier in Biere, in der Nähe von Magdeburg, nur Brachland zwischen den Feldern war. Der T-Systems-Manager hatte bei der Suche nach einem Standort mitgeholfen, als der Konzern sich 2011 dazu entschlossen hatte, ein neues Rechenzentrum für Cloud-Angebote zu bauen – jene IT-Dienstleistungen, die nicht mehr auf Servern im eigenen Unternehmen laufen, sondern von Dritten angeboten werden.

Viele Jobs in Deutschland gefährdet: Telekom steht vor großem Umbau

Viele Jobs in Deutschland gefährdet

Premium Telekom steht vor großem Umbau

Der Deutschen Telekom gelingt es auf dem Heimatmarkt einfach nicht, den Kundenschwund zu stoppen. Nun stehen vor allem in Deutschland mehrere Tausend Jobs zur Disposition. Der Konzern sucht eine neue Strategie.

Darin steckt für die Cloud-Anbieter viel Potenzial. Laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom, im Auftrag der Wirtschaftsprüfergesellschaft KPMG nutzen vergangenes Jahr bereits 54 Prozent der Unternehmen Dienste aus der Cloud. Weitere 18 Prozent sollen dies planen oder diskutieren. Den Marktforschern von IDC zufolge werden im Jahr 2019 Unternehmen weltweit 141 Milliarden Dollar für Cloud-Services ausgeben. 2015 waren es halb so viel.

Die Deutsche Telekom setzt ebenfalls auf diesen neuen Umsatztreiber. 2014 eröffnete sie über ihre Tochter T-Systems das Rechenzentrum in Biere. Kapazität: 20.000 Server. Das sei natürlich nur ein Durchschnittswert, erklärt Manager Krafczyk und macht sich auf den Weg in Richtung der weiß-grauen Gebäude. Dort gebe es acht Server-Räume mit rund 2500 Servern pro Raum. Aufgrund der unterschiedlichen Größe und Leistung der Geräte sei dies aber nur eine ungefähre Angabe.

Zur besseren Vorstellung: Die Telekom könnte hier die Inhalte von mehr als 16,6 Milliarden Büchern speichern – und doch wird es langsam eng. Rund 600 Großkunden haben die Cloud-Dienste von T-Systems gebucht, darunter Shell, Daimler, Microsoft oder auch das Schweizer Forschungsinstitut CERN.

Also baut die Telekom aus. Zur Grundsteinlegung am heutigen Montag kam extra der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Reiner Haseloff, ins „Never Never Land“, wie Manager Krafczyk die Region mit Bezug zum australischen Outback liebevoll nennt. Es sei ein „Vorzeigeprojekt erster Güte“, hatte der Politiker erklären lassen. Gemeinsam mit Ferri Abolhassan, als Geschäftsführer bei T-Systems unter anderem für das Cloud-Geschäft verantwortlich, hat er den Grundstein für das neue Gebäude gelegt. 170 Millionen Euro investiert die Telekom hier. Seit November vergangenes Jahres ist der Bau in Planung, seit zwei Monaten bauen die Arbeiter am Fundament. Mitte 2018 soll alles fertig sein, mit der Erweiterung soll das Rechenzentrum 150 Petabyte speichern können.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

13.09.2016, 08:15 Uhr

Ralph S.17.08.2016, 15:55 Uhr
Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

Account gelöscht!

13.09.2016, 08:18 Uhr

Ralph S.25.08.2016, 12:45 Uhr
Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme.

Account gelöscht!

13.09.2016, 08:19 Uhr

Ralph S.05.09.2016, 11:33 Uhr
Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×