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10.07.2014

01:51 Uhr

Computer-Prozessoren

IBM setzt massiv auf Chipforschung

Mit Hardware konnte IBM zuletzt keinen Blumentopf mehr gewinnen - und pumpt nun Milliarden in die Chipforschung. Dabei setzt IBM auf ein Material, das sich keine der anderen großen Firmen bislang vorgeknöpft hat.

Ein Physiker in einem Forschungslabor bei IBM. Der Computerriese will nun kräftig in die Chipforschung investieren. Reuters

Ein Physiker in einem Forschungslabor bei IBM. Der Computerriese will nun kräftig in die Chipforschung investieren.

WashingtonDer Computerriese IBM will mit Milliardeninvestitionen den nächsten Durchbruch in der Chip-Technologie erzwingen. Drei Milliarden Dollar will der US-Konzern in den kommenden fünf Jahren in die Chipforschung stecken, wie er am Mittwoch mitteilte.

IBM hofft, mit einem Innovationsschub seine schwächelnde Hardware-Sparte wiederzubeleben. Im vergangenen Jahr hatte IBM konzernweit sechs Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung ausgegeben.

In einer Woche will der Konzern seine Bilanz des zweiten Quartals vorlegen. Im ersten Quartal war der Umsatz der Hardware-Sparte um 23 Prozent eingebrochen.

Die größten Chiphersteller

Ein Milliardenmarkt

Chips stecken in immer mehr Geräten – vom Auto bis zur Smartwatch. Deswegen wächst die Nachfrage. Nach Einschätzung der Marktforschungsfirma Gartner erreichte der weltweite Umsatz mit Halbleitern 2013 rund 315 Milliarden Dollar, ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dominator Intel

Intel ist und bleibt die Nummer 1. Der US-Konzern hielt 2013 nach Angaben von Gartner 15,4 Prozent Marktanteil. Der Umsatz sank allerdings um 1 Prozent auf 48,6 Milliarden Dollar, vor allem wegen des schrumpfenden PC-Marktes.

Samsung macht auch in Chips

Samsung ist für seine Smartphones und Fernseher bekannt, doch der südkoreanische Konzern ist auch der zweitgrößte Chiphersteller mit einem Marktanteil von 9,7 Prozent. In den letzten Jahren wuchs Samsung rasant, nicht zuletzt dank des steigenden Bedarfs an Speicherbausteinen (DRAM und NAND). Der Umsatz: 30,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 7 Prozent.

Qualcomm wächst dank Smartphones

Der US-Hersteller Qualcomm profitiert vom Smartphone-Boom, mit seinen Prozessoren für die mobilen Geräte sowie mit Komponenten für den Datenturbo LTE steigerte er seinen Marktanteil auf 5,5 Prozent. Umsatz: 17,2 Milliarden Dollar.

Sonstige Anbieter

Mehrere andere Unternehmen machen mit Halbleitern zweistellige Milliardenumsätze: SK Hynix aus Südkorea, Toshiba aus Japan sowie Micron und Texas Instruments aus den USA.

IBM setzt auf kleinere und effizientere Computer-Prozessoren. Dabei erforscht der Konzern neue Materialien zur Chipherstellung wie Nanoröhren aus Kohlenstoff, die stabiler und hitzebeständiger als die derzeit genutzten Werkstoffe sein und schnellere Verbindungen ermöglichen sollen.

"Die Botschaft an unsere Investoren ist, dass wir an diesen Bereich glauben", sagte Tom Rosamilia von IBM. Die bisher gebräuchlichen Siliziumchips bieten nach Meinung von IBM keine großen Entwicklungsmöglichkeiten mehr. Die Amerikaner sind die einzige große Firma, die in die Carbonchip-Forschung investiert.

Von

rtr

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